FC Basel

Der FC Basel gewinnt dank Delgado-Penalty mit 1:0 in Sion

Die erste Halbzeit war unglaublich langweilig, dafür gab es in der zweiten Halbzeit zu viel Action: Ein Spielunterbruch wurde von Ultras beider Seiten erzwungen. Danach traf Dealgdao mit einem Penalty und schiesst den FCB zum 1:0-Sieg.

Eine Stunde lang plätschert das Spiel ziemlich ereignislos vor sich hin. Die 10 000 Zuschauer im Tourbillon geniessen zwar das angenehme Frühlingswetter, werden von den beiden Super-League-Spitzenmannschaften jedoch nicht besonders gut unterhalten. Die Gründe dafür: Der FC Sion beklagt eine zehn Namen umfassende Absenzenliste; mit Andris Vanins, Vero Salatic und Carlitos stehen auch drei Hochkaräter darauf. Der FC Basel meldet sechs Spieler als nicht verfügbar und bei ihm fällt noch ins Gewicht, dass er erst am Freitag von einer kräfteraubenden Europacupexpedition aus Sevilla zurückgekehrt ist.

Zwar hat Trainer Urs Fischer mit Walter Samuel, Adama Traoré, Alexander Fransson und Davide Callà seinem Team frisches Blut zugeführt, doch es geschieht, was nach harten internationalen Partien oft passiert: Die Mannschaft kommt nur schwer in die Gänge. Vielleicht wäre Breel Embolo mit seinem Speed Gold wert gewesen, doch der Nationalspieler ist kurzfristig wegen einer Magen-Darm-Grippe ausgefallen.

Breel Embolo fehlte krank.

Breel Embolo fehlte krank.

Basel spielt verhalten, überlässt den Gastgebern mehr Spielanteile. Tomas Vaclik lenkt einen harten Freistoss von Reto Ziegler über die Latte und Theofanis Gekas verfehlt eine Hereingabe von Moussa Konaté. Auf der anderen Seite geht nach einer Flanke von Michael Lang Basels einzige Sturmspitze Marc Janko zu Boden, will ein Foul von Sittens Verteidiger Léo Lacroix, gesehen haben. Lacroix scheidet kurz nach der Pause mit einem Knöchelbruch aus.

Zuffis Rettungstat

Die Partie wird etwas munterer, und nimmt dann wie aus dem Nichts Fahrt auf. Plötzlich ist das Publikum da, kochen Emotionen hoch, die der Sittener Präsident Christian Constantin nach der Niederlage bei den Young Boys eine Woche lang auf unverantwortliche Weise geschürt hat. Nach 62 Minuten erreicht eine Flanke von Gekas am entfernten Pfosten Ebenezer Assifuah, der den Ball aufs Tor köpfelt, diesen aber von Luca Zuffi vor, auf oder hinter der Linie abgewehrt sieht. Die Walliser jubeln, ihre Fans auch, doch Schiedsrichter Nicolaj Hänni entscheidet, die Kugel habe die Torlinie nicht mit dem ganzen Umfang überschritten. Fernsehbilder lassen eher das Gegenteil vermuten, auch wenn Zuffi später sagt, er denke, dass der Schiedsrichter korrekt entschieden habe. Sicher nicht richtig entschieden hat Hänni aber in der unmittelbaren Situation zuvor, als Gekas seine die Flanke ungestraft aus einer Offsideposition schlagen durfte.

«Ich bin hochzufrieden. Es war nach dem Sevilla-Spiel nicht einfach, eine solche Antwort zu geben.»

Urs Fischer

«Ich bin hochzufrieden. Es war nach dem Sevilla-Spiel nicht einfach, eine solche Antwort zu geben.»

Jetzt ist die Partie lanciert. Nach einer Flanke von Renato Steffen in den Strafraum springt der Ball Reto Ziegler an den Arm und Hänni verhängt gegen die Sittener einen Penalty. «Ich habe aus einer Entfernung von einem Meter eine Bombe an den Arm bekommen, was soll ich da machen?» erklärt Ziegler später. Die Sittener Fans toben, werfen Gegenstände auf den Platz, sodass Matias Delgado den Strafstoss nicht schiessen kann.

Hänni unterbricht das Spiel und beordert die Akteure in die Kabine. «Er hat das Reglement angewendet», sagt Fischer nach dem Spiel. Constantin mimt den Coolen und sagt: «Die Fans werden sich bald beruhigen.» Nach zwölfminütigem Unterbruch verwandelt Delgado den Strafstoss eiskalt zum 1:0 (67.). Danach haben die Basler das Spiel unter Kontrolle und Fischer kann nach dem achten Ligaspiel ohne Niederlage in Folge sagen: «Ich bin hochzufrieden. Es war nach dem Sevilla-Spiel nicht einfach, eine solche Antwort zu geben.»

Lesen Sie den Spielverlauf in unserem Liveticker nach: 

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