Fussball

Das sind die Figuren für einen goldenen Frühling in der Super League

In einer Woche startet die Rückrunde der Super League. Wir haben zehn Figuren herausgepickt, die für die Hoffnungen der Vereine stehen.

BSC Young Boys

Miralem Sulejmani und die Rückkehr der Verletzten

Spielt und strahlt wieder für den Meister: Miralem Sulejmani

Spielt und strahlt wieder für den Meister: Miralem Sulejmani

Es ist schon erstaunlich, dass die Young Boys trotz vieler Abgänge und grosser Verletztenmisere zur Saisonhälfte erneut die Super League anführen. Zeitweise fehlten Trainer Gerardo Seoane bis zu acht Stammspieler. Zum Start der Rückrunde ist aber Besserung in Sicht. Captain Fabian Lustenberger steht genauso wieder zur Verfügung wie Mittelfeldspieler Vincent Sierro. Und auch das Comeback von Flügelspieler Miralem Sulejmani ist endlich absehbar. Nur gerade 69 Minuten stand der 31-jährige Serbe im letzten Jahr für YB auf dem Feld. Ohne seine Klasse verteidigten die Berner erneut den Titel, auch in dieser Saison steht man wieder vorne. Die Kreativität des Kunstfreistossschützen ist aber herzlich willkommen in Bern.

FC Basel

Taulant Xhaka und das YB-Syndrom

Geht bei Basel jeweils als Kämpfer voran: Taulant Xhaka.

Geht bei Basel jeweils als Kämpfer voran: Taulant Xhaka.

Eigentlich war es jahrelang eine Stärke des FC Basel, gegen die sogenannt Kleinen der Liga stets zu gewinnen. In solchen Spielen holte er jene Punkte, die sonst vielleicht am Ende der Saison zum Meistertitel gefehlt hätten. Ganz im Gegensatz zu den Young Boys, die immer dann ihre Punkte vergaben, wenn man es nicht erwartete. Klassisches veryoungboysen eben. Nun sind diese Rollen vertauscht. Zwar überzeugt Basel in dieser Saison wieder, aber gerade geplante Pflichtsiege kamen im Herbst nicht immer zu Stande: 1:1 gegen Xamax, 0:2 gegen Servette und 1:2 gegen Luzern – dabei wäre vieles in solchen Partien lediglich Einstellungssache. Wenn Basel den Sieg wirklich will, holt der FCB ihn auch. Garantiert keine solchen Probleme kennt Taulant Xhaka. Er geht immer dorthin, wo es wehtut und hält seine Knochen hin. Er gibt immer hundert Prozent und geht kämpferisch auch in diesen Spielen voran. Darum heisst es für den FCB jetzt: Elf Xhakas müsst ihr sein!

FC St. Gallen

Lawrence Ati Zigi und die alten Zeiten

Wahrscheinlich neure St.Gallen-Goalie: Lawrence Ati Zigi.

Wahrscheinlich neure St.Gallen-Goalie: Lawrence Ati Zigi.

Es waren berauschende Tage im Herbst für die St. Galler. Freude bereitete nicht nur die junge Offensive und das kreative Mittelfeld, sondern auch die stabile Defensive. Die Hoffnung, dass alles so bleibt, wie es war, zerschlug sich am Donnerstag mit der Meldung, dass Torhüter Dejan Stojanovic zu Middlesbrough wechselt. Als Ersatz kommt wohl der Ghanaer Lawrence Ati Zigi von Sochaux. Offenbar fehlt noch der Medizincheck. Für Peter Zeidler ist Zigi ein Altbekannter, die beiden arbeiteten bereits in Liefering, Salzburg und Sochaux zusammen. Die Ostschweizer setzen also auf das Gespür von Zeidler und darauf, dass der Keeper sich sogleich als sicherer Rückhalt erweist. Dann könnte der Höhenflug weitergehen.

FC Zürich

Toni Domgjoni und das junge Zentrum

Steht für die Zukunft des FCZ: Toni Domgjoni.

Steht für die Zukunft des FCZ: Toni Domgjoni.

Für Spektakel und Tore sorgen in Zürich oft andere als der defensive Mittelfeldspieler Toni Domgjoni. So etwa Techniker Antonio Marchesano, Torjäger Blaz Kramer oder Routinier Marco Schönbächler. Doch der 21-jährige Domgjoni macht genau jene Arbeit ausserordentlich gut, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Oft erobert er entscheidende Bälle, spielt die einfachen, aber wichtigen Pässe. Gemeinsam mit dem anderen grossen Mittelfeldtalent der Zürcher, dem 18-jährigen Simon Sohm, sorgt Domgjoni für grosse Sicherheit und Stabilität im Mittelfeld. Wenn die Entwicklung der beiden Talente ähnlich weitergeht, dann könnte für den FC Zürich noch einiges möglich sein in dieser Saison.

Servette FC

Pascal Besnard und die Kontinuität

Es ist ein Wechsel an der Spitze eines funktionierenden Vereins: Pascal Besnard löste auf Anfang Jahr Didier Fischer als Servette-Präsident ab. Der Topbanker bringt eine grosse Stärke mit, die auch Servette helfen soll: Er kann mit Zahlen umgehen. Im Sport braucht er sich aber gar nicht gross einmischen. Denn: Beim Genfer Traditionsverein funktioniert derzeit vieles einwandfrei. Nach dem Aufstieg findet sich das Team dank erfrischender Spielweise auf dem fünften Rang wieder – was vor allem für die gute Arbeit von Trainer Alain Geiger spricht. Wenn man ihn und sein Team weiter in Ruhe arbeiten lässt, haben die Genfer mit dem Abstieg nichts zu tun – und können gar von Europa träumen.

FC Lugano

Carlinhos Junior und die Zauberer

Tessiner Mannschaften agieren traditionell taktisch clever. Dies trifft insbesondere auch auf den FC Lugano zu, seit Maurizio Jacobacci an der Seitenlinie steht. Manchmal würde man sich ein bisschen mehr Spektakel der eigentlich quirligen Offensive wünschen. Zwar sorgt Samba-Tänzer Carlinhos mit seinen Dribblings immer wieder für Lichtblicke, doch seit dem Transfertheater im Sommer hat er noch nicht wirklich überzeugt und erst zwei Tore erzielt. Stand jetzt bleibt er trotz erneuten Gerüchten immer noch in Lugano. Wenn er sich im Tessin endlich wieder richtig wohlfühlen kann, dann kann er mit Kunstschütze Marco Aratore wieder für Musik im Tessin sorgen.

FC Sion

Johan Djourou und die nächsten Hoffnungen

Trainiert derzeit beim FC Sion: Johan Djourou.

Trainiert derzeit beim FC Sion: Johan Djourou.

Ist Johan Djourou Sions neuer Königstransfer? Die Unterschrift des Ex-Nati-Verteidigers ist zwar noch nicht unter den Vertrag gesetzt, aber Djourou hält sich bei den Wallisern fit und dürfte bald unterschreiben, wenn er bereit ist. Vieles erinnert dabei an Valon Behrami, einen anderen ehemaligen Nati-Spieler. Er war im letzten Sommer zu Sion gestossen, sein Vertrag wurde aber bereits im Oktober wieder aufgelöst. Neben Djourou gibt eine Trainerposse zu reden: Neuer Trainer ist Ricardo Dionisio, der von Ex-Klub Nyon eigentlich keine Freigabe erhalten hatte.

FC Luzern

Fabio Celestini und das Fachwissen

Neuer Trainer beim FC Luzern: Fabio Celestini.

Neuer Trainer beim FC Luzern: Fabio Celestini.

Die Hoffnungen in der Innerschweiz ruhen auf den Schultern des neuen Trainers Fabio Celestini. Unter Vorgänger Thomas Häberli war der FCL in eine Abwärtsspirale geschlittert, Häberli musste gehen. Celestini hat zwar keine Luzerner Vergangenheit (die von Sportchef Meyer erwähnte und viel zitierte «Luzerner DNA»), verfügt dafür aber über viel Fachwissen und Super-League-Erfahrung. Zuvor hatte Celestini schon Lausanne und Lugano trainiert. Nun soll er den FCL schnell aus dem Abstiegskampf führen.

Neuchâtel Xamax

Geoffroy Serey Dié und der erneute Abstiegskampf

Enttäuschte in Aarau: Goeffroy Serey Dié.

Enttäuschte in Aarau: Goeffroy Serey Dié.

Vor einem Jahr brachte Geoffroy Serey Dié den Neuenburgern im Abstiegskampf Biss, Kampfgeist und Organisation. Gleichwohl stand er nach der Saison ohne Vertrag da und heuerte beim FC Aarau an. Dort Aarau enttäuschte er derweil meistens. Nun soll er bei Xamax wieder zum Ligaerhalt beitragen.

FC Thun

Leonardo Bertone und der Vermisste

Selten wurde ein Spieler so vermisst, wie in Thun Dennis Hediger. Seit der Captain ausfällt, fehlt es an einem Leader im Mittelfeld. Und weil Hediger weiter ausfällt, hat Thun-Sportchef Andres Gerber nun reagiert. Die Lücke soll nun Neuzugang Leonardo Bertone füllen. Der YB-Meisterspieler soll endlich wieder für Organisation sorgen beim FC Thun. Das ist auch bitter nötig für den Tabellenletzten.

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