NHL

Ein Transfer als möglicher Befreiungsschlag

Nino Niederreiter wird zukünftig nicht mehr das Trikot von Minnesota Wild tragen

Nino Niederreiter wird zukünftig nicht mehr das Trikot von Minnesota Wild tragen

Nino Niederreiter (26) wurde am Donnerstagabend 21 Uhr Schweizer Zeit zum zweiten Mal in seiner NHL-Karriere transferiert. Die Minnesota Wild tauschten den Churer gegen den schwedischen Center Victor Rask von den Carolina Hurricanes.

Der Transfer kommt aus Sicht des Schweizer Nationalstürmers nicht wirklich überraschend. Einerseits blieben die Wild als ganze Mannschaft bisher unter den Erwartungen und konnten sich nie als Spitzenteam etablieren. Und in diesem Zusammenhang machte eben auch Nino Niederreiter keine sonderlich gute Figur. Der kräftige Flügelstürmer hatte einen miserablen Saisonstart, wurde danach zwar besser, kam aber nie so auf Touren, wie man es sich von ihm erhofft hat. In 46 Spielen kam er auf 23 Skorerpunkte (9 Tore). Zuletzt spielte er gar nur noch in der vierten Linie. Da war klar, dass seine unmittelbare Zukunft bei den Wild gefährdet ist.

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Niederreiter als erstes Opfer des Umbruchs?

Im Sommer 2017 hatte Nino Niederreiter in Minnesota einen über fünf Jahre laufenden mit total 26,25 Millionen US-Dollar dotierten Vertrag unterschrieben. Aber schon die letzte Saison verlief für den Bündner und seine Mannschaft mehr als unbefriedigend. Bereits nach der ersten Playoff-Runde war Schluss. Zu wenig für die ambitionierten Wild, die in der Folge ihren langjährigen GM Chuck Fletcher ziehen liessen.

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Nun hat Fletchers Nachfolger Paul Fenton offenbar genug gesehen und einen Umbruch eingeleitet – mit Nino Niederreiter als erstem prominentem Opfer. Für den Schweizer ist dieser Transfer aber möglicherweise Gold wert. Bei den Wild kam er – vielleicht auch unter der Last der Erwartungshaltung im Zusammenhang mit seinem neuen Vertrag – nicht mehr vom Fleck. Ein Wechsel der Szenerie dürfte für den zweifachen WM-Silbermedaillen-Gewinner eine befreiende Wirkung haben. So wie vor fünfeinhalb Jahren, als er von den New York Islanders, die ihn 2010 an 5. Stelle gedraftet hatten, nach Minnesota getradet worden war.

Glücksgefühle und Fassungslosigkeit

Die Reaktionen auf das Tauschgeschäft waren jedenfalls eindeutig. Die Fans der Carolina Hurricanes konnten ihr Glück kaum fassen. Diejenigen der Wild waren – trotz Niederreiters zuletzt wenig überzeugenden Auftritten – eher fassungslos. In der Tat ist es schwierig, aus Sicht von Minnesota Argumente zu finden, die für diesen Transfer sprechen. Victor Rask ist ein Jahr jünger als Niederreiter, verdient pro Saison 1,25 Millionen US-Dollar weniger und ist ein Center. In 26 Spielen in dieser Saison hat er aber lediglich ein Tor erzielt. In der letzten kam er in 71 Spielen auf 31 Skorerpunkte (14 Tore), Niederreiter in 63 Spielen auf 32 Punkte (18 Tore).

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Nino Niederreiters Perspektiven bei der Mannschaft, die ihre Heimspiele in Raleigh im Bundesstaat North Carolina austrägt, sind in der Tat vielversprechend. Headcoach Rod Brind’Amour lässt sehr offensives Eishockey spielen. Das Problem der Hurricanes war bisher aber, dass man das gegnerische Tor zu wenig traf. Kein anderes Team hat in der Eastern Conference weniger Tore erzielt als Carolina. Da kommt ein Powerflügel wie Niederreiter wie gerufen. Ein Platz in einer der beiden Top-Sturmlinien ist für den Bündner quasi reserviert. Das wird sich positiv auf seine Eiszeit – und letztlich auch auf seine Punkteproduktion auswirken.

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