Fussball
Das ist der Weg der Schweizer Fussballerinnen an die WM – Italien als härtester Gegner

Heute Abend um 19:00 Uhr (live SRF2) beginnt für das Schweizer Frauen Nationalteam die WM-Qualifikation. Was Trainer Nils Nielsen vor dem Spiel gegen Litauen fordert. Und wie die Schweizerinnen die Qualifikation schaffen.

Etienne Wuillemin
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Die Freude nach der EM-Qualifikation im letzten April war gross. Nun steht mit der WM-Qualifikation die nächste Herausforderung an.

Die Freude nach der EM-Qualifikation im letzten April war gross. Nun steht mit der WM-Qualifikation die nächste Herausforderung an.

Alessandro Della Valle / KEYSTONE

Gut fünf Monate ist es nun her, seit sich die Schweizer Fussballerinnen in der Barrage gegen Tschechien für die EM qualifizierten. Es brauchte dafür ein Penaltyschiessen und viele Nerven. Jetzt ist das Team erstmals seither wieder zusammen. Doch auf die EM muss es noch bis im kommenden Sommer warten. Das Turnier wurde wegen Corona um ein Jahr verschoben. Stattdessen beginnt nun bereits die Qualifikation für die WM 2023 in Australien und Neuseeland.

Die Vorfreude bei National-Trainer Nils Nielsen ist gross. «11 auf einer Skala von 1 bis 10», ruft er zufrieden. Litauen heisst der erste Gegner der Schweizerinnen heute Abend um 19:00 Uhr. Am Dienstag folgt dann die Partie in Moldawien.

Die Schweizerinnen spielen in einem neuen System – mit Dreierkette

Es sind Pflichtaufgaben, alles andere als zwei überzeugende Siege wäre eine Enttäuschung. Das ist auch Nielsen bewusst. Es geht in diesen Spielen auch um die Art und Weise der Auftritte, nicht nur um das Resultat. Im Wissen, dass sich das Team zuletzt häufig in jenen Partien schwertat, in denen ihre Gegnerinnen das Tor konsequent verbarrikadierten und kreative Lösungen gefragt waren. Gerade gegen Tschechien wurde das offensichtlich.

Trainer Nielsen hat das Schweizer Spielsystem leicht angepasst. Er fordert «mehr Bewegung» und «besseres Positionsspiel» in der Offensive, das soll zu mehr Chancen und Toren führen. Zudem werden die Schweizerinnen neu in einer Dreierkette verteidigen - vielleicht schon gegen Litauen ein erstes Mal.

Als Gruppensieger an die WM oder dann in die Barrage

Italien, Rumänien, Kroatien, Moldawien heissen die weiteren Gegner der Schweizerinnen in dieser WM-Qualifikation. Um sich für die WM 2023 in Australien und Neuseeland zu qualifizieren, müsste die Schweiz die Gruppe gewinnen. Alle neun Gruppenzweiten erhalten dann in einer Barrage eine zweite Chance, wo noch einmal drei Startplätze zu vergeben sind.

Die Auslosung verlief aus Schweizer Sicht erfreulich. Italien ist jenes Team aus Topf 1, das für Nati-Trainer Nils Nielsen und seine Spielerinnen am ehesten in Reichweite liegt. «Die Chancen liegen etwa 55 zu 45 Prozent für sie – aber ich mag diese Ausgangslage durchaus», sagt Nielsen. «Und wir haben den Vorteil, dass wir einige Gegner aus dieser Gruppe schon kennen.»

Die Italienerinnen erreichten an der WM 2019 immerhin den Viertelfinal. Captain Lia Wälti sagt: «Wir haben lange nicht mehr gegen sie gespielt. Sie haben eine ähnliche Spielart wie wir – das werden herausfordernde Spiele.» Das erste Direktduell findet Ende November in Italien statt, im April 2022 haben dann die Schweizerinnen Heimvorteil.

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