Crowdfunding
Elena Quirici und die Frage: Wie lockt man Menschen aus den Ferien?

Um sich optimal auf die Olympischen Spiele vorzubereiten, organisiert Elena Quirici ein Trainingslager. Das Problem: Für viele Athletinnen ist die Saison bereits vorbei. Um sie ins Training zu locken, braucht es also einen Köder. In finanzieller Form. Dafür sucht Quirici Unterstützer.

Martin Probst
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Elena Quirici konnte das Qualifikationsturnier in Paris gewinnen und hat sich damit für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Elena Quirici konnte das Qualifikationsturnier in Paris gewinnen und hat sich damit für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Federico Pestellini / www.imago-images.de

Wie lockt man Menschen aus den Ferien? Genau diese Frage muss sich Elena Quirici derzeit stellen. Nachdem sich die Aargauer Karatekämpferin für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert hat, steht sie bereits vor einer nächsten Herausforderung: Wer hat jetzt Zeit, mit ihr zu trainieren?

Die 27-Jährige sagt: «Für die meisten Karatekämpferinnen ist die Saison zu Ende.» Nicht aber für Quirici. Das Highlight ihrer Karriere folgt Anfang August. Natürlich will sie bestmöglich vorbereitet nach Japan reisen. Und das bedingt ein perfektes Training – mit perfekten Trainingspartnerinnen.

Und da beginnt das Problem: «Viele Athletinnen befinden sich derzeit in der Wettkampfpause», sagt Quirici. Das heisst, sie machen Ferien – oder trainieren zumindest reduziert. Wie also bewegt man Athletinnen dazu, in dieser Phase in ein Trainingslager mit der Aargauerin zu reisen? «Man muss sie ködern», beantwortet Quirici die Frage selbst. Und das wird teuer.

Quirici plant ein Trainingslager auf Grans Canaria. «Weil das Klima dort heiss und feucht ist», sagt sie. Und somit ähnlich, wie es in Tokio erwartet wird. Nun will sie andere Athletinnen einladen, mit ihr zu trainieren. Am liebsten solche, die dem Profil ihrer Gegnerinnen in Tokio entsprechen.

«Von vielen anderen Nationen haben sich mehrere Athletinnen und Athleten qualifiziert», sagt Quirici. «Somit können sie Trainingsgruppen bilden. Aus der Schweiz bin ich die Einzige und muss mich selbst organisieren.» Zwar erfährt sie Unterstützung von ihrem Freund, der selbst Karate kämpft. Allerdings braucht es für ein ideales Trainingslager mehr.

Unterstützung auf den letzten Metern

Und da kommt der Köder ins Spiel. In finanzieller Form. Quirici zahlt Unterkunft, Anreise und Verpflegung. «Das wird teuer», sagt sie. «Und ich muss es aus meinem Portemonnaie bezahlen.» Darum sucht Quirici nun auf der Crowdfundingplattform I believe in you Unterstützer. «Alle, die möchten, können mir mit einem kleinen Betrag helfen – und dafür sorgen, dass ich perfekt vorbereitet an die Olympischen Spiele reisen kann.»

Schon einmal hat sich ihr Traum von den Olympischen Spielen verteuert. Als die Wettkämpfe um ein Jahr verschoben wurden, hängte sie ein zusätzliches Jahr als Profi an. Um sich ihr Ziel ein zweites Mal zu erfüllen. Grosse Unterstützung erfuhr sie von ihren Sponsoren und der Familie, die das Extrajahr möglich machten. «Dafür bin ich sehr dankbar», sagt sie.

Nun fehlen symbolisch noch die letzten Meter bis zum Ziel. Quirici hofft, dass sie möglichst viele Menschen unterstützen. Mit einer kleinen Spende.

Den Link zum Projekt finden Sie hier.