Super League

Ein Eigentor ebnet schwachen aber effizienten Baslern in Thun den Weg zum 2:0-Sieg

Torschüsse, Corner, Chancen: Der FCB liegt in Thun beim Akanji-Comeback in so gut wie jeder Statistik hinten. Ein Eigentor in der Schlussphase und ein Konter in der Nachspielzeit reicht Basel dennoch zum 2:0-Sieg gegen den FC Thun.

Am Ende sind es genau solche Spiele, die den Unterschied machen. Denn was auf dem Papier nach einem souveränen 2:0-Sieg des FC Basel gegen den abstiegsbedrohten FC Thun aussieht, war in Tat und Wahrheit ein Spiel auf Augenhöhe – mit einem phasenweise enorm dominanten und überlegenen Thun. Vor allem in der ersten Halbzeit offenbarten die Basler grosse Probleme – sowohl in der Defensive als auch in der Offensive.

Immer war Thun einen Schritt schneller, gedanklich und tatsächlich. Die Thuner gewannen die Zweikämpfe, holten sich die ersten Bälle und setzten den FCB durch hohes und konsequentes Pressing unter Druck. «Es ist schlussendlich das schwierige Spiel geworden, das wir erwartet hatten», sagte Cheftrainer Urs Fischer nach dem Abpfiff. «Über 90 Minuten gesehen war das sicher nicht unser bester Auftritt.»

Basler Dusel, Thuner Unvermögen

Dass es aber dennoch Fischer war, der als Sieger vom Platz ging, hatte er ganz viel Dusel zu verdanken. Und dem Unvermögen der Thuner Offensivkräfte. Vor allem in der Starphase sah der FCB kein Land, die Defensive wirkte extrem wacklig und liess gleich drei hochkarätige Chancen zu.

Mit etwas mehr Glück hätten die Thuner geschafft, was dem FCB beim letzten Spiel in der Stockhorn-Arena gelungen war: Nach 20 Minuten bereits 3:0 zu führen. Aber das Glück, es war heute nicht aufseiten des Gastgebers. Und zwar nicht nur dann, wenn der Ball knapp am Tor vorbei flog, sondern auch wenn er bereits im Netz zappelte.

So wurde das in der 56. Minute durch Christian Fassnacht erzielte 1:0 für den FC Thun von Schiedsrichter Lukas Fähndrich aberkannt, weil er zuvor ein Foul an Manuel Akanji, der sein Comeback gab, gesehen hatte.

Eigentor führt zum Basler Sieg

Noch bitterer wurde es dann gute 20 Minuten später, als Nicolas Schindelholz eine Hereingabe von der linken Seite von Mohamed Elyounoussi ins eigene Tor ablenkte. Es passte zum Thuner Abend, dass ein eigener Spieler den eigenen Keeper als erster bezwang und nicht der einschussbereite Seydou Doumbia. Der Ivorer war es dann aber, der in der Nachspielzeit noch auf 2:0 erhöhte.

Es war der Schlusspunkt einer Partie, die auch komplett anders hätte verlaufen können. «Ich denke, ein Unentschieden wäre heute das gerechte Resultat gewesen», bilanzierte Matias Delgado, der in der 50. Minute den ersten Basler Torschuss abgab. Die Thuner hätten drei Minuten nach dem 0:1 den Ausgleich auch tatsächlich machen können, aber Fassnacht drosch den Ball bei der hundertprozentigen Chance am zweiten Pfosten vorbei.

Man kann den zweiten Sieg im zweiten Rückrundenspiel der Basler als glücklich bezeichnen. Das war er. Sehr sogar. Aber er offenbarte auch Qualitäten des Meisters, selbst solche Spiele für sich zu entscheiden. Partien, in denen sich der FCB erschreckend schwach präsentiert. So schwach wie selten zuvor in dieser Meisterschaft.

Weil Effizienz aber eine der Stärken der Basler ist, reichten drei Torschüsse für zwei Tore. Die Thuner hingegen brauchen im Schnitt zwölf Chancen, bis der Ball im Netz landet. Auch deshalb kämpfen sie gegen den Abstieg, und der FCB grüsst mit 15 Punkten Vorsprung auf YB, das heute in Luzern spielt, von der Tabellenspitze.

Lesen Sie den Spielverlauf im Liveticker nach:

Meistgesehen

Artboard 1