Spanien

Lionel Messi bringt Barcelona in Aufruhr

Lionel Messi will den FC Barcelona verlassen und stürzt damit den Klub weiter in die Krise

Lionel Messi will den FC Barcelona verlassen und stürzt damit den Klub weiter in die Krise

Nach der Ankündigung von Lionel Messi, den FC Barcelona verlassen zu wollen, ist der Klub in Aufruhr. Etliche Fans der Katalanen ziehen am Dienstagabend vor das Stadion Camp Nou, um zu protestieren.

Der Schuldige am Desaster in dieser titellosen Saison, die nun im Verlust von Messi münden könnte, steht für viele Anhänger in Barcelona fest: Präsident Josep Bartomeu, dessen Rücktritt vor dem Camp Nou lauthals gefordert wurde. Gut möglich, dass er sich bald einem Misstrauensantrag stellen muss.

Messis Verhältnis zu Bartomeu gilt seit Monaten als gestört. In der Corona-Krise hatte es wegen Gehaltskürzungen Streit zwischen den Stars und dem Klubchef gegeben. Messi hatte das Vorgehen des Vereins öffentlich kritisiert, fühlte sich und seine Mitspieler als Sündenböcke. "Verdorbenes Ende einer Ära", schrieb die Zeitung "El Mundo" am Mittwoch.

Und Messi? Noch hat sich der sechsmalige Weltfussballer, der mit Barcelona so viele Titel gewonnen hat, nicht persönlich geäussert. Dass er mittels Fax-Nachricht die Absicht zum Abschied geäussert hat, bestätigte der FC Barcelona selbst. Spekuliert wird, dass Messi auf diese Weise auch den Rücktritt von Bartomeu erzwingen will.

Ein anderer Grund für seinen angekündigten Abschied könnte der neue Trainer Ronald Koeman sein. Nach seinem Amtsantritt soll der Niederländer im Gespräch mit dem argentinischen Superstar dessen Sonderstellung infrage gestellt haben, berichtete etwa das argentinische Online-Portal "Diario Olé". Die aktuelle Mannschaft gilt als satt und teils überaltert, also nicht mehr schnell und bissig genug für die Anforderungen des modernen Pressing.

Der 33-jährige Messi will laut Medienberichten eine Klausel in seinem Vertrag ziehen, durch die er am Ende jeder Saison einseitig kündigen könne. Ein juristisches Hickhack droht, denn es gibt ein Problem: Die Frist zur Aktivierung der Klausel ist aus Sicht des Vereins für die vergangene Saison bereits im Juni abgelaufen, schrieben "Mundo Deportivo" und auch andere Medien. Messi sei der Ansicht, die Frist müsse verlängert werden, weil auch die Saison wegen der Corona-Zwangspause länger als geplant lief.

Falls der Club auf seinem Standpunkt beharrt, müssten Interessenten tief in die Tasche greifen: die festgelegte Ablösesumme beträgt 700 Millionen Euro. Ob diese von den angeblich interessierten europäischen Top-Klubs wie Manchester City, Juventus Turin, Paris Saint-Germain, Manchester United oder Inter Mailand bezahlt werden kann, ist fraglich.

Laut ESPN soll es in der vergangenen Woche ein Telefonat zwischen City-Trainer Pep Guardiola und Messi gegeben haben. Beide kennen sich aus der erfolgreichen Zeit mit dem FC Barcelona und schätzen sich sehr. Dem Bericht zufolge halte man es in Manchester für möglich, Messi zu finanzieren.

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