Super League

Eiskalt bestraft: Der FC Basel verliert gegen YB auf eine bittere Art und Weise

Obwohl der FCB schon die dritte Saisonniederlage in der Liga einfährt, hört man nach dem Abpfiff angriffige Töne. Ciriaco Sforza und Co sind überzeugt, mit einer Siegesserie irgendwann ins Titelrennen einzusteigen. Doch allzu lange sollten sie damit nicht mehr warten. YB ist bereits acht Punkte weg.

Minusgrade im Wankdorf. Die Spieler atmen beim Einlaufen sichtbare Wolken aus, bald dampfen sie auch am ganzen Körper. Denn auf dem Platz geht es im Spiel der beiden selbsternannten Meisterkandidaten heiss zu und her. Edon Zhegrova landet in der Startphase schmerzhaft in der TV-Barrieren am Spielfeldrand. Auch Valentin Stocker und Timm Klose beissen auf die Zähne, als sie lädiert aus einem Zweikampf heraus kommen.

Abtasten gibt es nicht. Beide Teams spielen von Anfang an offensiv aufs gegnerische Tor. Nach zehn Minuten stehen bereits sechs gute Torabschlüsse auf dem Chancenblatt. Der FCB kommt über Prellbock Arthur Cabral und die beiden schnellen Flügelstürmer Zhegrova und Afimico Pululu immer wieder gefährlich hinter die YB-Viererkette. So auch in der 22. Minute. Pululu dringt an Silvan Hefti vorbei in den Strafraum ein und wird vom YB-Rechtsverteidiger zu Fall gebracht. Elfmeter. Cabral, der schon in der Europa-League-Quali gegen Sofia vom Punkt getroffen hatte, verlädt YB-Goalie von Ballmoos. 1:0 für Basel. Wie schon im Cupfinal Ende August führen die Gäste im Wankdorf, doch ebenso wie im Cupfinal kommt YB zurück. «Wir haben stark angefangen, aber auch stark nachgelassen», erklärt FCB-Captain Valentin Stocker.

Abstimmungsprobleme führen zu zwei Geschenken

Diesmal liegt es auch daran, dass der FCB Chancen auf das 2:0 ungenutzt lässt. «Wir sind teilweise in Schönheit gestorben und hätten besser den nächsten Mann finden sollen», analysiert Stocker später. Dem FCB fehlt in dieser Phase die Kaltschnäuzigkeit. Eiskalt ist neben dem Wetter nur YB. Nach einem Befreiungsschlag von Goalie von Ballmoos – mit dem schwachen linken Fuss – gibt es in der 41. Minute Abstimmungsprobleme in der FCB-Defensive. Andrea Padula geht drauf, Eray Cömert sichert nicht ab und schon ist YB-Topskorer Jean-Pierre Nsame alleine vor FCB-Goalie Heinz Lindner und schiebt den Ball zum 1:1 ins lange Eck. «Wir haben die Tore zu einfach bekommen», sagt Lindner.

Er spricht zurecht im Plural, denn auch das 1:2 in der 61. Minute ist ein Basler «Geschenk», wie es Trainer Ciriaco Sforza nennt. Cömert spielt im Aufbau etwas gar riskant auf Zhegrova. Der kommt zu wenig entgegen, lässt sich den Ball stibitzen und schon ist der schnelle Meschack Elia im Eins-gegen-Eins mit Timm Klose. Dieser wirkt in der Szene scheinbar festgefroren, so gross ist der Geschwindigkeitsunterschied. Einen Abschluss ins lange Eck später jubeln die Berner erneut. Jetzt steht es 2:1. «Unachtsamkeiten wurden heute eiskalt bestraft», sagt Lindner.

Eiskalt ist nur noch das Wetter

In der Folge kann der FCB nicht mehr zulegen. YB hat das Spiel im Griff. Eiskalt ist jetzt nur noch das Wetter. Denn auch das Heimteam sündigt in der Schlussphase im Abschluss. So bleibt es am Ende beim 2:1. YB zieht damit in der Tabelle auf acht Punkte davon. Der FCB kann am kommenden Mittwoch im Nachholspiel gegen Lausanne den Rückstand verkürzen. Denn irgendwann muss der FCB anfangen zu punkten, wenn er sich nicht frühzeitig aus dem Titelrennen verabschieden will.

Ciriaco Sforza ist auch nach der dritten Niederlage im sechsten Saisonspiel positiv gestimmt. «Wir konnten heute gut dagegen heben. Ich bin zuversichtlich, dass wir langfristig um die Meisterschaft mitspielen können», sagt er. Noch fehle seinem Team der Spielrhythmus. Auch fehlen aktuell noch wichtige Spieler wie zum Beispiel Silvan Widmer oder Taulant Xhaka. «Wir wissen, dass Potenzial da ist, aber brauchen noch etwas», sagt Sforza. In dieser Hinsicht stimmt ihm auch Stocker zu. Der Captain, der an gleicher Stelle Ende August nach dem Cupfinal noch über fehlende Qualität sprach, sagt jetzt: «Wir haben eine gute Truppe mit Qualität und müssen uns jetzt so schnell wie möglich finden, damit wir anfangen zu punkten.»

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