Fussball-EM 2021
Alle sind fit und die Laune ist gut: Das Schweizer Nationalteam bleibt auch in Baku auf seinem sonnigen Weg

Nach dem ersten Training in Baku gewähren die Schweizer Einblicke in ihre zufriedene Seele. Das Bild ist stimmig. Für den Moment.

Christian Brägger, Baku
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Ein Fünf gegen Zwei gehört immer zum Training - natürlich auch in Baku.

Ein Fünf gegen Zwei gehört immer zum Training - natürlich auch in Baku.

Keystone

Aussergewöhnlich ruhige, fokussierte Trainingstage haben die Schweizer in Bad Ragaz hinter sich, es soll kein Schaden sein, dass es im selben Rhythmus in Baku weitergeht. Hier, in der bedeutenden Hafenstadt Aserbaidschans, haben sie auch gleich ihr Quartier im grosszügigen Bilgah Beach bezogen, ein Fünfsternekompkex wie im Ferienkatalog der türkischen Riviera; kleiner, privater Zugang ans Kaspische Meer inklusive.

Weil das Tourismusgeschäft noch nicht wieder Sauerstoff bekommt wegen der Pandemie und seit eineinhalb Jahren im Prinzip ruht, bewohnen die Schweizer ihre temporäre Heimat fast ganz alleine. Was für die Bubble, in der sie sich bewegen, vieles einfacher macht. Da tut es der Spielerseele gut, sich wie nach der Ankunft am Montagabend zur Abwechslung die Beine am Sandstrand zu vertreten, in der Lobby miteinander abzuhängen, oder Karten zu spielen.

Erinnerungen an Thun

«Hotel, Essen, Wetter, Trainingsplatz sind top», sagt Ruben Vargas vor seiner Premiere an einem Grossanlass. Er ist einer von zwei Spielern, die Interviews geben, und natürlich sind es um 19 Uhr Ortszeit (17 Uhr Schweizer Zeit) keine bedeutungsschwere Worte vom Flügelspieler nach dem ersten offiziellen Training in der zehnjährigen Dalga Arena. Sie erinnert im Erscheinungsbild etwas an die Thuner Stockhorn Arena, einfach ohne Kunst-, dafür mit wunderbarem Naturrasen.

Nationaltrainer Vladimir Petkovic hält Ansprache vor dem ersten offiziellen Schweizer Training.

Nationaltrainer Vladimir Petkovic hält Ansprache vor dem ersten offiziellen Schweizer Training.

Keystone

6500 Zuschauer hätten im Nationalstadion der Frauen- und Nachwuchsauswahlen Aserbaidschans Platz, zu welchem die Schweizer vom Hotel eine Fahrt von weniger als einer Viertelstunde benötigen. 90 Minuten davor geben bei lachender Sonne 23 Feldspieler im Training dieses einheitliche Bild ab – in jenen 15 Minuten jedenfalls, die für die Medien öffentlich sind: Sie gehen gut gelaunt und konzentriert an ihr Tagwerk, beim Einlaufen, im Fünf gegen Zwei. Und das Wichtigste: alle sind fit, auch die drei Torhüter, die Goalietrainer Patrick Foletti nach der Ansprache von Nationaltrainer Vladimir Petkovic längst auf der anderen Seite des Platzes mit Stabilisationsübungen fordert.

Das Reisen und die Gedanken an die Erholung kommen erst später

Die Schweizer scheinen es gut getroffen zu haben, für den Moment zumindest. Haris Seferovic, der Hoffnungsträger im Sturm, zeigt sich zufrieden, mit sich nach seiner starken Saison, mit dem Hotel und der anstehenden Aufgaben. Er sagt:

«Wir haben eine gute Stimmung, das Wetter spielt mit, ich bin zuversichtlich.»

Selbstredend wird mit Fortdauer des Turniers das lange Reisen nach Rom und zurück nach Baku zum Thema, doch jetzt zählt zuerst das am Samstag Nahende: Wales. Für Seferovic ein Schlüsselspiel wie jedes andere eines ist.