Gschobe #28

Bundesrat – sponsored by Valora

Sie stammen aus dem gleichen Dorf im Appenzellerland, sind zwischen 45 und 48, treffen sich einmal pro Woche und jassen oder spielen Boule. Pius, Qualitätsmanager, Appenzell David, Lehrer, Speicher AR Tobias, Consultant, Zürich Flavio, Sozialarbeiter, Kirchberg SG François, Journalist, Windisch

Flavio: Valon und Lara lieben sich. Mein erster Gedanke war: Fake News.

Pius: Aber ist doch schön, wenn die beiden zueinandergefunden haben.

Flavio: Sicher, dagegen ist nichts einzuwenden.

François: Warum reden wir dann darüber?

Pius: Hey, wir reden von Valon und Lara. Fussballkrieger und Skikönigin. Im Tessin, ja sogar in der ganzen Schweiz sind die beiden weltberühmt. Allein der Bekanntheitsgrad rechtfertigt, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Ausserdem stellt euch vor, die beiden haben irgendwann mal gemeinsame Kinder ...

David: Du meinst, wenn sich Sportstar und Sportstar paaren, ist das Resultat ein Sportstar? Diese Sicht ist mir zu profan. Wahrscheinlich ist eher das Gegenteil die Regel.

Flavio: Aber es gibt sie, die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Felix Neureuther, Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther. Oder Tina Weirather, Tochter von Hanni Wenzel und Harti Weirather.

David: Wenn sich alpine Skisportler paaren, resultieren daraus also Ski-Asse. Aber bei Valon und Lara reden wir von einem Fussballer und einer Skifahrerin. Gibt es da Erfahrungswerte?

Flavio: Mir ist nichts bekannt. Deshalb staune ich über das ungleiche Liebespaar.

Pius: Was meinst du mit ungleich?

Flavio: Nun, selbstbewusste Sportlerinnen mit eigener Agenda entsprechen nicht dem klassischen Beuteschema von Fussballern. Sie präferieren eher Models und Fernsehsternchen, die die Gabe haben, sich mit Shopping und Friseur den Tag zu füllen.

Pius: Das ist aber arg klischiert.

Flavio: Vielleicht. Aber bei uns in Italien ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass das Anhängsel eines Fussballers einfach nur schön sein soll. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dass die Kreuzung zwischen Fussballer und Schönheit aber kaum talentierten Nachwuchs hervorbringt, mussten wir eben erst schmerzlich erfahren.

François: Ja, und wenn euch der Göttliche himself, der einzigartige und unerreichte Diego Armando Maradona ein Geschenk in Form eines unehelichen Kindes hinterlässt, wisst ihr nichts damit anzufangen.

David: Ist nicht Valons Ex eines dieser ehemaligen TV-Sternchen?

Flavio: Natürlich.

Pius: Vom grazilen, italienischen TV-Sternchen zur bodenständigen Athletin – ein weiterer Beweis für Valons Entwicklung. Vor Jahren gab er das Bild eines introvertierten, selbstverliebten Eigenbrötlers ab. Unterdessen hat er sich zu einem reflektierten, nahbaren Teamleader gemausert.

Flavio: Und jetzt noch mit Lara an seiner Seite. Punkto Popularität, Image und Vermarktung können Valora in der Schweiz beinahe so viel Kraft entwickeln wie Roger und Mirka Federer. Mit Lara steigt Valon langfristig auf die Popularitätsstufe eines Bernhard Russi oder Adolf Ogi. Es würde mich nicht wundern, wenn Valon zum ersten Bundesrat mit kosovarischen Wurzeln gewählt würde.

David: Valora?

Flavio: Valon und Lara.

François: Oder eben Valora. Wann werden die beiden für die Kioskbetreiberin in die Kamera lächeln?

David: Valon for Bundesrat – sponsored by Valora. Mamma mia, ich bitte euch!

Autor

François Schmid-Bechtel

François Schmid-Bechtel

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