Der Cup schreibt eigene Geschichten, das ist ein viel bemühter Satz. Im Halbfinal hatte dieser insofern seine Richtigkeit, als der EVZ zuvor achtmal hintereinander gegen Bern verloren hatte und die Lakers siebenmal in Folge gegen die Tigers.

Mit Zug und Bern trafen die beiden derzeit besten Teams der National League aufeinander. Umso enttäuschender war es, dass nur 9821 Zuschauer den Weg in die PostFinance-Arena fanden. Der Sieg der Gäste war nicht gestohlen. Im Penaltyschiessen reüssierten auf Seiten der Zuger Lino Martschini, Garrett Roe und Sven Senteler, für den SCB traf einzig Gaëtan Haas. In der Verlängerung waren die Zentralschweizer klar besser gewesen, was das Schussverhältnis von 8:2 beweist. Sie brachten den Puck aber nicht mehr am starken Berner Keeper Leonardo Genoni vorbei.

Nach 40 Minuten hatte Bern verdient 2:1 vorne gelegen. Zwar ging der EVZ in der 29. Minute mit dem ersten Torschuss im zweiten Drittel in Führung - Dario Simion war im ersten Powerplay der Gäste erfolgreich. Das 1:0 hielt aber nur während 100 Sekunden. Dann leistete sich Senteler im Spielaufbau einen fatalen Fehlpass, den Verteidiger Eric Blum zum Ausgleich nutzte.

Dass die Berner den Mittelabschnitt klar dominierten, lag auch daran, dass der EVZ in diesem nicht weniger als drei Zweiminuten-Strafen kassierte. Während der dritten gelang Zach Boychuk nach einem Abpraller das 2:1 für die Gastgeber (37.) Der Kanadier erzielte im wettbewerbsübergreifend neunten Spiel für den SCB seinen sechsten Treffer, den dritten im Cup. Im letzten Drittel legten die Zuger los wie die Feuerwehr und wurden in der 53. Minute mit dem Ausgleich durch Yannick-Lennart Albrecht belohnt. Drei Minuten zuvor hatte Gregory Sciaroni alleine vor EVZ-Keeper Tobias Stephan die grosse Chance zum 3:1 für den SCB vergeben.

Cup-Monster schlägt erneut zu

Es scheint, als könnten die Lakers in diesem Wettbewerb nicht mehr verlieren. Nicht umsonst sagte der Rapperswiler Trainer Jeff Tomlinson im Vorfeld des Halbfinals, dass sie sich Cup-Monster nennen würden.

Zwar verspielten die St. Galler ein 2:0 (13.). Doch nur 57 Sekunden nach dem 2:2 von Alexej Dostoinow (52.) schoss Jorden Gähler die Lakers erneut in Führung. Und diesmal brachten sie den Vorsprung über die Zeit. Dass Gähler den Siegtreffer erzielte, ist eine schöne Geschichte. Der 25-jährige Verteidiger, der bei Rapperswil-Jona gerade erst um ein Jahr bis 2020 verlängert hat, könnte zum dritten Mal hintereinander den Cup gewinnen. 2017 triumphierte er mit Kloten und in diesem Februar mit den damals noch unterklassigen Lakers.

Die Ostschweizer legten einen Blitzstart hin. Corsin Casutt traf bereits nach 57 Sekunden nach schöner Vorarbeit von Dion Knelsen zum 1:0. Auch beim 2:0 waren die Tigers hinten löchrig wie ein Emmentaler Käse. Florian Schmuckli bediente Roman Schlagenhauf mit einem genialen Pass von hinter der eigenen Torlinie, worauf dieser alleine auf den Langnauer Keeper Damiano Ciaccio losziehen konnte und sich diese Chance nicht entgehen liess. Nach der ersten Pause fand Langau besser ins Spiel und glich verdient aus. Dass die Gäste am Ende dennoch das Eis als Verlierer verliessen, hatte auch mit dem starken Auftritt des Rapperswiler Torhüters Melvin Nyffeler zu tun.

Telegramme:

Bern - Zug 2:3 (0:0, 2:1, 0:1, 0:0) n.P.

9821 Zuschauer. - SR Wiegand/Lemelin, Kovacs/Wüst. - Tore: 29. (28:17) Simion (Everberg, Roe/Ausschluss Ebbett) 0:1. 30. (29:57) Blum 1:1. 37. Boychuk (Moser/Ausschluss Everberg) 2:1. 53. Albrecht (Zehnder) 2:2. - Penaltyschiessen: Martschini 0:1, Haas 1:1; Simion -, Boychuk -; Roe 1:2, Scherwey -; Senteler 1:3, Ebbett -. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Bern, 5mal 2 plus 10 Minuten (Senteler) gegen Zug.

Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Untersander; Kamerzin; Boychuk, Arcobello, Moser; Bieber, Haas, Scherwey; Rüfenacht, Ebbett, Kämpf; Sciaroni, Heim, Berger; Grassi.

Zug: Stephan; Schlumpf, Alatalo; Diaz, Stadler; Zgraggen, Zryd; Thiry, Morant; Lammer, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Widerström, Albrecht, Suri; Zehnder, Senteler, Schnyder.

Bemerkungen: Bern ohne Beat Gerber und Mursak, Zug ohne Klingberg (alle verletzt) und Leuenberger (U20). - 23. Pfostenschuss Berger. - Timeout Bern (47.).

Rapperswil-Jona Lakers - SCL Tigers 3:2 (2:0, 0:1, 1:1)

4513 Zuschauer. - SR Stricker/Salonen, Gnemmi/Castelli. - Tore: 1. (0:57) Casutt (Knelsen) 1:0. 13. Schlagenhauf (Schmuckli) 2:0. 30. Pascal Berger (Kuonen/Ausschluss Lindemann) 2:1. 52. (51:27) Dostoinow (Diem) 2:2. 53. (52:24) Gähler 3:2. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 2mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Gilroy, Sven Berger; Gähler, Profico; Iglesias, Schmuckli; Hächler, Maier; Kristo, Schlagenhauf, Wellman; Spiller, Knelsen, Casutt; Mosimann, Mason, Hüsler; Rizzello, Ness, Lindemann.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Lardi, Erni; Cadonau, Huguenin; Randegger; Elo, Pascal Berger, Dostoinow; Kuonen, Johansson, Pesonen; DiDomenico, Gustafsson, Neukom; Rüegsegger, Diem, Nils Berger; Gerber.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Aulin (überzähliger Ausländer), Helbling und Schweri, SCL Tigers ohne Blaser (alle verletzt) und Gagnon (rekonvaleszent). - 24. Pfostenschuss Kristo. - Timeouts: Tigers (59:13); Lakers (59:41). - Langnau ab 58:51 ohne Goalie.