YuBeljahr
#44 In Manchesterhosen in Olten

Die Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg begleiteten YB auf dem Weg zum Meistertitel. Nun geniessen sie die Champions League.

Pedro Lenz
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Riesige Chance für Marouane Fellaini (rechts). Das Tor ist frei, er trifft dieses aber nicht.
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Manchesters Marcus Rashford am Boden. Er hat viele Grosschancen im Spiel gegen YB liegen gelassen.
Antonio Valencia steigt im Kopfballduell deutlich höher als YB-Stürmer Jean-Pierre Nsame.
José Mourinho sieht sein Team sehr animiert. Es fehlt aber die Genauigkeit im Abschluss, was ihn anscheinend auch stört.
Kampf um jeden Zentimeter im YB-Strafraum.
Kevin Mbabu (links) meldet in dieser Situation Anthony Martial ab.
Weiteres Laufduell: Valencia (links) setzt sich gegen Assale durch.
Solidarischer Einsatz bei den YB-Spielern: Mohamed Ali Camara (links) klärt einen Abschluss von Marcus Rashford.
Antonio Valencia (links) im Zweikampf mit YBs Roger Assale.
Nemanja Matic (vorne) spektakulär. Schlussendlich aber weiterhin nicht zielführend. Manchester kriegt gegen YB auch bis zur 60. Minute keinen Treffer hin.
Manchester United mit Marouane Fellaini dominiert die erste Hälfte, scheitert aber am eigenen Unvermögen.
Anthony Martial (links) kämpft gegen Camara um den Ball.
Champions League: YB - Manchester United (27.11.2018)
Michel Aebischer (in grau) verfolgt Marouane Fellaini.
Kevin Mbabu (links) im Duell mit Luke Shaw. Von Beginn weg hat der offensive Aussenverteidiger Mbabu viel Defensivarbeit zu verrichten.
YB-Fans machen schon vor Spielbeginn grossartige Stimmung. Rund 3000 Fans sind nach Manchester ins Old Trafford gekommen.
Die YB-Fans feuern ihre Mannschaft kräftig an.
Sandro Lauper (links) im Kampf um den Ball mit Anthony Martial.
Manchester United macht in diesem Spiel von Anfang an mächtig Druck – wie lange wird YB standhalten können?
Die Berner haben grosses Glück, dass es Manchester United bisher noch an der nötigen Präzision im Abschluss fehlt.
YB's Kevin Mbabu (links) im Gefecht mit Phil Jones.
Die beiden Trainer Jose Mourinho (links, ManUnited) und Gerardo Seoane.
Marcus Rashford (Manchester United) rauft sich die Haare nach einer vergebenen Torchance.
Einigen guten Paraden des YB-Torhüters David Von Ballmoos ist es zu verdanken, dass zur Pause immer noch Unentschieden steht.

Riesige Chance für Marouane Fellaini (rechts). Das Tor ist frei, er trifft dieses aber nicht.

Jon Super

Als Kinder sprachen wir Manchester mir kurzem «A» und mit einem «SCH»-Laut in der Mitte aus, wobei die Betonung auf der letzten Silbe lag. Manschéster war die Bezeichnung für eine damals beliebte Hosen-Art. Dass sich das Wort von einer Stadt ableitete, wäre uns nie im Leben eingefallen. Dafür mussten wir lachen, als wir erstmals vernahmen, es gäbe eine Stadt in England, die Manschéster heisst. «Welchem Spassvogel fällt es ein, eine Stadt nach einer Hose zu benennen?», fragten wir uns. «Wenn das so weitergeht, gibt es bald irgendwo eine Stadt namens Pyjama.»

Inzwischen sind die Manchester-Stoffe auf dem Rückzug. Es ist nun Sache der grossen Fussballclubs Manchester City und Manchester United, den Namen «Manchester» in die Welt hinauszutragen.

Dafür, dass der Name dieser Arbeiterstadt tatsächlich in die Welt hinausgetragen wird, ist unter anderem das YB-Radio «Gelbschwarz» zuständig. Und da am letzten Dienstagabend keine Champions-League-Spiele im öffentlichen Fernsehen gesendet wurden, hing ich ab 21 Uhr dem besagten YB-Radio an den Lippen. Die immer inspirierten Kommentatoren von «Radio Gelbschwarz» trugen das Spiel zwischen Manchester United und den weltberühmten Berner Young Boys direkt vom Old Trafford an meinen Oltner Küchentisch. Für den feierlichen Anlass war ich extra in ein paar Manchester-Hosen geschlüpft. Über dem YB-Trikot trug ich einen ehemals modischen Manchester-Veston in schwarzer Farbe.

Während 90 langen Minuten vernahm ich nur Gutes aus der englischen Arbeiterstadt. YB diktierte meist den Rhythmus und der Spielstand deutete auf eine akzeptable Punkteteilung. Dass uns der Manchester-Belgier Marouane Fellaini irgendwann in der Nachspielzeit mit seinem Treffer doch noch in den Abgrund stiess, bekam ich gar nicht mehr richtig mit. Als das Gegentor fiel, war ich nämlich schon dran, die Manchester-Kleidung in den Mottenschrank zu hängen. Schliesslich möchte man doch lieber im Pyjama zu Bett als in diesem miefigen Manchester-Zeugs.