Motorsport
Formel-4-Rookie Rogivue: «Ich will vom Sport leben können»

Am kommenden Wochenende startet die ADAC Formel-4-Saison, eine Vorstufe der grossen Formel-Serien. Mit dabei ist mit Nikolaj Rogivue auch ein Talent aus Dietikon.

Pascal Del Negro
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Gleich geht es los: Nikolaj Rogivue vor einer der Testfahrten mit seinem neuen Boliden. Trotz vielen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr, nimmt der Dietiker ein positives Gefühl mit.

Gleich geht es los: Nikolaj Rogivue vor einer der Testfahrten mit seinem neuen Boliden. Trotz vielen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr, nimmt der Dietiker ein positives Gefühl mit.

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Nikolaj Rogivue hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. In der Rotax-Max Kart-Schweizermeisterschaft nahm er an fünf Rennen teil und konnte deren vier gewinnen. Das reichte ihm, um auch gleich die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Damit zeigte der 18-Jährige, dass er bereit ist für eine grössere Herausforderung.

Diese heisst Formel 4. Die Serie wurde 2014 von der FIA als Bindeglied zwischen dem Kartsport und und den Formel-Meisterschaften eingeführt. Dort sollen junge Talente die Chance bekommen, sich für höhere Aufgaben vorzubereiten – so auch Rogivue. Für den Dietiker soll die Formel 4 nur eine Zwischenstufe sein.

Denn wie für jeden jungen Fahrer, ist auch für Rogivue die Formel 1 das ganz grosse Ziel. Der Dietiker ist sich aber bewusst, wie schwierig es ist, dorthin zu kommen: «Ich sehe es realistisch, in die Königsklasse schaffen es nur ganz wenige. Und in meinem Sport weiss man sowieso nie, was kommt.»

Im Lehrjahr vorne mitfahren

Man müsse jeweils das Saisonende abwarten und schauen, ob und welche Angebote vorliegen. «Vielleicht fahre ich nächstes Jahr auch in einer Tourenwagenmeisterschaft, da steht noch nichts fest.» Egal wo Rogivue einmal fahren wird, sein Traum bleibt der gleiche: «Ich will vom Sport leben können.»

Vorerst will der 18-Jährige aber in der Formel 4 erste Erfolge feiern – keine einfache Aufgabe. Er wird sich mit den talentiertesten Motorsportlern duellieren. «Es gibt mehrere Meisterschaften, wie beispielsweise die italienische oder französische. Doch die deutsche ADAC-Serie gilt als die Beste», erzählt Rogivue. Er freue sich riesig darauf, sich mit den anderen Fahrern zu messen.

Obwohl die kommende Saison, wie Rogivue sagt, erst ein «Lehrjahr» ist, will er trotzdem nicht einfach mitfahren, sondern die Rennen mitgestalten. «Mein Ziel ist es, konstant schnell zu fahren. Am Ende der Saison möchte ich mich mindestens unter den ersten zehn Klassieren – wenn nicht sogar in den Top 5.»

Viele Neuheiten auf der Strecke

Die ersten Testfahrten haben den Dietiker in dieser Hinsicht schon einmal positiv gestimmt, wenn auch noch Vieles neu war für ihn: «Im Vergleich zum Kartsport ist es völlig anders. Man muss viel sauberer fahren, die Linienwahl ist extrem wichtig. Sonst verliert man schnell einmal die Kontrolle.»

Zufrieden zeigt man sich auch vonseiten des neuformierten Teams der Swiss Motorsport Group (SMG), das auf diese Saison hin in die Formel 4 eingestiegen ist: «Nikolaj konnte sich bei den ersten Testfahrten bereits bestens in unser Team integrieren. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche und spannende Saison mit ihm», hält Teamchef Björn Jecker fest.

Die Saison besteht aus 24 Rennen, die sich über acht Wochenenden verteilen. Am Freitag steht jeweils das Qualifying an, samstags das erste Rennen und sonntags die beiden weiteren. Die Renndauer wird etwa eine halbe Stunde betragen und wie in der Formel 1 verteilen sich die Fahrer auf mehrere Teams.

Kaum Spielraum beim Auto

Etwas jedoch ist anders als in der Königsklasse: An den Fahrzeugen, wird kaum herumgetüftelt. Rogivue: «Wir fahren mit Serien-Autos, da ist fast alles genau reglementiert. Es fahren beispielsweise alle mit demselben Motoren-Typ, daran darf auch nichts verändert werden. Das Chassis hingegen wird je nach Team und Fahrer angepasst.»

Rogivue hingegen tüftelt neben der Strecke an Autos herum – oder besser gesagt an Karts. Bei seinem letztjährigen Team absolviert der Dietiker momentan eine dreijährige Lehre als Produktionsmechaniker. Damit wäre er für den Fall, dass es nicht für eine Profikarriere reichen sollte, abgesichert. Daran denkt Rogivue momentan aber nicht. Vorerst steht der Start seiner Rookie-Saison im Fokus.

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