Deutschland

Bayern-Boss wettert gegen DFB und Löw

Nicht zufrieden: Der Bayern-Präsident Uli Hoeness (re., mit CEO Karl-Heinz Rummenigge) polterte am Mittwochabend wortgewaltig gegen den DFB, Bundestrainer Joachim Löw und den Spielkalender der FIFA

Nicht zufrieden: Der Bayern-Präsident Uli Hoeness (re., mit CEO Karl-Heinz Rummenigge) polterte am Mittwochabend wortgewaltig gegen den DFB, Bundestrainer Joachim Löw und den Spielkalender der FIFA

Die Bayern starten gewohnt siegreich in die Champions League. Coach Kovac lobt sein von Neuzugang Coutinho angetriebenes Ensemble. Nach dem 3:0 gegen Belgrad redet sich Präsident Hoeness in Rage.

Rundum glücklich verliess Uli Hoeness nach dem geglückten Start der Bayern in der Champions League die Münchner Arena keineswegs. Der Präsident des deutschen Rekordmeisters war zwar mit dem Auftritt beim 3:0 gegen Roter Stern Belgrad "sehr zufrieden". Doch das Verhalten des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) und von Bundestrainer Joachim Löw im Disput zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen macht den in zwei Monaten aus dem Amt scheidenden Münchner Vereinspatron wütend.

"Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier beschädigt werden ohne Grund. Ter Stegen ist ein sehr guter Torwart, aber Manuel Neuer ist doch viel besser und viel erfahrener", sagte Hoeness. Ter Stegen werde öffentlich unterstützt "als wenn er schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen hätte", wetterte Hoeness. "Die Hierarchie bedeutet, Manuel Neuer ist die Nummer eins. Er ist über viele Jahre der beste Torwart der Welt."

Auch Trainer Niko Kovac positionierte sich in der Nacht zum Donnerstag noch einmal klar pro Neuer. "Wir reden hier über einen Spieler und Menschen, der seit zehn Jahren Topleistungen bringt. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auf Weltniveau und gerade auch für die deutsche Nationalmannschaft", sagte der kroatische Coach. Über den erfolgreichen Auftakt in Europas Königsklasse war Kovac an einem unterhaltsamen erleichtert: "Wir können mit dem Ergebnis gut leben, auch mit der Art und Weise."

Hoeness forderte auch einmal mehr wortgewaltig eine Reform des internationalen Spielkalenders. "Was ich sehr, sehr schlecht finde, sind ewig diese Unterbrechungen durch die Länderspiele", schimpfte er. Im September, Oktober und November wird der Spielbetrieb der Vereine jeweils von einem Doppel-Spieltag der Nationalteams unterbrochen. "Das ist ein Wahnsinn, das muss geändert werden", forderte Hoeness: "Jedes Mal wenn die Mannschaften im Rhythmus sind, ist wieder so ein Länderspiel. Das kann so nicht weitergehen. In der besten Jahreszeit wird der Bundesliga die Attraktion genommen."

Bereits zuletzt hatte Hoeness dafür votiert, die Länderspiele im Winter auszutragen. Bis 2024 sind die Länderspieltermine im Spielkalender des Weltverbands FIFA mit Einverständnis aller Ligen festgelegt.

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