Ligaqualifikation

Die Unabsteigbaren steigen nach 56 Jahren ab – Kloten verliert Finalissima gegen Rapperswil-Jona

Die Rapperswil-Jona Lakers steigen dank einem 2:1-Sieg nach Verlängerung im 7. Spiel der Ligaqualifikation gegen Kloten in die National League auf. Kloten dagegen muss den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Es herrscht eine schon fast andächtige Stimmung an einem dieser so wunderbaren Frühlingsabende rund um den Klotener Schluefweg. Diesem so malerisch, mitten im Wald gelegenen Eisstadion. Dort, wo die Fans im April oft noch hin pilgerten. Und zwar während den sportlich guten Zeiten, als der EHC Kloten und später die Kloten Flyers vor nicht allzu langer Zeit noch um Meisterehren kämpften.

Diese schönen Erinnerungen sind an diesem Tag, in welchem es aus Sicht der Klotener ums nackte, sportliche Überleben geht, aber weit weg. Während am Himmel oben die Flugzeuge in regelmässigen Abständen lärmend und träge in Richtung Wolken steigen, versammeln sich vor den Toren der Arena die ersten Fans. Die Rapperswiler Anhänger sind praktisch allesamt ganz in Rot gekleidet, die Supporter der Flieger erscheinen weniger einheitlich.

Aber sie kommen zahlreich und im Wissen, dass sie an diesem Abend möglicherweise für längere Zeit das letzte Heimspiel ihrer Lieblinge als National-Ligisten sehen werden. Eine weitere Niederlage, die 47. in dieser fürchterlichen Saison, würde das Schicksal des EHC Kloten ultimativ besiegeln.

Nichts für schwache Nerven

Die Stimmung im Stadion ist entsprechend angespannt, die Bedeutung der Partie ist nichts für schwache Nerven. Jene der Kloten-Anhänger werden im ersten Drittel einer harten Prüfung unterzogen. Es spielt nämlich nur eine Mannschaft: die Rapperswil-Jona Lakers. Lars Frei erzielt nach 14 Minuten die verdiente Führung für den Unterklassigen.

15:4 lautet das Schussverhältnis nach 20 Minuten. In der Pause ist der Tenor unter den Zuschauern auf der Tribüne klar: Wenn die Flieger in diesem Stil weitermachen, dann ist die Niederlage und somit der Abstieg nicht vermeidbar.

Das haben immerhin auch die Spieler selber bemerkt. Jetzt reissen die Klotener die Initiative an sich, bewegen die Beine, setzten die Rapperswiler unter Dauerdruck. Aber Melvin Nyffeler, der Goalie der Lakers, lässt sich nicht bezwingen. Trotz 13:5 Schüssen zugunsten des EHC Kloten führt der Unterklassige auch nach 40 Minuten mit 1:0. Langsam macht sich Verzweiflung breit unter den Fans der Flieger.

Aber sie werden von ihren Leiden dann doch noch erlöst. Tommi Sallinen, der Finne, erzielt in der 50. Minute den Ausgleich. Der Schluefweg wird in seinen Grundfesten erschüttert. Die Hoffnung lebt!

Schliesslich trifft das ein, was in dieser unglaublich spannenden Serie eigentlich unvermeidlich war: Die Verlängerung muss über Sein oder Nichtsein, über Aufstieg oder Abstieg entscheiden. Ein Krimi sondergleichen. In der 69. Minute kullert der Abschlussversuch von Klotens Dominik Egli an den Pfosten. Die Zuschauer haben den Torschrei schon auf den Lippen, wenden sich ungläubig ab. Das kann doch nicht wahr sein!

Bis der Vorhang fällt

Und dann fällt der Vorhang doch noch: Eine Unaufmerksamkeit in der Verteidigung des EHC Kloten führt zu einem Konter. Die Rapperswiler sind im entscheidenden Moment wieder so cool, wie während der ganzen Saison. Jan Mosimann trifft in der 78. Minute zum 1:2. Sieg der Lakers. Aufstieg! Jubeltrauben auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite Konsternation. Die Kloten-Fans eilen enttäuscht aus dem Stadion. Es ist doch so rausgekommen, wie man es befürchten musste. Nach 56 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur höchsten Liga steigt der EHC Kloten in die Swiss League ab. Der Flieger ist abgestürzt.

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