Sport

Krienser Jugend forscht und siegt

Der HC Kriens-Luzern schlägt Pfadi Winterthur im NLA-Spitzenkampf mit 27:25. Es ist der siebte Sieg im siebten Heimspiel.

«Schweizer Jugend forscht. Unterstützen Sie unsere Mannschaft!» Der Speaker in der Krienser Krauerhalle forderte das Publikum nach 45 Minuten auf, das Heimteam lautstark ­anzufeuern. Der weissrussische Topskorer Hleb Harbuz hatte nämlich soeben einen Schlag an den Hals kassiert und sollte nicht mehr aufs Spielfeld ­zurückkehren. Da auch Links­händer Jernej Papez und Spielmacher Tom Hofstetter weiterhin verletzt ausfallen, musste Kriens-Luzern den 21:19-Vorsprung mit einem ganz jugendlichen Rückraum über die Zeit retten: Und zwar mit Tim Rellstab, 18-jährig, Moritz Oertli, 18-jährig, und Tomas Piroch, 19-jährig. «Ui, dachte ich, das könnte schwierig werden», gestand Oertli später.

Am Ende feierten die Zuschauer ihre Mannschaft und sie stellten fest: «Ui, war das stark.» Die Winterthurer, die nach einer ­inferioren ersten Halbzeit mit 10:16 zurückgelegen hatten, vermochten ihre Aufholjagd ­lediglich bis zur 47. Minute und dem Skore von 21:22 fortzusetzen. Am Ende gewannen die Krienser mit 27:25, weil die Jugend im Krienser Rückraum eben nicht nur forschte, sondern auch handfeste Ergebnisse lieferte. «Wir spielten im Angriff so einfach wie möglich – immer mit der gleichen Auslösung und viel Zug aufs Tor», erklärte Oertli. Und Trainer Goran Perkovac hielt fest: «Wir spielten nicht überragend, aber sehr clever. Es macht mich stolz, wie wir die schwierige personelle Situation meistern. Das macht Spass.»

Neben dem furchtlosen Offensivauftritt der Kripienser Jungspunde war die stabile Deckung einmal mehr der Garant für den Erfolg. In der ersten Halbzeit ­gelang dem HCK sogar ein Gala-Auftritt. Der Gast aus Winterthur war in allen Belangen unterlegen, fand kein nachhaltiges Rezept gegen die Zentralschweizer Muskelkraft. Hinzu kam, dass Goalie Paul Bar gut aufgelegt war und früh seinen Teil zum Erfolg beitrug. Bis zur 27. Minute hatte der Gastgeber eine 15:8-Führung herausgespielt, «wir hätten zur Pause sogar mit acht, neun Toren führen können», stellte Perkovac fest.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Winterthurer dann aber eine Reaktion, profitierten von einem schläfrigen Start der Krienser und verkürzten innert 47 Sekunden von 16:10 auf 16:12. In der Folge entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, wie es zwischen dem Viert- und Zweitklassierten der Handball-NLA eigentlich von Beginn weg erwartet worden war. Kriens-Luzern verlor nun den Zugriff in der Abwehr, auch Bar baute vorübergehend ab. Und im Angriff waren die Bemühungen zu statisch. Als der bis dahin neunfache Torschütze Harbuz ausgewechselt werden musste, lag darum sogar die Wende in der Luft.

Winterthurer rätseln über krassen Formabfall

Dank einer kämpferischen und solidarischen Leistung liessen sich die Luzerner die Butter aber nicht mehr vom Brot nehmen, freuten sich in der Schlussphase über die furchtlosen Teenager im Angriff und die Rückkehr zur defensiven Stabilität. Im siebten Heimspiel realisierten sie damit den siebten Sieg und zogen punktemässig mit den Winterthurern gleich. «Das Publikum ist gut drauf, es hilft uns, das ist eben die Krauerhalle», schwärmte Moritz Oertli.

Dem Gast blieb derweil nur das Rätseln über die abhandengekommene Form. In Meisterschaft, Cup und Europacup ist Pfadi mittlerweile seit sechs Partien ohne Sieg. «Innert Kürze fielen wir vom absoluten Topniveau tief in den Keller, auch gegen Kriens herrschte irgendwie eine Leere. So etwas habe ich noch nie erlebt», sagte Pfadis Geschäftsführer Markus Jud.

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