Fussball

Dietikon geht unter – vierte Heimspiel-Niederlage in Folge

Unter Beobachtung: Die Dietiker Tim Neziri (Nummer 14) und Dino Duvnjak versuchen St. Gallens Andri Zimmermann, das Leder abzujagen. Bild: Ruedi Burkart

Unter Beobachtung: Die Dietiker Tim Neziri (Nummer 14) und Dino Duvnjak versuchen St. Gallens Andri Zimmermann, das Leder abzujagen. Bild: Ruedi Burkart

Die 1.-Liga-Fussballer kommen auch gegen St. Gallen II unter die Räder – das 1:4 war die vierte Niederlage im vierten Heimspiel.

Wieder chancenlos. Wieder keine Punkte auf der heimischen Dornau. Wieder kein Signal gegen aussen, dass es eben doch reichen könnte in dieser 1. Liga. Viermal durften die Dietiker Fussballer bislang auf eigenem Platz antreten, immer gingen sie nach gut 90 Minuten mit hängenden Köpfen vom Feld. «Gegen Wettswil boten wir eine wirklich schlechte Leistung», blickte FCD-Sportchef Christian Müller vor dem Ankick gegen den FC St. Gallen II am Samstag zurück auf die vorletzte Heimpartie – damals gab’s ein 0:4. Die Vorstellung gegen St. Gallens Reserven war immerhin um einen Hauch besser. Wieder gerieten die Limmattaler – erneut mit Calvin Heim im Tor – früh in Rückstand, nach 21 Minuten lautete das Score bereits 0:2 aus Sicht der Gastgeber.

Alles wie gehabt also? Nicht ganz. Angetrieben vom unermüdlichen Dauerläufer Florentino Da Silva zeigten die Limmattaler die eine oder andere gefällige Offensivaktion. Eine davon führte nach 26 Minuten zum Anschlusstreffer durch Lulzim Aliu, der einen Querpass von Da Silva nur noch einzuschieben brauchte. Kurz zuvor war es Jahoor Jalal gewesen, der eine Vorlage von Aliu nicht im Tor zu versenken vermochte. «Hey, unsere Mannschaft lebt», freute sich einer der wenigen Matchbesucher, «heute liegt etwas drin, ich spüre es.» Und es wäre tatsächlich beinahe noch besser gekommen, doch Aliu stand bei seinem vermeintlichen zweiten Treffer des Tages im Offside (36.).

Innert zehn Minuten war das Spiel gelaufen

Nach diesen offensiven Strohfeuern war wieder Schluss mit lustig. In der Folge übernahmen die Ostschweizer resolut das Kommando und erstickten allfällige Dietiker Hoffnungen rasch. Schon vor der Pause kreierten sie zwei vielversprechende Offensivaktionen, ohne allerdings zu reüssieren. Keine zehn Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da lagen die Gäste nach einem herrlich herausgespielten Tor und einem verwandelten Elfmeter mit 4:1 in Führung.

Jetzt war die Entscheidung gefallen, in der Folge schaukelten die St. Galler – verstärkt mit dem ghanaischen Nationalspieler Musah Nuhu aus der Super-League-Mannschaft – die drei Punkte problemlos nach Hause. Dass deren Mittelfeldspieler Michael Heule nach 80 Minuten wegen einer «Notbremse» die rote Karte sah und vorzeitig unter die Dusche musste, verkam zur Randnotiz. Wie auch das kurze Gespräch zwischen FCD-Trainer Paiva und Schiedsrichter Rogalla nach Patrick Sutters Treffer zum 3:1. Paiva sah eine Offsideposition des Torschützen, Rogalla erklärte dem Portugiesen kurz und bündig seine Sicht der Dinge.

Fünf Spiele, nur ein Punkt und eine Tordifferenz von 4:15. Die junge Dietiker Mannschaft isst auch in der neuen 1.-Liga-Saison hartes Brot. Und sie ist noch schlechter in die Meisterschaft gestartet als vor einem Jahr. Zum Vergleich: In der abgebrochenen Saison 2019/20 hatte man zum gleichen Zeitpunkt sechs Punkte auf dem Konto und zumindest die Gewissheit, dass man mit den Teams aus der unteren Tabellenhälfte mithalten konnte.

Doch noch ist nicht aller Tage Abend und die Saison lang. Macht Corona nicht einen Strich durch die Rechnung, stehen den Dietikern noch 21 Spiele bevor, um zu beweisen, dass sie den Ligaerhalt auch auf sportlichem Weg schaffen können. Wegweisend werden die nächsten Partien sein. Am kommenden Samstag geht’s ins Tessin zum FC Paradiso, eine Woche später peilt das Team gegen Gossau den ersten Punktgewinn auf heimischem Terrain an.

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