Super League
Hütter-Nachfolger gefunden: Gerardo Seoane wird neuer Trainer der Young Boys

Die Young Boys haben einen neuen Trainer verpflichtet. Der Meister verpflichtete als Nachfolger von Adi Hütter Luzerns Trainer Gerardo Seoane. Er erhält einen Vertrag über drei Jahre.

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Gerardo Seoane hat Luzern vom Abstiegskampf weggeführt

Gerardo Seoane hat Luzern vom Abstiegskampf weggeführt

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Der neue Trainer von Meister YB heisst Gerardo Seoane. Der 39-jährige Ur-Luzerner mit spanischen Wurzeln verlässt seinen FC Luzern, bei dem er ab Januar hervorragende Arbeit geleistet hat. Er bekommt in Bern einen Vertrag über drei Saisons.

Seoane hat in diesem Frühling als Neuling in der Gilde der Super-League-Trainer eingeschlagen. Wer Luzern vom 9. Platz und aus der akuten Abstiegsgefahr auf den 3. Platz und in die Qualifikation zur Europa League führt, hat ohne Wenn und Aber erstklassige Arbeit verrichtet. Seoanes Erfolg widerspiegelt sich in den Zahlen. Aus den 17 Spielen unter seiner Leitung holte der FCL 34 Punkte. Nur die Young Boys waren in dieser Zeit mit 44 Punkten erfolgreicher, während Basel es auf 31 Punkte brachte.

Als über die Nachfolge des Meistertrainers Adi Hütter spekuliert wurde, fielen viele Namen. René Weiler, Murat Yakin, Marcel Koller, zuletzt Pierluigi Tami. Auch eine Beförderung des früheren YB-Spielers und heutigen U21-Trainers Joël Magnin stand zur Debatte.

Aber nie fiel der Name Gerardo Seoane. Das erstaunt nicht, denn Seoane sass am Ende der Saison in der Innerschweiz fester im Sattel als die meisten seiner Vorgänger. Die Tätigkeit im FCL in der neuen Saison mit einer möglichen Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League weiterzuführen wäre ein mehr als logischer Schritt gewesen. Seoane hatte in kurzer Zeit sehr viel aus der Mannschaft gemacht, deren Kader er nach der Ablösung von Markus Babbel während der Winterpause kaum noch hatte verändern oder ergänzen können. In Bern scheint man Seoanes Arbeit sehr wohl registriert zu haben.

Aus heutiger Sicht hätte Christoph Spycher, der mit dem Beginn seiner Tätigkeit als Sportchef den Erfolg ins Stade de Suisse brachte, wohl keinen besseren neuen Cheftrainer engagieren können. Spycher sagt: "Seoane passt hervorragend zu uns, weil er eine spannende Persönlichkeit ist, eine offensive Spielphilosophie hat und die Mannschaft und die einzelnen Spieler unbedingt vorwärts bringen will." Und: "Gerardo Seoane hat uns bei den ausführlichen Gesprächen extrem überzeugt. Und als Sprachtalent wird er sofort einen engen Zugang zu allen Spielern finden."

In gewisser Hinsicht sind sich Adi Hütter und Gerardo Seoane ähnlich. Beide sind in ihrer täglichen Arbeit unaufgeregt. Die Amplitude der Gefühle, die sie zeigen, ist nicht hoch. Weder überborden sie nach einem schönen Sieg, noch lassen sie nach Niederlagen die Köpfe hängen. Und nach offensichtlichen schlechten Leistungen einzelner Spieler stellen sie niemanden an den Pranger. Die Spielidee mit einer offensiven Grundausrichtung ist den beiden ebenfalls gemein.

Seoane spielte ab 1995 beim Stammklub Luzern, danach bei Sion, Deportivo La Coruña, Bellinzona, Aarau und den Grasshoppers, von denen er 2017 für seine letzten drei Saisons als Mittelfeldspieler zu Luzern zurückkehrte. Als Trainer durchlief er beim FCL ab 2011 alle Nachwuchs-Sektionen. Vor der Ernennung als Chefcoach im Januar trainierte er die U21.