WM-Qualifikation
Selbstkritische Schweizer: Das sagen die Nati-Spieler zur 0:2-Niederlage gegen Portugal

Trotz der ernüchternden 0:2-Niederlage in Portugal sehen die Verlierer den Playoffspielen im November mit ungebrochener Zuversicht entgegen.

Markus Brütsch, Lissabon
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Das war wohl nix: Ein verzweifelter Stephan Lichtsteiner nach der Niederlage gegen Portugal.

Das war wohl nix: Ein verzweifelter Stephan Lichtsteiner nach der Niederlage gegen Portugal.

Keystone

Natürlich hatten die Schweizer alles andere als fröhliche Gesichter, als sie eine Stunde nach dem Abpfiff den obligatorischen Weg durch die Mixed Zone abschritten. Wenig gesprächig war Stürmer Haris Seferovic, der eilig an den wartenden Journalisten vorbeiging, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Er dürfte sich heute den einen oder anderen Spruch anhören müssen, wenn er im Training von Benfica Lissabon erscheint.

Jene Schweizer aber, die sprachen, und das waren sonst eigentlich alle, gaben sich sehr selbstkritisch und beschönigten nichts. Einzig Johan Djourou, der schon früh im Spiel von André Silva brutal niedergestreckt worden war, sagte: „Verletzt bin ich zwar zum Glück nicht, aber das hätte für den Portugiesen eine rote Karte geben müssen, ganz eindeutig.“

Die Bilder vom WM-Qualispiel Schweiz gegen Portugal:

Die Schweiz war chancenlos und verliert gegen Portugal 0:2.
13 Bilder
Schwez - Portugal, 10.10.2017
Portugals Andre Silva im Kampf um den Ball gegen Granit Xhak.
Enttäuschte Gesichter bei den Schweizern nach dem Tor für Portugal.
Johan Djourou beim unglücklichen 1:0 Eigentor.
Fabian Schär kann nur zuschauen – Portugals Cristiano Ronaldo am Ball.
Seferovic im Kampf um den Ball gegen Portugal's Jose Fonte.
Die Schweizer Startelf im Spiel gegen Portugal.
Die Nati beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Portugal.
Yann Sommer beim Aufwärmen.
Hopp Schwiiz.

Die Schweiz war chancenlos und verliert gegen Portugal 0:2.

Keystone

Die Schweizer suchten nach dem 0:2 in Portugal keine Ausreden. Alle anerkannten, dass der Gegner an diesem Abend besser gewesen war. Geburtstagskind Xherdan Shaqiri (26) sagte: „Natürlich hätte ich mir einen schöneren Geburtstag gewünscht. Wir haben heute nicht unser Niveau erreicht. Warum, weiss ich nicht. Wir müssen das jetzt analysieren. Von der ganzen Mannschaft war das etwas zu wenig in der Offensive. Es lag aber nicht daran, dass der Mut gefehlt hat. Klar sind wir enttäuscht, aber Portugal war besser und hat den Sieg verdient. Es hat gezeigt, dass es nicht viele Chancen braucht, um ein Tor zu schiessen. Jetzt müssen wir uns eben über die Playoffs für die WM qualifizieren. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können. Auch wenn wir uns bewusst sein müssen, dass in zwei Spielen immer viel passieren kann. Doch wir haben allen Grund, positiv in die Zukunft zu blicken. Wir haben, auch wenn es am Ende nicht ganz für die direkte WM-Qualifikation gereicht hat, eine grossartige Kampagne gespielt.“

Fabian Schär sagte: „Die Ernüchterung ist schon sehr gross. Heute haben wir nicht mehr verdient als diese Niederlage. Bis zum ersten Gegentor hatten wir den Gegner gut im Griff. Das Tor war dann sehr unglücklich, zu einem ganz schlechten Zeitpunkt so kurz vor der Pause auch. Es wurde schwierig in der zweiten Halbzeit, wir kamen zu keinen Torchancen, was atypisch ist, kommen wir doch sonst immer zu unseren Möglichkeiten. Jetzt müssen wir halt den Weg über die Playoffs nehmen. Verdient haben wir die Qualifikation mit 27 Punkten in den Gruppenspielen auf jeden Fall.“

Granit Xhaka sagte: „In der ersten Halbzeit hatte Portugal keinen Zugriff aufs Spiel, auch keine Torchance. Dass es das Spiel machte, war ja zu erwarten gewesen. Wir sind sehr enttäuscht, dass 27 Punkte nicht für die direkte Qualifikation gereicht haben. Aber wir sind noch im Rennen, spielen gegen Schweden, Irland, Nordirland oder Griechenland die Playoffs, wobei die Schweden meiner Meinung nach der stärkste Gegner wären. Aber wir freuen uns auf diese Spiele, wir müssen positiv bleiben. Wir haben Qualität, die wir heute leider nicht gezeigt haben. Wir können aus diesem Spiel wieder einiges lernen.“