Dass YB zum ersten Mal seit 1960 zwei Meistertitel in Folge holt, steht seit geraumer Zeit ausser Frage. Offen ist noch der Zeitpunkt, an dem der Berner Doppeltriumph rechnerisch besiegelt ist und die Meisterfeier steigen kann. Diesbezüglich müssen sich die Berner trotz 18 Punkten Vorsprung noch gedulden. Theoretisch kann der FC Basel aus seinen neun verbleibenden Spielen noch 27 Punkte holen.

Vorderhand steht am Sonntag für YB das vierte Duell der Saison mit dem FC Thun auf dem Programm. Es ist ein ungleich weniger brisantes Derby als jenes in Zürich am Vortag. Trotz zuletzt sechs Spielen ohne Sieg tritt Thun im Stade de Suisse nach wie vor als Tabellendritter an. Ohne die verletzten Leistungsträger Dennis Hediger und Matteo Tosetti, der am Montag wieder ins Training einsteigen wird, kann sich die Überraschungsmannschaft der Saison eine weitere Niederlage erlauben, ohne seine günstige Position einzubüssen.

In Basel will der FCB währenddessen gegen Lugano seine seit dem 2. Dezember anhaltende Ungeschlagenheit wahren. Er will dabei primär effizienter auftreten als zuletzt beim Sieg beim FCZ, als er 22 Schüsse für seine zwei Tore benötigte. Der FCB muss dabei unter anderem auf den angeschlagenen Valentin Stocker verzichten und bekommt es mit erstarkten Tessinern zu tun. Die Mannschaft von Fabio Celestini ist seit der Winterpause auswärts ungeschlagen und holte in neun Spielen 13 Punkte. Nur Basel, YB und Sion schnitten besser ab.

Im dritten Spiel des Tages empfängt Sion den FC Luzern mit breiter Brust. Die Walliser können - den in der offiziellen Tabelle noch nicht verbuchten Forfaitsieg gegen GC mitgerechnet - erstmals unter Murat Yakin vier Spiele in Folge gewinnen und den FCL damit überholen. Nach seinem dummen Platzverweis gegen Thun kann Quentin Maceiras nicht mittun. Xavier Kouassi, dem wegen eines von den Schiedsrichtern nicht gesehenen Kopfstosses gegen Thuns Dejan Sorgic ebenfalls eine Sperre droht, ist hingegen dabei.

Luzern seinerseits ist nach der Absage des Donnerstagsspiels gegen YB ausgeruht. Vor einer Woche bezogen die Zentralschweizer beim 0:1 gegen Basel ihre erste Niederlage unter Trainer Thomas Häberli.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Young Boys - Thun (1:1, 3:2, 4:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR San. - Absenzen: Mbabu (gesperrt) und Sulejmani (verletzt); Hediger und Tosetti (beide verletzt). - Statistik: Letzte Saison war Thun die Mannschaft mit einer positiven Bilanz gegen die Young Boys. In dieser Saison war auch für den Tabellendritten nur ein Punkt zu holen in den Duellen mit dem Meister. Das 4:0 und das 3:1 von Ende 2017 blieben die einzigen Siege in den letzten fünf Jahren gegen den grossen Nachbarn. Mit Guillaume Hoarau (16 Tore) und Dejan Sorgic (15) duellieren sich die ersten Anwärter auf den Titel als Torschützenkönig.

Basel - Lugano (1:1, 3:2, 2:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schnyder. - Absenzen: Bua (rekonvaleszent), Stocker (leicht angeschlagen) und Riveros (krank); Macek (verletzt). - Fraglich: -; Carlinhos und Daprelà. - Statistik: Seit dem 2. Dezember und dem 1:3 gegen YB ist Basel ungeschlagen. In dieser Zeitspanne hielt sich auch Lugano mit zwei Niederlagen beachtlich. Gegen den FCB gewannen die Tessiner indes seit dem Wiederaufstieg nur eines von 15 Duellen.

Sion - Luzern (3:1, 2:0, 3:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Tschudi. - Absenzen: Maceiras (gesperrt), Carlitos, Djitté, Maisonnial, Mitrjuschkin und Raphael (alle verletzt); Knezevic und Schmid (beide verletzt). - Fraglich: -; Ugrinic. - Statistik: Mit Siegen gegen die beiden Zürcher Klubs und Thun hat Sion den Anschluss an die Europacup-Ränge geschafft. Gewinnen die Walliser am Sonntag auch die vierte Direktbegegnung mit Luzern, sind sie definitiv zurück im Kampf ums internationale Geschäft. Nach Verlustpunkten sie dann vor Luzern die Nummer 4. Murat Yakin kann zum ersten Mal mit Sion vier Spiele in Folge gewinnen.