Fussball
Bundesliga-Star, Geologe und Immobilienbewerter: Was die Champions von 2002 heute machen

Die Schweizer U17-Nationalmannschaft wurde 2002 Europameister. Spieler wie Tranquillo Barnetta, Philippe Senderos oder Marco Schneuwly schafften den Durchbruch als Profi. Doch andere wie zum Beispiel Slavisa Dugic, Yann Verdon oder Giona Preisig kennt heute kaum einer mehr.

Sebastian Wendel
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Tranquillo Barnetta (m.) schaffte den Durchbruch als Profifussballer. Er absolviert insgesamt 260 Spielen bei Hannover, Leverkusen, Schalke und Frankfurt.

Tranquillo Barnetta (m.) schaffte den Durchbruch als Profifussballer. Er absolviert insgesamt 260 Spielen bei Hannover, Leverkusen, Schalke und Frankfurt.

KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER

Swen König (Goalie): Galt einst als grösstes Goalietalent der Schweiz, gross Karriere hat er nicht gemacht. War bei seinen Klubs meist Ersatz. Seit zwei Jahren Goalietrainer beim FC Aarau, im Sommer wechselt er als solcher zum FC Luzern.

Diego Würmli (Goalie): Bekam einen Profivertrag beim FC Basel, blieb jedoch ohne Chance gegen Konkurrent Yann Sommer. Heute Immobilienbewerter und in der Freizeit Stürmer (!) beim FC Herrliberg.

Tranquillo Barnetta (Abwehr): Wurde mit 17 Profi bei St. Gallen und wechselte 2002 in die Bundesliga. Machte sich dort in insgesamt 260 Spielen bei Hannover, Leverkusen, Schalke und Frankfurt einen Namen. War lange Stammspieler in der A-Nationalmannschaft und nahm an drei Welt- und zwei Europameisterschaften teil. Landete via Philadelphia im vergangenen Winter wieder in St. Gallen, ist dort jedoch noch nicht die erhoffte Verstärkung.

Tranquillo Barnetta nahm an drei Welt- und zwei Europameisterschaften teil.

Tranquillo Barnetta nahm an drei Welt- und zwei Europameisterschaften teil.

Keystone

Arnaud Bühler (Abwehr): Unterschrieb 2003 beim FC Liverpool, auf Spielminuten für die «Reds» kam er jedoch nicht. Hatte seine erfolgreichste Zeit in Sion (2 Cupsiege), seit 2016 spielt er beim FC Wil.

Philippe Senderos (Abwehr): Neben Barnetta und Ziegler der Einzige, der international Karriere machte. Drei WM- und eine EM-Teilnahme. Spielte lange bei Arsenal, ehe eine Odyssee via Milan, Everton, Fulham, Valencia, Aston Villa und GC folgte. Ruiniert sich nun leider seinen Ruf bei den Glasgow Rangers...

Philippe Senderos spielte 55 Mal für die Schweiz.

Philippe Senderos spielte 55 Mal für die Schweiz.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Henri Siquiera Barras (Abwehr): Hatte seine beste Zeit in Bellinzona (71 Super-League-Spiele). Studiert derzeit in London – und zwar Anthropologie.

Reto Ziegler (Abwehr): Schien 2011 im Fussball-Olymp angekommen, als er bei
Juventus Turin unterschrieb. Von der «alten Dame» aber gabs nur den Lohn, spielen muste Ziegler woanders. 2015 holte ihn Christian Constantin zum FC Sion, wo er zum Leader reifte.

Reto Ziegler (mit den blond gefärbten Haaren) spielt seit 2015 in Sion.

Reto Ziegler (mit den blond gefärbten Haaren) spielt seit 2015 in Sion.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Giona Preisig (Abwehr): Kam als Fussballer nicht über Einsätze in der 1. Liga hinaus. Preisig arbeitet heute als Geologe an der Universität Neuenburg.

Christian Schlauri (Mittelfeld): Spielt mittlerweile beim FC Frauenfeld (alles Weitere siehe Text links).

Mirko Milosavac (Mittelfeld): Ein letzter Versuch, 2011 die Karriere mit einem Wechsel zum ambitionierten United Zürich nochmals in Schwung zu bringen, scheiterte. Schade um den Schweizer Torschützenkönig der U17-EM 2002 (3 Tore).

Die Schweizer U17-Nationalmannschaft wurde 2002 Europameister.

Die Schweizer U17-Nationalmannschaft wurde 2002 Europameister.

Keystone

Sandro Burki (Mittelfeld): Spielte mit Lahm und Schweinsteiger im Nachwuchs von Bayern München, landete 2006 beim FC Aarau und wird im Brügglifeld auch
seine Karriere beenden.

Stefan Iten (Mittelfeld): War bei Wohlen, Vaduz und Winterthur ein solider Challenge-League-Spieler. 2015 wechselte er zum FC Uster und schloss so mit dem Profitum ab.

Yann Verdon (Mittelfeld): Über ihn ist nicht mehr bekannt, als dass er nach mehreren Stationen in der Challenge League und in der 1. Liga 2012 die Fussballbühne verliess.

Michael Diethelm (Mittelfeld): Durfte beim FC Luzern zwei Jahre Super-League-Luft schnuppern, ehe er eine Liga tiefer zu Wohlen wechselte. Seit 2011 in der 1. Liga, mittlerweile beim SC Buochs.

Boban Maksimovic (Mittelfeld): Der kleine Dribbler schaffte bei YB den Durchbruch nicht, anschliessend stoppte eine Knieverletzung sein Auslandabenteuer bei Roter Stern Belgrad. Verdient sein Geld in der Versicherungsbranche.

Marco Schneuwly (Sturm): Kein Ballkünstler, aber ein zuverlässiger Torschütze. Bildete einst mit Doumbia ein legendäres Sturmduo bei YB, ehe er weiter zu Thun und 2014 zu Luzern zog. Eine blitzblanke Karriere – einzig die Einladung für die Nationalmannschaft lässt auf sich warten.

Marco Schneuwly schiesst seit 2014 für den FC Luzern Tore.

Marco Schneuwly schiesst seit 2014 für den FC Luzern Tore.

KEYSTONE/URS FLUEELER

Slavisa Dugic (Sturm): Versuchte nach dem EM-Titel bei sieben Vereinen, den Durchbruch zu schaffen. Als es anschliessend auch in Zypern und Bosnien nur mässig hinhaute, kehrte er in die Schweiz zurück. Gemäss dem World Wide Web verabschiedete er sich 2015 vom Fussball.

Goran Antic (Sturm): Beendete vor drei Jahren mit dem Wechsel zu Baden seine Profikarriere. Schnupperte stets am grossen Durchbruch – mehr nicht. Erlebte immerhin drei Saisons in der Super League (FC Aarau) und mehrere in der Challenge League.