Was für eine bittere Niederlage! Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft verpasste eine goldene Chance, einen wichtigen Schritt in Richtung Viertelfinal zu vollziehen. Trotz einer späten 3:2-Führung liess sich das Team von Nationaltrainer Patrick Fischer am Ende noch die Butter vom Brot nehmen. Statt drei weiteren Punkten auf dem Konto und der Aussicht, schon heute Nachmittag (16.15 Uhr) im nächsten Spiel gegen Weissrussland mit einem Sieg den Einzug in die Runde der besten acht Teams perfekt zu machen, stehen die Schweizer nun unter Druck.

Mit sechs Punkten aus den ersten drei Spielen haben sie das Soll nicht erfüllt.
Die Penaltyschiessen-Niederlage gegen die Franzosen könnte sich am Ende als fatal erweisen. Und sie war erst noch so bitter wie unnötig. Denn die Schweizer zeigten während zweier Dritteln eine gute Leistung. Sie liessen sich von einem frühen, doppelten Faux-pas von Romain Loeffel, dem im Powerplay als hinterster Mann der Stock brach und der schliesslich einen Abpraller von Genoni mit dem Schlittschuh ins eigene Tor bugsierte (2.) nicht aus dem Konzept bringen.

Die Highlights des Spiels im Video:

Switzerland - France | Highlights | #IIHFWorlds 2017

    

Besonders im zweiten Abschnitt zeigten sich die Schweizer von ihrer besten Seite. Sie gewannen den Grossteil der Zweikämpfe, wirkten bissiger und spritziger als die Franzosen, bei denen die Euphorie nach dem 5:1-Sieg gegen Finnland völlig verebbt war. Vincent Praplan (22./24.) sorgte mit einem Doppelschlag für die verdiente Führung der Schweizer, die, mit ein wenig mehr Entschlossenheit, die Partie nach 40 Minuten bereits zu ihren Gunsten hätten entscheiden können.

Genonis fataler Stellungsfehler

Aber so blieben die Franzosen am leben. Und kamen im Powerplay durch Stéphane DaCosta zum Ausgleich (44.). Fortan wogte das zusehends dramatischere Spiel hin und her. Als Andres Ambühl in der 54. Minute mit einem herrlichen Hockeckschuss der neuerliche Führungstreffer für die Schweiz gelang, da schien der Dreipunktesieg doch wieder in greifbare Nähe zu rücken.

Doch die Fischer-Boys waren ganz einfach zu wenig stilsicher, um diesen späten Vorsprung auch noch über die Zeit zu bringen. Ausgerechnet Meistergoalie Leonardo Genoni liess sich nach einem von Reto Schäppi gegen Laurent Meunier verlorenen Bully von einem Drehschuss des Franzosen Anthony Rech in der Torwartecke erwischen.

Ein unglücklicher Gegentreffer zu einem noch unglücklicheren Zeitpunkt. Am Ende mussten die etwas schockierten Schweizer froh sein, dass sie nicht mit ganz leeren Händen vom Platz gingen. Doch auch diese Niederlage nach Penaltyschiessen – nur der Franzose Stéphane DaCosta traf, während bei den Schweizern Damien Brunner, Vincent Praplan und Dennis Hollenstein an Frankreichs Keeper Cristobal Huet scheiterten – fühlt sich am Ende wie eine Nullpunkte-Schlappe an.

Die Schweizer haben nun gegen Slowenien und die Franzosen insgesamt drei Punkte verloren. Angesichts des Restprogramms mit Weissrussland (Mittwoch), Kanada (Samstag), Finnland (Sonntag) und Tschechien (Dienstag) sind die Perspektiven hinsichtlich einer Viertelfinal-Qualifikation nicht mehr allzu rosig. Selbst wenn gerade die Tschechen und die Finnen im bisherigen Turnierverlauf einen alles andere als überzeugenden Eindruck hinterlassen haben. Die Hoffnung stirbt für die Schweizer bekanntlich zuletzt. Aber dramatische Niederlagen wie jene gegen die Franzosen helfen in der Regel nicht, die gesteckten Ziele zu erreichen. Leider-