Ein erstes Ziel hat Martina Voss-Tecklenburg mit dem deutschen Team damit erreicht. Unter die letzten acht wollte sie mit der jungen Truppe kommen. "Wir haben eine relativ unerfahrene Mannschaft und stehen noch lange nicht am Ende der Entwicklung", hatte sie schon vor der WM gesagt.

Wie stark die Deutschen schon bei der WM 2019 sind, ist schwierig abzuschätzen. Zwar hat das Team bisher alle vier Spiele gewonnen und noch kein Tor kassiert, doch richtig gefordert wurde Deutschland auch von Nigeria nicht.

Die Afrikameisterinnen hielten in der Startphase und über weite Strecken nach der Pause zwar gut mit, waren aber nicht in der Lage, die Deutschen nachhaltig in Bedrängnis zu bringen. Nach dem Doppelschlag durch Captain Alexandra Popp und Sarah Däbritz war das Spiel nach 27 Minuten im Prinzip entschieden.

Bei beiden Treffern hatte die Schiedsrichterin die Videobilder konsultiert. Beim 1:0 nach einem Corner gab es eine fragwürdige Abseitsstellung (passives Offside) einer Deutschen, das 2:0 fiel mittels umstrittenem Foulpenalty.

Für Voss-Tecklenburg ist dieser Vorstoss in die Viertelfinals eine Premiere: Sie hatte noch nie als Trainerin bei einem grossen Turnier ein K.o.-Spiel gewonnen. Mit der Schweiz war sie an der WM 2015 im Achtelfinal an Kanada gescheitert, zwei Jahre später schied sie mit den Schweizerinnen an der EM in der Vorrunde aus.

Zwei Jahre nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der Vorrunde der EM ohne jeglichen Punktgewinn qualifizierte sich Norwegen erstmals seit 2007 und dem 4. Platz in China wieder für die WM-Viertelfinals. Die Nordeuropäerinnen setzten sich gegen das hochdotierte Australien im Penaltyschiessen durch, nachdem die Partie nach 120 Minuten 1:1 gestanden hatte.

In der finalen Kurz-Entscheidung trafen alle vier Norwegerinnen, während die ersten zwei Australierinnen scheiterten. Das Team aus Down Under verpasste damit den vierten Viertelfinal-Einzug in Folge.