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Effiziente Oltner düpieren Visp zu einem schmeichelhaften 5:4-Auswärtssieg

Der EHC Olten gewinnt auswärts gegen Visp mit 5:4.

Diesen kurzen Umweg auf dem Weg in die Kabine nimmt Maurizio Mansi noch so gerne in Kauf: Nach Spielschluss läuft der EHCO-Trainer auf dem Eis zu Torhüter Matthias Mischler, umarmt ihn und ballt dann die Faust. Er weiss, bei wem er sich für diesen 5:4-Sieg zu bedanken hat: «Matthias Mischler hat uns den Sieg gesichert. Er war grossartig – einmal mehr», sagt Mansi.

Dieser Einschätzung ging eine äusserst hektische Schlussphase voraus. In den letzten 70 Sekunden drückte Visp – den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt – so vehement auf den Ausgleich, dass sich die Oltner nicht mehr befreien konnten und erst von der abgelaufenen Spieluhr erlöst wurden. Die Oltner wussten den schmeichelhaften Sieg zu schätzen und liessen sich feiern. Ein geklauter Sieg? «Sagen wir es mal so: Es war nicht unser schönster Sieg. Aber die Jungs haben hart gekämpft. Unter dem Strich sind die drei Punkte deshalb mehr als verdient», sagt Mansi und schmunzelt.

Ausfälle in der Verteidigung

Die Partie verlor bis zur letzten Sekunde nie an Spannung: Die 3377 Zuschauer in der Litterna-Halle von Visp kamen auf ihre Kosten. Wohl auch, weil sich die Spieler nicht immer an die Eishockey-Lehrbücher hielten. Vor allem defensiv liessen die Oltner, die nur mit sieben Verteidigern antraten, dem EHC Visp immer wieder zu viel Raum. Man merkte, dass mit Marc Grieder (Knie) und Romano Pargätzi (Hirnerschütterung) zwei Stammverteidiger verletzt fehlten. Überdies musste Stefan Hürlimann wegen einer Muskelzerrung im Oberschenkel passen, dessen Captainamt Reto Kobach übernahm.

Das Oberwalliser Offensivfeuerwerk erreichte im Mitteldrittel den Höhepunkt. Meist fand nur Oltens Torhüter Matthias Mischler ein Rezept dagegen und brachte die Gegner im Minutentakt zum Verzweifeln. Und war der EHCO-Schlussmann für einmal geschlagen, rettete insgesamt viermal der Pfosten für die Oltner. Bezeichnend für den schmeichelhaften Sieg war die Szene des Spiels, die sich rund um EHCO-Topskorer Curtis Gedig drehte (18.): Nach einem Pfostenschuss von Visps Roman Botta gelang Gedig mit einem kernigen Check die Puckeroberung, worauf er via Philipp Wüst und Marco Truttmann im Slot wieder an den Puck kam und die Scheibe mit einer beeindruckenden Leichtigkeit im Torhimmel unterbrachte. Visp mit den Chancen, Olten mit den Toren. Auch die weiteren Oltner Tore von Marco Truttmann und Remo Hirt liessen sich sehen. Beide bewiesen bei ihren Treffern ein feines Händchen.

Am Dienstag trifft der EHC Olten auf La Chaux-de-Fonds. Der EHCO ist gewarnt: Der Direktkonkurrent dürfte den Raum effizienter nutzen, als die Oberwalliser, die gegen Olten die vierte Heimniederlage in Serie eingefahren haben.

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