FC Basel
Ein Verwaltungsrat, ein Video und interne Prozesse

Karli Odermatt wettert gegen Valentin Stocker. Er schadet damit dem FCB - vor allem, weil es nicht der erste Ausrutscher ist. Der Verein ist nun dabei, den Vorfall aufzuarbeiten.

Céline Feller
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Karli Odermatt war früher Spieler beim FC Basel, er ist eine Legende des Vereins und heute Verwaltunsgrat der FC Basel Holding AG.

Karli Odermatt war früher Spieler beim FC Basel, er ist eine Legende des Vereins und heute Verwaltunsgrat der FC Basel Holding AG.

Keystone

Lange dauerte es nicht am Mittwoch, und das Video verbreitete sich überall. Via WhatsApp, bald auf Twitter, und schliesslich auch via die klassischen Medien. Es ist ein Video von Karli Odermatt, der an einem Tisch sitzt und laut seine Meinung kundtut. Die Aufnahme beginnt mit den Worten: «Stocker war gegen den Trainer.»

Stocker, das ist Valentin Stocker, Captain des FC Basel. Und Odermatt, der ist nicht nur eine (frühere) Legende des FC Basel, sondern heute auch Verwaltungsrat der FC Basel Holding AG. Und damit eine von vier Personen (neben den Besitzern Bernhard Burgener und David Degen sowie Peter von Büren), die über die Zukunft des Vereins entscheiden. Unter diesem Aspekt ist es noch heikler, was Odermatt auf seine ersten Worte folgen lässt. Er sagt:

«Die Mannschaft geht in einen Raum und sagt: Heute rennen wir nicht. Wir haben 6:2 verloren gegen Solothurn. Das hat der gemacht. Wenn ich Präsident wäre, müsste ich sagen: Der ist suspendiert.»

Der, das ist wohl wieder Stocker. Und man darf vermuten, dass Odermatt über die Umstände von Stockers Beurlaubung spricht, die nach dem Cup-Out gegen Winterthur – ja, das war der Gegner, nicht Solothurn – tatsächlich ausgesprochen wurde. Über genau diese Causa schweigen seither der Verein sowie Stocker, Odermatt aber plaudert lautstark in der Stadt über Internas.

Der FCB bestätigt interne Abklärungen

Dass das beim Verein nicht gut ankommt, ist selbstredend. Fabian Frei bezeichnete seine Reaktion am Mittwochabend als «überrascht und etwas schockiert. Ich habe mich nicht darüber gefreut.»

Damit dürfte er allen Beteiligten aus dem Herzen sprechen. Vom FCB selbst ist zu vernehmen, dass der Vorfall intern aufgearbeitet werde. Und es ist seitens des Klubs zu spüren, dass man dieses Thema lieber vorgestern als morgen geklärt hätte. Denn solche Aktionen schaden der Aussendarstellung des FCB. Schliesslich ist Odermatt nicht einfach ein frustrierter Ex-Kicker, sondern direkt ins Klubgeschehen involviert.

Schlimmer macht die ganze Sache nicht nur diese Position Odermatts, sondern der Fakt, dass es nicht sein erster Ausrutscher ist. Vor wenigen Wochen prangerte er Degen im Machtstreit um die Besitzerverhältnisse an, vertrauliches Material weiter gegeben zu haben, legte im selben Interview aber ebenfalls stapelweise Beweismaterial vor, welches seinen engen Vertrauen Burgener in ein besseres Licht rücken sollte.

Die Kritik an Koller in einer TV-Sendung

Ebenfalls bereits negative Schlagzeilen machte er vor etwas mehr als einem Jahr. Als Gast in der Sendung «FCB total» kritisierte er Ex-Coach Marcel Koller öffentlich. «In der Pause wäre ein Wechsel angebracht gewesen, aber warum das nicht passiert ist, weiss nur der Trainer», sagte Odermatt und forderte, dass «vom Trainer etwas kommen müsse.»

Die Konsequenzen? Ruedi Zbinden, damals Sportchef, wetterte öffentlich gegen Odermatt, dieser solle solche Dinge im kleinen Kreis ansprechen. Weitere Konsequenzen sind nicht bekannt. Geht es nach Odermatts Kriterien, die er bei Stocker anwenden würde, müsste er nun aber selbst ebenfalls mit einer Strafe belegt werden.