Hinrunden-Abschluss
FC-Wil-Trainer Bruno Iacopetta vor dem letzten Spiel der Hinrunde: «Es gibt an Weihnachten nur eine Hausaufgabe für meine Spieler»

FC-Wil-Trainer Brunello Iacopetta sagt, wie er sich eingelebt hat. Weshalb seine Spieler in den Weihnachtsferien keinen Trainingsplan erhalten. Und was sich im Spiel des FC Wil seit seinem Amtsantritt verändert hat.

Ralf Streule
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Brunello Iacopetta wird in Szene gesetzt, anlässlich der Nacht des Ostschweizer Fussballs im November. Auch beim FC Wil fühlt sich Iacopetta in guten Händen. «Ich bin hier wunschlos glücklich.»

Brunello Iacopetta wird in Szene gesetzt, anlässlich der Nacht des Ostschweizer Fussballs im November. Auch beim FC Wil fühlt sich Iacopetta in guten Händen. «Ich bin hier wunschlos glücklich.»

Vier Spiele, sieben Punkte: Brunello Iacopetta hat seit seinem Amtsantritt im FC Wil eine gute Bilanz vorzuweisen. Die Niederlage zuletzt gegen Winterthur ist nur ein kleiner Tolggen. Vor der Reise nach Lausanne zum Hinrunden-Abschluss (siehe Kasten) spricht der Trainer über seine ersten Wochen im Challenge-League-Klub.

Brunello Iacopetta, ihr Punkteschnitt mit dem FC Wil beträgt 1,75. Ihr Vorgänger Alex Frei kam auf 1,13.

Nach vier Spielen ist das leider noch nicht so aussagekräftig. Aber ja, ich war überrascht, wie schnell es funktionierte.

Sie hatten mit Anlaufschwierigkeiten gerechnet?

Das nicht. Aber dass die Spieler eine solche Freude an den Tag legten, dass sie so schnell meine Ideen aufnehmen und umsetzen, das war schon grossartig. Da war viel positive Energie im Team. Frei hat definitiv kein verunsichertes Team hinterlassen. Die Resultate waren ja auch vor dem Trainerwechsel gut gewesen. Es ist sicher nicht so, dass der Brunello kommt und schnell einfach alles besser macht.

Der FC Wil gastiert bei Stade Lausanne-Ouchy

Die letzte Reise des Jahres führt den FC Wil heute an einen ungeliebten Ort. Das Auswärtsspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy findet im Olympiastadion Pontaise statt. Dort waren die Wiler – unter anderem auch gegen Lausanne-Sport und Le Mont Lausanne – schon oft zu Gast, haben aber erst ein einziges Mal gewonnen. Das war im Jahr 2010. Ob heute viele Tore fallen, lässt sich vor dem Spiel nicht sagen. Fakt aber ist, dass just jene beiden Teams aufeinandertreffen, bei denen es bisher am meisten und am wenigsten Tore gegeben hat. In allen 17 Partien dieser Saison von Lausanne- Ouchy fielen gerade einmal 41 Tore. In gleich vielen Partien mit Wiler Beteiligung waren es schon 67 Treffer. Während allein am vergangenen Samstag am Wil-Match acht Tore gefallen sind, gab es in den letzten sieben Partien der Lausanner nur sieben Treffer. Gibt es also ein offensives Spektakel oder einen müden, defensiven Jahres-End-Kick? (sdu)

Sagen Ihnen die Spieler, was Ihre Trainerarbeit von jener Freis unterscheidet?

Ich denke, der grösste Unterschied liegt nicht in den Trainings, sondern in den Partien. Und da meine ich nicht das System an sich (von 4-2-3-1 auf 4-3-3, die Red.), sondern das höhere Verteidigen. Ich lasse die Spieler wohl noch mehr Risiken eingehen. Was junge Fussballer meist reifen lässt. Und das ist ja ein Ziel des FC Wil.

Die Ligaspitze liegt eng beisammen. Ist Wil nun sogar ein Aufstiegskandidat?

Au, diese Frage mag ich nicht. Es wäre sicher falsch, wenn wir uns das als Ziel setzen würden. Wenn wir aber auf dem Weg, junge Spieler zu entwickeln, oben mitspielen... – gerne! Unser Team muss eine Mischung sein aus jungen Talenten und alten Hasen. Es muss eine Mischung sein. Den Rest definiert dann die Tabelle.

Weshalb gibt es diese Ballung an der Ligaspitze? Der FC Wil könnte als Fünft- oder Neuntplatzierter in die Winterpause gehen

Schwer zu sagen. Man hat wirklich das Gefühl, fast alle Spiele seien eng. Viele Mannschaften der Challenge League haben Aufstiegsambitionen und nehmen sich gegenseitig Punkte ab.

Ein Grund, die Super League aufzustocken?

Diese Diskussionen überlasse ich lieber anderen. Man kann ja auch sagen: Das macht die Challenge League spannend.

Gehts nach dem heutigen Spiel direkt in die Ferien?

Ja, direkt nach der Rückkehr – man spürt, dass die Spieler ferienreif sind, die Konzentration hochzuhalten, wurde zuletzt immer schwieriger. Nach zwei Wochen Ferien geht das Training am 4. Januar wieder los.

Und welche Hausaufgaben erhalten die Spieler?

Nur eine: Sie müssen sich erholen.

Kein Trainingsplan?

Nein. Aber das sind ja Sportler, die wollen sich ohnehin fit halten. Aber es darf ja auch mal Tennis oder Badminton sein. Einen Joggingplan werden wir auf jeden Fall nicht verteilen.

Welche Spielerwünsche haben Sie zu Weihnachten?

Vielleicht gibt es kleine Änderungen. Aber eigentlich bin ich wunschlos glücklich in Wil.

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