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EM-Qualifikation: Ramona Bachmann trifft beim vierten Sieg der Schweizerinnen dreifach

Ramona Bachmann (Mitte) bejubelt das 2:0, einen ihrer drei Treffer.

Ramona Bachmann (Mitte) bejubelt das 2:0, einen ihrer drei Treffer.

Das Schweizer Frauen-Nationalteam hat in der EM-Qualifikation Rumänien überraschend hoch mit 6:0 bezwungen. Die grosse Figur des Abends war die Schweizer Nummer 10, Ramona Bachmann.

Mit einem Matchball unter dem Arm und einem breiten Grinsen im Gesicht erreicht Ramona Bachmann nach dem Spiel den Interviewbereich und die ­gespannten Medienvertreter. Einen Ball mitzunehmen ist nach einem Hattrick üblich. Bachmann ist beim 6:0-Sieg der Schweiz die grosse Figur. «Eine super Leistung, unser Trainer hat uns hervorragend auf die Rumäninnen eingestellt», sagt die Offensivspielerin.

Tatsächlich kommt die Schweiz während des gesamten Spiels nie wirklich in Bedrängnis, Goalie Gaëlle Thalmann ist mehrheitlich arbeitslos. Die ­Rumäninnen sind der erwartet hartnäckige, bissige Gegner. Die Schweiz leistet sich auch Fehler im Aufbauspiel, hat nur wenige Szenen im gegnerischen Strafraum. Bis Bachmann nach 26 Minuten das erste Mal ihre grosse Klasse aufblitzen lässt. Sie lässt zwei Gegnerinnen stehen und zieht ausserhalb des Strafraums ab. Der Ball klatscht an die Lattenunterkante und landet anschliessend im Tor. «Ramona ist eine der besten Spielerinnen in Europa, wenn sie sich gut fühlt und das Vertrauen spürt», sagt ihr Trainer Nils Nielsen. «Und heute hat sie sich gut gefühlt.» Er lacht herzhaft.

Schwärmt nach dem Sieg von Ramona Bachmann: Nationaltrainer Nils Nielsen.

Schwärmt nach dem Sieg von Ramona Bachmann: Nationaltrainer Nils Nielsen.

Die Erwartungen erneut erfüllt

Dieses Lachen verdeutlicht auch, dass dem gesamten Schweizer Team ein Stein vom Herzen gefallen ist. Mittlerweile werden Siege gegen Rumänien als Pflichtsiege erachtet. Der Druck, er nimmt immer mehr zu. «Wir haben uns das auch erarbeitet», sagt Bachmann. «Früher haben wir um den dritten Platz in einer Qualigruppe gespielt. Heute erwarten wir auch mehr von uns.»

Dass sich das Nationalteam weiterentwickelt hat, zeigt auch, dass Captain Lia Wälti trotz des 6:0 nicht nur zufrieden war. «Die Tore vor der Pause waren nicht schön herausgespielt. Sie kamen eher glücklich zustande.» Deshalb habe sie das Team in der Kabine wachgerüttelt. Mit zunehmender Fortdauer des Spiels kam die Spielfreude der Schweizerinnen zum Vorschein, auch Wälti brillierte mit teils magistralen Pässen in die Tiefe. So leitete sie beispielsweise das 5:0 ein, das die eingewechselte Fabienne Humm auf Vorlage von Eseosa Aigbogun erzielen konnte.

Zuvor hatte Ramona Bachmann mit einem wunderbaren Schlenzer zum 4:0 die Partie nach 74 Minuten endgültig entschieden. Es war ihr dritter Streich, nachdem sie mit dem 2:0 just vor dem Pausenpfiff die Partie in die für die Schweiz gewünschten Bahnen lenkte.

Auch Fabienne Humm vom FC Zürich durfte sich einen Treffer notieren lassen.

Auch Fabienne Humm vom FC Zürich durfte sich einen Treffer notieren lassen.

So selbstbewusst und mutig wie gestern möchten die Nationalspielerinnen im neuen Jahr auch auftreten, wenn die wohl entscheidenden Partien gegen Belgien anstehen werden. Ob Ramona Bachmann dann auch wieder mit einem Ball unter dem Arm Interviews gibt?

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