WM 2017

Schweden holt sich in dramatischem Final Gold – Kanada nützt auch eine Schwalbe nichts

Schweden ist erstmals seit 2013 wieder Weltmeister. Die Skandinavier setzten sich im Final in Köln gegen Kanada nach Penaltyschiessen 2:1 durch.

Kanada und Schweden standen sich seit der Einführung der K.o.-Phase im Jahr 1992 zum vierten Mal in einem WM-Final gegenüber und zum ersten Mal setzten sich die Nordländer durch. In den Endspielen 2003 (2:3 n.V.) und 2004 (3:5) hatten die Schweden jeweils Zweitore-Führungen verspielt. Diesmal brachten sie ein 1:0 nicht über die Zeit.

Highlights Eishockey-WM 2017 Final

Highlights Eishockey-WM 2017 Final

Im Penaltyschiessen klappte es dann aber doch noch. Während bei den Schweden Nicklas Bäckström und Oliver Ekman-Larsson trafen, scheiterten sämtliche Kanadier Es war erst das zweiten Mal nach 1994, dass ein Shootout über den WM-Titel entscheiden musste. Damals war es Kanada (gegen Finnland) gewesen, welches das bessere Ende für sich behalten hatte.

Die 17'363 Zuschauer mussten sich bis zur 40. Minute gedulden, ehe der erste Treffer der Partie fiel, der erst noch ein Shorthander war. Dabei beanspruchte der schwedische Verteidiger Victor Hedman einiges Glück. Dessen an und für sich harmloser Schuss von der blauen Linie sprang vor dem Tor mehrmals auf, worauf ihn der kanadische Goalie Calvin Pickard zwischen den Schonern passieren liess. Allerdings kam für Pickard erschwerend hinzu, dass zwei Schweden vor dem Gehäuse standen.

In der 42. Minute machten es die Kanadier im Powerplay besser. Mitch Marner schoss aufs Tor, wo Ryan O'Reilly den Puck dank grossem Willen am schwedischen Goalie Henrik Lundqvist vorbeibrachte. Der Stürmer der Buffalo Sabres reüssierte zum sechsten Mal an diesem Turnier.

Dem Powerplay war eine unschöne Szene vorausgegangen: Der 20-jährige Travis Konecny packte eine Schwalbe aus. Nach einem Stocktreffer des Schweden Elias Lindholm an den (höchstens) Unterkiefer hielt er sich etwas gar übertrieben im Gesicht. Lindholm wanderte in die Kühlbox, zehn Sekunden später glich Kanada durch O'Reilly aus. 

Die Schwalbe im Video.

Final lebte von der Spannung

Es war kein hochklassiger Final, vielmehr lebte er von der Spannung. An fehlenden Torchancen auf beiden Seiten mangelte es allerdings nicht, oft fehlte aber auch die Genauigkeit in den Abschlüssen. Ausserdem überzeugten beide Goalies. Die Kanadier hatten zudem zweimal Pech, scheiterten doch Mark Scheifele (10.) und Jeff Skinner (22.) je einmal am Pfosten.

Eine besondere Genugtuung ist der WM-Triumph für Henrik Lundqvist. Der Keeper der New York Rangers, unbestritten einer der besten seines Faches, war sowohl 2003 als auch 2004 bei den bitteren Niederlagen dabei gewesen. Nun gehörte zu den Matchwinnern und durfte erstmals eine WM-Goldmedaille in Empfang nehmen.

Die Kanadier ihrerseits vergaben mit der Niederlage die Chance, mit dem 27. WM-Titel zu Rekordweltmeister Russland aufzuschliessen.

Russland gewinnt Bronze

Die Bronzemedaille sicherte sich Russland. Die Osteuropäer setzten sich im Spiel um Rang 3 gegen Finnland 5:3 durch. Die unterhaltsame Partie vor 16'182 Zuschauern schien bereits nach 29 Minuten vorentschieden zu sein. Die Russen führten zu diesem Zeitpunkt 4:0. Das 2:0 von Wladimir Tkatschjow (22.) war ein Shorthander. Das 3:0 (28.) und 4:0 erzielten Doppeltorschütze Nikita Gussew sowie Bogdan Kisselewitsch innert 75 Sekunden. Der Vorsprung ging auch in dieser Höhe in Ordnung, die Russen überforderten die Finnen Mal für Mal mit ihrem Tempo.

Dennoch kehrte die Spannung zurück. Quasi aus dem Nichts verkürzten die Nordländer bis zur 46. Minute auf 3:4. Im Gegensatz zum Halbfinal gegen Kanada, in dem die Russen eine 2:0-Führung verspielt und 2:4 verloren hatten, gelang ihnen diesmal eine Reaktion. In der 49. Minute schoss Nikita Kutscherow das 5:3. Und diesmal liessen die Osteuropäer nichts mehr zu, obwohl die Finnen bereits 3:16 Minuten vor dem Ende den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzten.

Die Russen gewannen zum vierten Mal in Folge eine WM-Medaille. Vor einem Jahr in Moskau hatten sie ebenfalls Bronze geholt. Damals scheiterten sie im Halbfinal an Finnland. Insofern war es eine kleine Revanche.

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