Strafverfahren

Fifa verteidigt Gianni Infantino: Spitzenfunktionär schliesst Komplott nicht aus

Die Schweizer Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino.

Der Weltfussballverband (Fifa) hat auf das Strafverfahren gegen seinen Vorsitzenden Gianni Infantino wegen möglicher Anstiftung zum Amtsmissbrauch reagiert. Die Fifa stellt sich hinter ihren Präsidenten.

(dpa/sku) Mit der Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den Präsidenten des Weltfussballverbands, Gianni Infantino, geht der Fifa-Skandal in eine neue Runde. Der Vorwurf lautet unter anderem auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch. Hintergrund sind drei Treffen mit dem schon länger in Kritik geratenen Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber. Lauber reichte infolge des Skandals vergangene Woche seinen Rücktritt ein.

Nun stellt sich am Montag der Weltfussballverband hinter seinen Funktionär und erneuert seine Kritik an der Schweizer Justiz. Der stellvertretende Fifa-Generalsekretär Alasdair Bell wollte an einer Video-Pressekonferenz nicht ausschliessen, dass die Vorwürfe gegen Infantino auf einem Komplott in Fussball-Funktionärskreisen beruhen. «Es sind merkwürdige Sachen passiert», sagte der Jurist und deutete – ohne konkrete Dinge zu nennen – an: «Man hat Freunde, man hat Rivalen.» Ein Sturz Infantinos könne im Interesse mancher Personen sein.

Verfahren gegen Infantino, Arnold – und Lauber?

Alasdair Bell betonte erneut, dass sich der Walliser Gianni Infantino keines Vergehens schuldig gemacht habe. Die Treffen mit Lauber hätten einem Informationsaustausch gedient. Das sieht der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, Stefan Keller, anders und hat letzte Woche ein Strafverfahren gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino und den Walliser Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold eröffne. Zudem beantragt Keller die Aufhebung der Immunität von Michael Lauber.

Ob die Fifa als Konsequenz des Strafverfahrens ihren Hauptsitz aus der Schweiz abziehen könne, beantwortete Alasdair Bell am Montag nicht konkret. «Es ist nicht sehr ermutigend», sagte er lediglich.

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