Challenge League

Kriens-Trainer Bruno Berner: «Meine Frau hat sich die Prämie geschnappt»

Kriens-Trainer Bruno Berner (rechts) hat vorläufig keine Ferien (links Goalie Osigwe, Mitte Stürmer Tadic).Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 18. Juni 2019)

Kriens-Trainer Bruno Berner (rechts) hat vorläufig keine Ferien (links Goalie Osigwe, Mitte Stürmer Tadic).Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 18. Juni 2019)

Der SC Kriens beginnt die Saison morgen (16.00, Kleinfeld) gegen Vaduz. Das Interview mit SCK-Trainer Bruno Berner.

Rapperswil-Jona hat es im zweiten Jahr nach dem Aufstieg erwischt, die Ostschweizer mussten wieder runter. Jetzt wartet dieses verflixte zweite Jahr in der Challenge League auf Kriens. Wie würden Sie den SC Kriens Ausgabe 2019/20 beschreiben?

Bruno Berner: Wir starten mit einem steigerungsfähigen, vorwärtsdenkenden Team in die Saison.

Steigerungsfähig? Hat denn im Vergleich zur letzten Saison noch keine Steigerung stattgefunden?

Im Vergleich zur Vorbereitungsphase vor einem Jahr schon.

Sie hüten sich offenbar zu sagen, dass der SCK besser ist als vor einem Jahr.

Ja, das sage ich sicher nicht. Die anderen Clubs haben sich auch verstärkt.

Und deshalb geht es für Kriens wieder um dasselbe: den Abstieg zu verhindern.

Der Ligaerhalt wird den 
SC Kriens ein paar weitere Jahre beschäftigen. Falls der Klassenerhalt jeweils gelingt. Soll sich der SC Kriens in der zweithöchsten Liga etablieren oder jedes Jahr einen Überlebenskampf austragen? Diese Fragen müssen Sie der Vereinsleitung stellen. Für diese Saison gilt jedenfalls: Der Aufstiegsbonus ist weg, wir backen nicht grössere Brötchen. Aber wir müssen 
uns bestätigen und wollen uns steigern.

Sie selber steigen in das dritte Jahr als Kriens-Trainer. Sie verlangen und leben in einem Halbprofi-Club Professionalität pur. Ist der SCK nicht zu klein, irgendwie zum SC Klein für Sie geworden?

Im Gegenteil. Ich denke nicht an morgen, sondern an heute, und mein aktuelles Ziel ist es, diese Mannschaft weiterzubringen. Ich bin Teil der Top-20-Trainer in der Schweiz – ich schätze das sehr, dass Kriens mir diese Gelegenheit gibt.

Der SCK scheint sich für die neue Saison gut verstärkt zu haben. Können Sie, angefangen mit dem Königstransfer Kukeli, die Zuzüge im Detail beschreiben?

Für mich gibt es keine Königstransfers. Burim Kukeli ist ein Leader, der Routine, Ruhe und Erfahrung sowie einen ausgeprägten Spielwitz in die Mittelfeldachse bringt. Immerhin hat er vor drei Jahren noch mit Albanien an der EM gespielt. Kukeli war lange verletzt, die Chal­lenge League ist eine intensive Liga – kann er abrufen, was wir von ihm erwarten? Die Testspiele sagen: Ja.

Igor Tadic hat einst viele Tore für Kriens erzielt. Kann er den Abgang von Stürmer Saleh Chihadeh kompen­sieren, kann er 10 Tore erzielen?

Chihadeh, ein Stürmer, der in die Tiefe Richtung gegnerische Zone rennt, haben wir noch nicht ersetzt. Tadic wirkt sehr motiviert. Er ist wieder ins Berufsleben eingestiegen und möchte gleichzeitig auf hohem Niveau Fussball spielen – das kann ihm der SC Kriens bieten. Wir sind froh, dass wir ihn in unserer Sturmreihe haben.

Je ein Satz zu den übrigen Transfers, bitte.

Stürmer Rrezart Hoxha ist hungrig, willig, hat uns mit seinem ausgeprägten Torinstinkt überzeugt. Asumah Abubakar ist wendig, agil, technisch begabt, dribbelstark, kann in der Offensive am Flügel oder in der Mitte spielen. Enes Yesilçayir kann variabel auf sämtlichen Mittelfeldpositionen spielen und bringt Robustheit aus der zweiten Mittelfeldreihe. Elia Alessandrini ist mit 1,80 m nicht der grösste Verteidiger, ist aber sehr zweikampfstark und ein richtiger Aggressivleader.

Nico Siegrist, der beste Krienser Torschütze, fiel kurz vor Ende der vergangenen Saison mit einer Bänderverletzung im Fuss aus. Wie steht es um seine Genesung?

Siegrist läuft beschwerdefrei, wird jetzt via Rehabilitation sorgfältig an die Mannschaft ­herangeführt. Zu einem Einsatz beim Saisonstart wird es für ihn noch nicht reichen. Er hat eine komplette Vorbereitungszeit mit der Mannschaft verpasst und muss zuerst wieder fit werden.

Wer fehlt beim Auftaktspiel gegen den FC Vaduz neben Siegrist sonst noch?

Ausser Daniel Fanger, der mit einem Kreuzbandriss bis Frühling 2020 ausfällt, sind alle ­parat.

Wer übernimmt von Fanger die Captainbinde?

Burim Kukeli wird Captain sein. Sein Stellvertreter ist Jan Elvedi, dessen Stellvertreter ist Marco Wiget.

Was muss man über den Krienser Startgegner Vaduz wissen?

Vaduz hat bereits Qualifikationsspiele für die Europa League hinter sich. Nach einem 0:0 auswärts und einem 2:1 daheim gegen die Isländer von Breidablik steht der FC Vaduz in der nächsten Runde. Ich erwarte also einen Gegner, der schon einen höheren Rhythmus vorweisen kann.

Sie haben vergangene Saison erzählt, dass Sie bei erfülltem Ligaerhalt eine kleine Nichtabstiegsprämie vom SCK erhalten, mit der Sie dann ein paar Tage Ferien finanzieren würden. Wo waren Sie?

Ich hatte seit Saisonende keine Zeit für Ferien. Erst wieder an Weihnachten. Aber meine Frau hat sich die Prämie geschnappt und ist mit den beiden Kindern für zehn Tage in ihre Heimat in der Türkei gereist.

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