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Ein Einstand nach Mass für Breel Embolo

Breel Embolo brauchte nur 19 Minuten für sein erstes Tor im Trikot der Schalker.

Breel Embolo brauchte nur 19 Minuten für sein erstes Tor im Trikot der Schalker.

Der Ehemalige Basler siegt mit dem FC Schalke 04 im DFB-Pokal gegen Villingen mit 4:1. Embolo trifft bereits bei seinem ersten Ernstkampf.

Für Teyfik Ceylan endet der Nachmittag mit einer bitteren Enttäuschung. Eine geschlagene Stunde hat der Villinger Verteidiger auf das Trikot gewartet, ehe der Mann, der zuvor sein Gegenspieler gewesen ist, endlich aus der Schalker Kabine kommt. «Hast du es nicht bekommen? Ich habe es jemandem von euch gegeben», zuckt Embolo bedauernd mit den Schultern und muss dann noch für ein paar Selfies mit den Balljungs herhalten.

Vielleicht bekommt Ceylan das Trikot ja doch noch. Es wäre das Erinnerungsstück an ein Pokalspiel mit dem Sechstligisten Villingen gegen den Bundesligaklub Schalke 04, das zwar 1:4 verloren gegangen ist, in dem er sich aber gegen den gegnerischen Rekordeinkauf achtbar aus der Affäre gezogen hat. «Okay, beim zweiten Tore ist Embolo mit der Schuhspitze vor mir am Ball gewesen», sagt Ceylan, «aber sonst habe ich es gegen ihn gut gemacht.»

Zufrieden mit dem Nachmittag im Freiburger Schwarzwaldstadion ist aber auch Embolo selber. Nicht nur hat er bei seinem Pflichtspieldebüt mit seinem neuen Team die nächste Pokalrunde erreicht und die 90 Minuten durchgespielt, sondern gleich auch noch sein erstes Tor geschossen. Natürlich, beim 13:0 in der Testpartie gegen Wanne-Eickel hatte er sogar zwei Tore gemacht, aber in einem Wettbewerbsspiel zu treffen, ist doch etwas anderes. Nach einer Flanke von Kolasinac hatte er am schnellsten reagiert und das 2:0 erzielt. «Klar ist das super, wenn mir gleich ein Tor gelingt», sagt Embolo danach.

Er zählt offensichtlich zu der Spezies, die bei ihrem Debüt jeweils trifft. Nicht ganz so eindrücklich zwar wie Milos Jojic, der bei Borussia Dortmund 17 Sekunden brauchte, um mit der ersten Ballberührung sein erstes Bundesligator zu erzielen, oder wie der 18-jährige Marcus Rashford, der für Manchester United beim Premier-League-Einstand gegen Arsenal nach 29 Minuten das 1:0 und nach 32 Minuten das 2:0 schoss und auch im Nationalteam sofort traf.

Doch Embolo ist auch nicht schlecht. Nur 19 Minuten hat er bei Schalke auf sein erstes Tor warten müssen, lediglich vier Minuten waren es bei seinem Debüt beim FC Basel gewesen: in der 85. Minute gegen Aarau eingewechselt, in der 89. Minute zum 5:0 getroffen.

Gegen Villingen ist Embolo von Trainer Markus Weinzierl im rechten Mittelfeld eingesetzt worden. «Aber natürlich könnte er mit seiner Schnelligkeit auch im Zentrum beim Kontern eine Option sein», sagt Weinzierl, der indes auf eine Einzelkritik verzichtet. Manager Christian Heidel dagegen sagt: «Man hat heute gesehen, dass Embolo Dinge drauf hat, die kein anderer macht. Aber dann wieder spielt er den Ball aus zwei Metern dem Gegner in die Füsse.»

Heidel hat den Schweizer mit einem Fünfjahresvertrag für 22,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Schalke gelotst − der teuerste Zuzug der Klubgeschichte. «Embolo ist ein Spieler, der eine grosse Karriere vor sich hat», sagt Heidel. «Wir wissen aber, dass ein 19-Jähriger nicht ohne Fehlerquote spielt.» Und denkt dabei an das Dutzend Ballverluste, das sich der Neuzugang gegen die Villinger geleistet hatte. Aber Heidel macht auch klar, dass kein noch so teurer Schalker einen Freibrief hat. «Wenn einer wie Embolo nur zehn Saisonspiele macht, darf man ihn noch lange nicht als Fehleinkauf abstempeln», hat er dem «Kicker» gesagt.

Ein Spiel hat Embolo nun bereits gemacht. «Die Vorbereitung ist sehr streng gewesen», sagt Embolo. «Aber ich fühle mich total wohl bei Schalke, die Kollegen haben mich super aufgenommen. Der Klub ist genau so, wie ich es mir erhofft habe. Der Trainer weiss, was ich kann und hat ein exaktes Bild, wie ich mich entwickeln soll.

Am Samstag beginnt für Schalke die Bundesligasaison. Mit einem Embolo-Tor in Frankfurt?

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