Kampala, Uganda: Hinter Gittern

Auch Verbrecher spielen Fussball. Zumindest in einem Gefängnis in Uganda. In einem Vorort der Hauptstadt Kampala sind 3500 Häftlinge untergebracht. Unter ihnen sind Mörder, Vergewaltiger und Drogenbarone. Auch wenn die Insassen die Freiheit verloren haben – die Leidenschaft für Fussball macht vor den Mauern und dem Stacheldraht keinen Halt. Gespielt wird elf gegen elf, die Mannschaften tragen Namen von europäischen Spitzenklubs. Am beliebtesten sind jene aus der englischen Premier League.

Eine Equipe besteht aus 16 bis 25 Häftlingen, dazu kommt je ein Trainer, Sekretär und Finanzverwalter. Letzter wird benötigt, da andere Gefangene ihre Lieblingsmannschaften finanziell unterstützen können. Mit den Spenden werden Trikots, Schuhe und Essen bezahlt. Die Spiele sind Höhepunkt im tristen Alltag, bis zu 1500 Häftlinge verfolgen die Partien auf dem hauseigenen Platz. Die Sieger erhalten Preise, die im Gefängnisalltag Gold wert sind: Zahnbürsten, Seife, Kleidung – und der Meister bekommt eine Ziege. Sie gibt entweder Milch oder wird zum Festmahl. Beides sind im Gefängnis Raritäten.

Vatikan, Italien: Der Fussballgott schaut zu

Wenn es den Papst nach Fussball dünkt, muss er nur vor die Tür gehen, denn auch der Vatikan hat eine Liga. 16 Teams spielen seit 2007 zwischen März und Mai um den Clericus Cup. Bei den teilnehmenden Mannschaften handelt es sich beispielsweise um Ordensniederlassungen oder Teams bestehend aus Absolventen des Priesterseminars. Über 50 Nationalitäten sind vertreten.

Auch die Schweizergarde stellte in den Anfangszeiten der Liga ein Team. Gespielt wird auf dem Campo Cardinale Spellmann, der rund einen Kilometer von der Peterskirche entfernt liegt und nach dem langjährigen Erzbischof von New York benannt ist.

Auch der Vatikan kennt Fussball: 16 Teams spielen seit 2007 zwischen März und Mai um den Clericus Cup.

  

Gespielt wird mit elf Spielern, eine Halbzeit dauert 30 Minuten, und es sind fünf Auswechslungen erlaubt. Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, kommt es zum Penaltyschiessen. Wie bei einer Liga mit religiösem Hintergrund zu erwarten, gibt es ein spezielles Regelwerk: So wird vor dem Anpfiff auf dem Platz gebetet. Fluchen ist verboten und wird mit einer blauen Karte bestraft, die eine Zeitstrafe zur Folge hat.

Meistens geht es friedlich zu und her. Doch in der zweiten Austragung fluchte ein Absolvent des Priesterseminars nach einem Platzverweis so lange, bis sein Team wegen Gotteslästerung ausgeschlossen wurde.

Scilly-Inseln, England: 18 Mal gegen die Gleichen

Die Scilly-Inseln sind eine Ansammlung aus über 140 Inseln, die rund 50 Kilometer vor der Südwestküste Englands liegen. Sie sind Heimat der kleinsten Fussballliga der Welt. Die Woolpack Wanderers und die Garrison Gunners sind die einzigen Teilnehmer. In 18 Partien machen sie den Meistertitel unter sich aus. Anpfiff ist jeden Sonntag um 10.30 Uhr auf der Hauptinsel St. Mary’s, die Heimat von 1700 Menschen ist.

Nicht immer schaffen es die berufstätigen Spieler, den sonntäglichen Pflichttermin wahrzunehmen. Oft wird darum spontan neun gegen neun gespielt oder ein Spieler kurzfristig transferiert, damit der Gegner ebenfalls elf Mann auf den Platz bringt.

Die kleinste Fussballliga der Welt: Die Woolpack Wanderers und die Garrison Gunners sind die einzigen Teilnehmer und machen in 18 Partien den Meistertitel unter sich aus.

  

Neben der Meisterschaft gibt es zwei Cupwettbewerbe sowie den Boxing Day, den zweiten Weihnachtsfeiertag, an dem es zu einem Kräftemessen zwischen Alt und Jung kommt. Speziell ist auch die Zusammensetzung der Teams: Vor dem ersten Spiel treffen sich alle Akteure in einem Pub. Zuerst werden zwei Captains gewählt, dann wird eine Münze geworfen.

Der glückliche Gewinner hat das Recht, sich zuerst einen Spieler auszusuchen. Abwechselnd stellen die beiden Captains Schritt für Schritt ihre Mannschaft zusammen – alles ein bisschen so wie früher in der Schule.