Auf der Weihermatt in Urdorf ist es - wie andernorts, wo kein durchgehendes Plexiglas exisitiert - üblich, dass der Bestrafte gefragt wird, ob er über die Bande springt, oder ob ihm jemand das Türchen öffnen soll.

Im ersten Fall verlässt keiner das Zeitnehmerhaus und überlässt das rechtzeitige Verlassen der Strafbank der Selbstverantwortung des Spielers. Im zweiten Fall kommt jemand aus dem Haus, zählt die Sekunden herunter und öffnet das Türchen, sobald die Strafzeit auf Null steht.

Im Auftaktmatch der 2.-Liga-Abstiegsrunde gegen Rapperswil-Jona kam es zweimal zur Situation, dass ein Spieler der St. Galler die Strafbank vorzeitig verliess: Didier Duttwyler nach 23:34 Minuten, also zwei Sekunden vor Ablauf der Strafe; Ramon Köfer nach 39:13 Minuten, also sechs Sekunden vor Ablauf der Strafe.

Beide Akteure wurden vom Schiedsrichterduo Bopp/Bertolo nach dem Aufmerksammachen seitens der Zeitnehmer regelkonform neuerlich für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt.

Die Rapperswiler legten nach dem ersten Mal einen Spielfeldprotest ein. Sie bestanden darauf, dass ein Offizieller des Gastgebervereins beim Bestraften sein muss, was danach auch der Fall war. Die Schiedsrichter attestierten den Urdorfer Zeitnehmern während und nach dem Match verbal ein korrektes Verhalten.

Wie nun bekannt wurde, trat der Verband trotzdem auf den Protest der Rapperswiler ein und verfügte ein Wiederholungsspiel, das wahrscheinlich auf den 7. März angesetzt wird. Die Urdorfer haben fünf Tage Zeit für eine Einsprache.

Grundlage für den Protest ist der Punkt 325 des internationalen Regelwerks. Dort steht: «Bei jeder Strafbank ist ein Strafbank-Betreuer einzusetzen.» Im Anhang sind die Pflichten dieses Betreuers aufgeführt:

1. Er gibt einem bestraften Spieler auf Anfrage genau Auskunft über die Dauer seiner restlichen Strafzeit
2. Er erlaubt, einem bestraften Spieler nach Verbüssung der Strafe, rechtzeitig auf das Spielfeld zurückzukehren
3. Er unterrichtet den Punktrichter, wenn ein Spieler die Strafbank vorzeitig verlässt, das heisst, bevor seine Strafe abgelaufen ist

Auslegungssache: Es ist nicht explizit beschrieben, wo sich dieser Betreuer aufhalten muss.

Im Urdorfer Lager hält man sich in den Stunden vor der Partie am Mittwoch gegen St. Gallen (20.10 Uhr, Weihermatt) bedeckt, wie man verfahren wird.