Fussball
Er passt nicht ins Konzept: Darum trennen sich der FC Basel und Dimitri Oberlin

Der FC Basel und sein Offensivspieler Dimitri Oberlin haben sich einvernehmlich dazu entschieden, ihren Vertrag per Ende Dezember aufzulösen und künftig getrennte Wege zu gehen. Damit endet ein grosses Missverständnis.

Jakob Weber
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Dimitri Oberlin steht ab sofort nicht mehr in Basel unter Vertag. (Archivbild)

Dimitri Oberlin steht ab sofort nicht mehr in Basel unter Vertag. (Archivbild)

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die letzte Szene von Dimitri Oberlin im FCB-Trikot ist sinnbildlich. In der Europa League Quali gegen Anorthosis Famagusta wird der 23-Jährige Stürmer in der Schlussphase eingewechselt. Es läuft die Nachspielzeit, als er im Zentrum völlig freistehend den Ball bekommt. Doch statt ihn ins grösstenteils verwaiste Tor zu schieben, verstolpert er den Abschluss und der Ball kullert vorbei. Oberlin hat den Ball nicht richtig getroffen, seine Kollegen verwerfen die Arme.

Seit diesem Missgeschick war Oberlin nicht mehr im FCB-Kader. Diesen Samstag teilte der Verein dann mit, dass er und sein Offensivspieler entschieden hätten, den eigentlich noch bis 2022 laufenden Vertrag per Ende Dezember aufzulösen. Oberlin wird im Communiqué mit folgenden Worten zitiert: «Ich habe in Basel Höhen und Tiefen erlebt und möchte die Chance nun nutzen, bei einem neuen Verein regelmässig zu spielen und Freude am Fussball zu haben.» Freude hatte er in Basel, wo er seit 2017 in 66 Spielen – mit durchschnittlich nur 37 Minuten Einsatzzeit pro Spiel – elf Treffer erzielte, nicht mehr.

FCB-Trainer Ciriaco Sforza erklärte bereits vor zwei Wochen im bz-Interview, dass es bei der Oberlin-Nichtberücksichtigung ums Konzept gehe. «Ich habe mich für gewisse Prioritäten entschieden und auf die werde ich konsequent setzen», sagte er. Oberlin und auch Leidenskollege Aldo Kalulu seien zwar nicht schlechter als Julian von Moos oder Afimico Pululu, aber sie passen eben nicht ins Konzept. Das sieht vor, junge eigene Spieler zu forcieren.

Eigentlich wollte er in Basel bleiben

Noch im vergangenen Sommer sagte Oberlin, dass er gelernt habe und sich jetzt in Basel durchsetzen wolle. Doch aus diesem Vorhaben wurde nichts. Nachdem in der vergangenen Transferperiode kein Abnehmer gefunden wurde, geht Oberlin jetzt ablösefrei. Damit endet eines der grössten Missverständnisse der jüngsten FCB-Transferhistorie.

Nach seiner ansprechenden Debüt-Saison als Leihspieler inklusive dem unvergessenen Super-Sprint mit anschliessendem Tor in der Champions League gegen Benfica Lissabon zog der FCB im Mai 2018 die Kaufoption für rund fünf Millionen Franken. Präsident Bernhard Burgener verkündete im Boulevard, in Oberlin den neuen Mo Salah zu sehen. Doch seitdem ging es bergab. Auch die Leihen nach Empoli und zu Zulte Waregem brachten nicht die gewünschte Wende. Die will Oberlin jetzt ohne den FCB schaffen.