Grosse Statistik-Analyse
Der Kampf um die Stammplätze beim FC Basel läuft: Wer sollte spielen? Wer lieber nicht?

Im ersten Teil unserer statistischen Analyse der laufenden Saison widmen wir uns der FCB-Defensive. Die Zahlen sprechen sich hier für eine klare Stammformation aus und sie zeigen, dass die Sommerabgänge und Verletzten schwer zu kompensieren sind.

Jakob Weber
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Djordje Nikolic und Heinz Lindner kämpfen um einen Platz im Tor. Nur einer wird am Ende freudig spielen.

Djordje Nikolic und Heinz Lindner kämpfen um einen Platz im Tor. Nur einer wird am Ende freudig spielen.

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Die Torwartfrage

Laut Ciriaco Sforza gibt es zwischen der eigentlichen Nummer 1 Djordje Nikolic und seinem starken aber sieben Jahre älteren Vertreter Heinz Lindner ein «offenes Rennen». Sforza erklärt: «Heinz hat das in den letzten Spielen vor der Pause sehr gut gemacht. Aber auch Djole hat sich sensationell verhalten. Jetzt hat wieder jeder seine Chance und dann werden wir sehen, wer spielt.»

Ein Blick auf die Zahlen zeigt allerdings, dass der als Nummer 2 geholte Lindner in allen Kategorien bessere Werte hat. Sowohl was die Paraden, als auch das Spiel mit dem Fuss angeht. Von den Super-League-Stammtorhütern fängt prozentual gesehen nur Lugano-Schlussmann Noam Baumann noch mehr Bälle als Lindner. Überraschend aber bezeichnend für die FCB-Hinrunde ist auch, dass die beiden Goalies mit Abstand am meisten beschäftigt waren. 69 Mal kam ein gegnerischer Schuss aufs Tor. Das ist ebenso Liga-Höchstwert wie die 55 Paraden: 39 von Lindner und 16 von Nikolic.

Die Innenverteidigung

Im Zentrum der Viererkette sind die Verhältnisse eigentlich klar. Timm Klose und Eray Cömert bilden die Stamm-Innenverteidigung. Jasper van der Werff ist ihr Back-up. Die Zahlen zeigen, dass der Turm in der Schlacht Klose mit Zweikampfstärke und vielen geklärten Bällen punktet. Cömerts Zweikampfquote ist nicht so stark. Dafür antizipiert er besser und gewinnt viele Bälle. Van der Werffs Werte sind zwar nicht viel schlechter. Der 22-jährige geht im Spielaufbau allerdings selten Risiko, spielt kaum lange Bälle und hat vor allem in dieser Hinsicht noch Entwicklungspotenzial. Auffallend ist auch, dass der nach drei Liga-Spielen nach Berlin abgewanderte Omar Alderete in fast allen Kategorien bessere Werte aufweist als Klose und Cömert. Sein Abgang schmerzt der FCB-Defensive definitiv.

Die Aussenverteidigung

Silvan Widmer wurde kurz vor Trainingsauftakt zum zweiten Mal Vater. Aktuell liegt sein Fokus deshalb wohl voll auf Tochter Zoé und der Familie. Aber in zwei Wochen wird er dann auch vom FCB wieder dringend gebraucht. Der Nationalspieler hat von den Basler Aussenverteidigern die beste Zweikampfquote, die beste Passquote und er bringt auch die meisten Flanken an den Mann. Mit ihm auf dem Feld hat der FCB fünf Tore mehr geschossen als die Gegner. Dieser Wert ist innerhalb der Mannschaft unübertroffen.

Auf der linken Seite ist das Rennen durch die Kreuzbandverletzung von Jorge (der ähnlich gute Werte wie Widmer aufweist) wieder offen. Raoul Petretta und Andrea Padula kämpfen um einen Platz. Der junge Albian Hajdari sitzt ihnen im Nacken. Im Vergleich mit Silvan Widmer sind deren Zahlen allerdings durchaus besorgniserregend. Doch das mag auch daran liegen, dass keiner der drei in dieser Saison bisher mehrere Spiele am Stück über 90 Minuten gemacht hat.