Nationalmannschaft

Alex Frei und Marco Streller treten per sofort aus der Nati zurück

10 Tage nach dem 0:0 in Sofia muss sich Ottmar Hitzfeld erneut mit medialen und sportlichen Turbulenzen befassen: Alex Frei (31) und Marco Streller (29) ziehen sich per sofort aus der Nati zurück.

Publik wurde der Entschluss des Duos erst heute Dienstag. Gefallen sind die Würfel aber bereits am letzten Donnerstag. Frei und Streller empfingen Hitzfeld in Basel im Büro des FCB-Vize-Präsidenten Bernhard Heusler und konfrontierten den Nationalcoach mit ihrem Vorhaben.

In einem Communiqué des Schweizer Fussball-Verbandes wurden die Gründe der beiden dargelegt: «Die Aufgebote zu den Spielen der Nationalmannschaft, die Zeit der Zusammenzüge und die Länderspiele selbst sind für die beiden Spieler immer wieder und zunehmend von äusseren, für sie negativen Begleiterscheinungen geprägt und zuletzt gar beherrscht worden.»

Keine Lust auf Abschiedsspiel im Wembley

Die flächendeckende (teils auch auf private Aspekte zielende) Kritik hat dem Duo offenkundig enorm zu schaffen gemacht. Unter diesen Umständen sei das optimale Leistungsniveau nicht mehr zu erreichen gewesen, liessen die beiden Basler mittels einer Medienmitteilung verbreiten.

Umzustimmen waren die Bebbi nicht mehr. Frei hätte ohnehin nur noch einmal im Nationalteam gespielt. Nun tritt der mit 42 Treffern beste Torschütze der SFV-Geschichte noch vor der Partie in London ab. Auch Streller mag im Wembley-Stadion definitiv nicht mehr einlaufen.

«Wir haben unseren Beitrag geleistet»

Beide vertraten gegenüber Hitzfeld überdies die Absicht und den Wunsch, ihre Plätze zu Gunsten jüngerer Mitspieler per sofort zu räumen. «Die Zeit ist gekommen, einen Schnitt zu machen. Wir haben unseren Beitrag geleistet», erklärte Streller, dessen Karriere im Nationalteam nach 37 Spielen und 12 Toren endet.

Hitzfeld akzeptierte das Rücktritts-Angebot: «Ich bedaure diesen Doppel-Rücktritt aus sportlicher Sicht ausserordentlich. Alex Frei und Marco Streller haben nicht aus dem Affekt heraus entschieden, sondern sich diesen Schritt wohl überlegt. Darum habe ich auch entschieden, auf weitere Gespräche zwecks Umstimmung zu verzichten.»

Frei trat seit seinem Debüt vor zehn Jahren 84-mal für die Schweiz an. Als brillanter Torschütze führte er die Equipe an vier EM- oder WM-Endrunden. In der Öffentlichkeit wurde Frei in den letzten Jahren aber mehr und mehr als Fremdkörper dargestellt. Den persönlichen Tiefpunkt erlebte der Topskorer im letzten Herbst, als er nach der Auswechslung gegen Wales (4:1) von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffen wurde.

Sein Basler Freund und Teamkollege Streller hatte phasensweise ebenfalls mit persönlichen Anfeindungen zu kämpfen. Ein Teil des Publikums wandte sich von ihm ab, als er im WM-Achtelfinal gegen die Ukraine in Deutschland im Penaltyschiessen versagte. Dass er es war, welcher der Schweiz mit dem zweiten Treffer in Istanbul (2:4 gegen die Türkei) die Tür zur WM öffnete, blendeten (zu) viele aus.

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