NHL-Eishockey
Skorerwerte schnellen in die Höhe: Es geht wieder aufwärts mit Timo Meier

Der Eishockeystar Timo Meier (25) ist so gut wie nie und beschäftigt inzwischen auch die NHL-Chefetagen.

Klaus Zaugg
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Timo Meier mit den San José Sharks im Madison Square Garden der New York Rangers.

Timo Meier mit den San José Sharks im Madison Square Garden der New York Rangers.

Jared Silber/Getty (New York, 3. Dezember 2021)

Der beste Timo Meier (Bild) aller Zeiten? Sein Agent Dani Giger befindet sich in diesen Tagen in Nordamerika auf Tour zu seinen Klienten und hat die letzten drei Spiele gesehen. Er mag auf diese Frage nicht mit «Ja» oder «Nein» antworten. Denn ein «Ja» würde bedeuten, dass Timo Meier nicht mehr besser wird, wenn er jetzt das beste Hockey aller Zeiten spielt. Und so sagt Daniel Giger:

«Er ist Topskorer seines Teams, spielt in der ersten Linie und im Po­werplay, er hat viel Selbstvertrauen, und die Coaches haben Vertrauen in ihn. Die Chancen stehen gut, dass er seine bisherige Bestmarke von 66 Punkten verbessern wird. Kann man mehr verlangen?»

Meier erreichte seine bisher besten Werte (0,84 Punkte pro Spiel) in der Saison 2018/19. Da war San Jose die Nummer 6 der Liga. 2019/20 musste sich der Appenzeller mit 0,7 Punkten begnügen, und sein Team war noch die Nummer 29. Letzte Saison war San Jose nicht viel besser (26.) und Meiers Ausbeute lag bei 0,57 Punkten. Und jetzt geht es aufwärts: San Jose gehört wieder zu den besten 15 der 32 NHL-Teams, und Meier hat mit 26 Punkten aus 21 Partien den besten Punkteschnitt seiner Karriere (1,23). Keine Frage: Timo Meier gehört in die höchste Kategorie, die es in der NHL gibt. Er ist ein «Franchise Player». So nennen die Nordamerikaner einen Spieler, der eine ganze Organisation auf und neben dem Eis prägt. In diese Adelsklasse gehören von den NHL-Schweizern sonst nur noch Roman Josi (31) in Nashville und Nico Hischier (22) in New Jersey. Beide sind Captain ihres Teams, und beide haben einen Vertrag bis 2027. In beiden Fällen ist ein Transfer (Tausch) undenkbar. Bei Timo Meier hingegen nicht.

Im letzten Vertragsjahr kassiert er 10 Mio. Dollar

Auf Giger wartet bald viel Arbeit. Meiers Vertrag läuft am Ende der nächsten Saison aus. Er bezieht im letzten Vertragsjahr ein Salär von 10 Millionen Dollar brutto. Will ihn San Jose halten, gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit: den Vertrag vorzeitig verlängern. Das ist ab nächstem Sommer möglich.

Aber will San Jose Meier in jedem Fall behalten? Die Gesamtlohnsumme des Teams ist begrenzt (Salary-Cap). Gibt es genügend Spielraum für eine Vertragsverlängerung? San Jose befindet sich seit dem verlorenen Final von 2016 (da war Timo Meier noch nicht dabei) im Wiederaufbau. Die Versuchung besteht, in dieser Phase einen sehr teuren Spieler gegen mehrere Talente und Draftrechte einzutauschen. Wenn wir einem Appenzeller, der sich nicht für Hockey interessiert, den Stil von Timo Meier erklären wollen, dann so: Er spielt Hockey, wie einst Ernst Schläpfer in seinen königlichen Jahren geschwungen hat: nicht elegant. Sondern geradlinig, effizient, unaufhaltsam. Meier ist gerade für ein Team von unbezahlbarem Wert, das unbedingt den Stanley Cup holen und nur noch ein Puzzleteilchen für ein Stanley-Cup-Siegerteam braucht.

Warum also nicht alles für einen Cup-Gewinn tun und die Zukunft erst einmal Zukunft sein lassen? Solche Überlegungen können dazu führen, dass San Jose im Tausch für Timo Meier neben Spielern auch Draftrechte angeboten werden. Timo Meier hält nicht nur die gegnerischen Verteidigungen auf Trab. Er beschäftigt auch die NHL-Chefetagen.