Real Madrid out, der PSG out – nach dem grandiosen Scheitern zweier Topfavoriten in der letzten Woche verspricht die letzte Tranche der Achtelfinal-Rückspiele in der Champions League noch einmal Hochspannung. Im Mittelpunkt stehen die Partien Bayern – Liverpool
(Hinspiel 0:0) am Mittwoch und der heutige Hit zwischen Juventus Turin und Atlético Madrid (0:2).

Nur vier Vereine sind in Europas Ligen Mitte März noch ungeschlagen. Slovan Bratislava in der Slowakei, PAOK Saloniki in Griechenland, Roter Stern Belgrad in Serbien – und Juventus in Italien. Die Turiner führen in der Serie A die Tabelle mit 18 Punkten Vorsprung vor Napoli an und streben dem achten Scudetto in Folge entgegen. Doch das ganz grosse Ziel ist der erstmalige Gewinn der Champions League seit 1996.

Hat Ronaldo den Zenit überschritten?

Vor diesem Hintergrund haben sie sich im letzten Sommer einen finanziellen Kraftakt geleistet und Superstar Ronaldo von Real Madrid mit einer Ablösesumme von 105 Millionen Euro und einem Vierjahresvertrag verpflichtet. Mit der Erwartung, dass der fünffache Weltfussballer sein Jahressalär von 30 Millionen Euro wert ist und die Bianconeri zum dritten Titelgewinn in diesem Wettbewerb führt.

Fünf Mal schon hat Ronaldo die Champions League gewonnen und in 159 Spielen sagenhafte 121 Tore erzielt. Ausgerechnet jetzt aber schwächelt der 34-Jährige und unken die ersten Experten, er habe den Zenit überschritten.

Zwar hat Ronaldo in 26 Liga-Einsätzen für die Juve 19 Tore erzielt, in der Champions League aber nur einen einzigen. Der Druck auf ihn ist enorm, doch hat er sich bisher in seiner Laufbahn immer resistent dagegen gezeigt. Auch die Steuerhinterziehung und der Vergewaltigungsvorwurf aus Las Vegas haben bei ihm, zumindest auf dem Spielfeld, keine Spuren hinterlassen.

Noch nie einen 0:2-Rückstand gedreht

Obwohl Atlético beim 2:0-Sieg im Hinspiel Ronaldo im Griff hatte, wird es diesen fürchten. Gut möglich, dass die Bühne der Allianz Arena mit ihrer Strahlkraft in die ganze Fussballwelt Ronaldo zu grosser Form auflaufen lässt.

Das würde auch Abwehrchef Giorgio Chiellini freuen. Dieser bestreitet seinen 500. Match für die Juve, und weil auch er schon 34 Jahre alt ist, drängt die Zeit, endlich diesen verdammten Henkelpott zu gewinnen. Die Krux: Die Turiner haben es im Europacup noch nie geschafft, einen 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel zu drehen und gegen Atlético in drei Spielen nie ein Tor geschossen.