Der neue Sportdirektor Frédéric Page, ein ehemaliger Schweizer U21-Internationaler, der 2013 seine Profikarriere im Xamax-Dress beendete, sprach am Dienstag bei seiner Vorstellung von einem "Xamax 2.0" Von einem Xamax, bei welchem der Fokus auf die Jungen ausgerichtet sein soll. Aus diesem Grund wird Stéphane Henchoz ab Saisonende auch nicht mehr der Trainer der Neuenburger sein - egal, ob sich der Klub in der Super League halten kann oder in die Challenge League absteigen muss.

Henchoz muss bei Xamax Ende Saison seinen Posten räumen, obschon es unter seiner Führung beim letztjährigen Aufsteiger stark aufwärts ging. Aus sechs Spielen resultierten drei Siege, nachdem die Neuenburger zuvor unter Aufstiegstrainer Michel Decastel vier Monate sieglos geblieben waren. Aktuell belegt Xamax als Neunter den Barrageplatz. Der Vorsprung auf das Schlusslicht Grasshoppers beträgt elf Runden vor Meisterschaftsende vier Punkte.

Für Magnin ein "Kindheitstraum"

Er könne Henchoz "absolut nichts" vorwerfen, sagt Präsident Christian Binggeli. Dieser sei ein Kämpfer, "dessen Sprache sehr gut zu Erwachsenen passt. Aber ich sehe nicht, dass er das Gleiche mit den Jungen macht." Ganz im Gegensatz zu seinem Nachfolger. Dieser heisst Joël Magnin und übernimmt Ende Juni mit einem Vertrag über zwei Jahre. Der gebürtige Neuenburger, der als Aktiver allerdings nie für Xamax gespielt hat, sprach von einem "Kindheitstraum, der nun wahr wird. Ich hatte die Möglichkeit, in Bern zu bleiben. Aber diese Herausforderung ist interessant."

Der 47-Jährige wirkte in den letzten neun Jahren im Nachwuchs der Young Boys. Als Trainer der U21-Mannschaft ist der frühere YB-Captain, der auch für die Grasshoppers und Lugano stürmte, beim Schweizer Meister an der Schnittstelle zum Team in der Super League tätig. In Neuenburg soll er künftig die jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs an die erste Mannschaft heranführen und in diese integrieren.

Inspiriert vom FC Thun schwebt der Neuenburger Klubführung vor, zu einem Ausbildungsklub zu werden und mit wenig Ressourcen viel bewegen zu können. "Die Idee ist, das Team zu verjüngen", sagt Frédéric Page, momentan müsse man aber mit zwei Plänen arbeiten: "Einem für die Super League und einem für die Challenge League."