Kommentar
Nach der Niederlage gegen Italien: Petkovic muss mit seiner Mannschaft Tacheles reden

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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Das Team von Nati-Trainer Vladimir Petkovic steht nach der krachenden Niederlage gegen Italien in der Kritik.

Das Team von Nati-Trainer Vladimir Petkovic steht nach der krachenden Niederlage gegen Italien in der Kritik.

Keystone

Die bisherigen Leistungen unserer Nati stimmen wenig zuversichtlich, und doch: Der Einzug in den Achtelfinal ist noch möglich, dafür reicht am Sonntag ein Sieg gegen die Türkei. Allein – der Glaube fehlt nach dem erbärmlichen Auftritt gegen Italien.

Auch wenn die Türken bisher mit ähnlich pomadigen Auftritten aufgefallen sind wie die Schweizer: Spielt die Nati so leidenschaftslos wie am Mittwoch in Rom, ist für sie die EM schon nach der Gruppenphase nur noch eine böse Erinnerung.

Es geht um mehr als nur ums Weiterkommen

Es geht jetzt um mehr als nur ums Weiterkommen. Es geht für die Nati darum, Goodwill zurückzugewinnen, ja die Ehre zu retten. Jede Mannschaft kann gegen Italien verlieren, keine Frage. Was nicht geht: Verlieren und dabei den Eindruck vermitteln, die Arbeit auf dem Platz sei weniger wichtig als jene an der Frisur.

Wenn passiert, was in Rom passiert ist, dann nervt das Einfliegen des Friseurs mehr, als es eh schon tut. Dann wirkt die Bolideshow unserer Spieler noch dekadenter. Und ja: Dann hat man auch weniger Verständnis dafür, wenn einzelne Spieler bei der Nationalhymne bloss betreten zu Boden schauen.

Was tun? Statt eines Coiffeurs einen Gesangslehrer nach Baku einfliegen zu lassen, bringt wohl nichts. Gefordert ist nun der Trainer. Vladimir Petkovic darf nicht mehr jede infantile Aktion seiner Spieler verteidigen. Jetzt muss er Tacheles reden, ein Zeichen setzen. Mit einer neuen Aufstellung. Denn es braucht jetzt Spieler mit einer anderen Einstellung.