Eishockey

Serie zur Heim-WM: Eishockey-Stars zeigen ihre Heimat – so lebt Pius Suter

Eishockey: «Pius Suter ist ein Biest»

Kindheitserinnerungen und Heimat: mit Pius Suter unterwegs in Zürich und Wallisellen.

Der 23-jährige Pius Suter hat sich zum treffsichersten Stürmer im Schweizer Eishockey entwickelt. Warum er früher das helvetische Essen vermisste und warum der ZSC-Star an WM-Gold glaubt, erfahren Sie im Video.

Er reibt sich die Hände. Die Temperaturen sind um den ­Gefrierpunkt. Plötzlich hebt er den Kopf. «Wow, hier hat sich ja einiges verändert.» Pius Suter zeigt auf eine blaue Tartanbahn. Hier auf dem «Spöde», wie er die Sportanlage in Wallisellen liebevoll nennt, hat Suter seine Kindheit verbracht. «Hier hat ­alles angefangen. Mit fünf Jahren stand ich zum ersten Mal auf dem Eis.» Es ist der Start einer Erfolgsgeschichte.

Heute steht Pius Suter, 23-jährig mittlerweile, jeden Tag auf dem Eis. Als erfolgreicher Stürmer der ZSC Lions, Cupsieger 2016, Meister 2018. Und nun ist er aktuell mit 20 Toren gar bester Torschütze der Liga. Mit dem Team, das nur unweit der eigenen Heimat zu Hause ist.

Die Erfahrungen in Kanada und das fehlende Essen

Es ist Suters fünfte Saison bei den ZSC Lions. Jeder seiner ­bisherigen Trainer hat grosses Vertrauen in ihn gesetzt. Eine derart dominante Rolle wie unter Rikard Grönborg hatte Suter indes noch nie. Der Schwede setzt den ­gelernten Center vermehrt als linken Flügel ein. «Wir spielen so ein flüssiges Spiel. Da kommt es nicht drauf an, wo ­Suter spielt. Er findet immer ­seinen Weg», sagt Grönborg.

Ur-Zürcher: Pius Suter zeigt seine Heimat.

Ur-Zürcher: Pius Suter zeigt seine Heimat.

Suters grösste Qualitäten: Er steht oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er ist sich nicht zu schade für die Drecksarbeit vor dem Tor. Und er beweist mit ­exzellenten Pässen auf seine Kollegen immer wieder sein ­tolles Auge. Grönborg ist beeindruckt: «Pius gehört zu den intelligentesten Spielern der Liga. Er kann Situationen lesen und muss dafür nicht einmal viel Energie aufwenden. Er ist ein Biest.» Die Vielseitigkeit hat ­Suter schon in seiner Kindheit bewiesen. Er spielte mehrere Sportarten, unter anderem Fussball.

Nachdem den ZSC Lions letzte Saison die Qualifikation für die Playoffs nicht gelungen ist, möchte Suter dieses Jahr umso mehr durchstarten. Den Sprung in die NHL hat er bisher noch nicht geschafft. Erfahrungen in Übersee hat er indes bereits einige. Zwischen 2013 und 2015 spielte Suter in der kanadischen Juniorenliga OHL für ­Guelph Storm.

Und bereits zweimal durfte er an NHL-Vorbereitungs-Camps teilnehmen (2017 in Ottawa, 2018 bei den New York Islanders). «Das Essen aus der Schweiz habe ich durchaus vermisst. Und auch den öffentlichen Verkehr», sagt Suter lächelnd. Und zu seinen sportlichen Ambitionen: Die NHL bleibt ein Traum von mir. Wir werden sehen, wann es soweit ist.»

Das gewohnte Bild: Pius Suter als Torschütze.

Das gewohnte Bild: Pius Suter als Torschütze.

Helfen könnte die Heim-WM im Frühling. Die Bühne der Weltmeisterschaft hat zuletzt auch Gaëtan Haas zum NHL-­Engagement verholfen. Dieser wechselte nach der letzten WM in der Slowakei vom SC Bern zu den Edmonton Oilers.

Der Glaube an den Weltmeistertitel

Suters Mindestziel ist es, Unterschlupf im WM-Kader zu finden. «Eine WM im eigenen Land ist das Grösste», schwärmt er. Der Spielort der Schweizer, das ­Hallenstadion, ist nur unweit von seinem Zuhause entfernt. «Ich würde vor Heimpublikum spielen. Familie und Freunde wären hier. Ich hätte die Möglichkeit, auch zwischen den Spielen mein privates Umfeld zu sehen und so ein wenig Ablenkung zu ­bekommen.»

WM-Gold? Warum nicht! Für Pius Suter ist nichts unmöglich.

WM-Gold? Warum nicht! Für Pius Suter ist nichts unmöglich.

Suter erwies sich immer wieder als wertvoller Nati-Spieler. An den Olympischen Spielen 2018 war er der beste Schweizer Skorer. Dann warf ihn ein gebrochener Finger zurück. Er verpasste die WM in Dänemark und damit auch die Silbermedaille. «Man darf keine Gedanken an mögliche Verletzungen verschwenden. Wenn man sich gut aufwärmt, sein Spiel durchzieht und danach gut regeneriert, wird alles gut kommen.»

Im November glänzte er wieder: Am Deutschland Cup ­sicherte er sich mit seinem Siegtor gegen Deutschland den späteren Turniersieg für das Team von Patrick Fischer. «Ich spiele gerne für die Nationalmannschaft. Es ist immer ein sehr ­hohes Niveau und ich kann viel davon profitieren», sagt Suter.

Bleibt die Frage: Ist Suter das fehlende Puzzle-Stück für den grossen Coup, WM-Gold? «Ich glaube, es fehlt nur noch wenig für den ganz grossen Erfolg der Schweiz. Dänemark hat gezeigt: es ist möglich», sagt Suter. ­«Auf diesem Niveau machen nur ­Details den Unterschied aus. Wenn alles stimmt, kann der Traum wahr werden.»

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