Wer mit Tennis sein Geld verdient, führt ein unstetes Leben. Eines aus dem Koffer. Kaum an einer Destination angekommen, kann es bei ungünstigem Verlauf schon am nächsten Tag vorbei sein. Aus. Weiterreise zum nächsten Turnier. Roger Federer passiert das nur selten. Spielt er in Indian Wells, mietet der 100-fache Turniersieger für seine Familie und die Entourage gleich ein Haus mit Schwimmbad. «Man gewöhnt sich an Routinen», sagt er.

Mirka Federer (r) und die Kinder Charlene, Myla, Leo und Lenny (Archivbild).

Mirka Federer (r) und die Kinder Charlene, Myla, Leo und Lenny (Archivbild).

Untätig sitzen die Zwillingspaare Charlene und Myla, beide 9, und Leo und Lenny, bald 5, aber nicht herum. Wie schon im Vorjahr verkaufen sie am Strassenrand selbst gemacht Limonade aus Grapefruits. Und offenbar beweisen sie dabei Geschäftssinn. Im letzten Jahr hätten sie pro Tag bis zu 70 Franken umgesetzt, nun hätten sie diesen bereits deutlich übertroffen, wie Federer nach dem Viertelfinal-Einzug gegenüber dem «Tages-Anzeiger» verriet.

Geld für die Federer-Stiftung 

Roger Federer über das Business seiner Kinder

In diesem Jahr wurde das Sortiment erweitert. «Sie haben Tennisbälle von mir verkauft für die Stiftung. Und das Geld haben sie sogar schon einbezahlt», sagt Federer. «Ich bin sehr stolz auf sie.» Seit anderthalb Jahrzehnten setzt er sich mit Stiftung dafür ein, dass auch Kinder in den ärmsten Regionen im Süden Afrikas Zugang zu Bildung erhalten. Von den gesammelten 35 Millionen profitierten inzwischen über eine Million Kinder von Bildungsprojekten. 

Zwar hat Federer in seiner Karriere über 120 Millionen Dollar an Preisgeld erspielt und sein Vermögen wird vom Wirtschaftsmagazin «Forbes» auf eine halbe Milliarde Franken geschätzt, gleichwohl predigt er Bescheidenheit. «Für mich sind Familie und Freunde, Respekt und Toleranz gegenüber jedem das Wichtigste», sagte er einmal zur «Schweiz am Wochenende». Diese Werte wolle er auch seinen Kindern vorleben. Offenbar fällt das auf fruchtbaren Boden. 

Am Donnerstag geniesst Roger Federer einen spielfreien Tag. Sein Viertelfinal gegen den Polen Hubert Hurkacz (22, ATP 67) findet wohl in der Nacht auf Samstag statt. Gut möglich also, dass er sich eine Limonade vom Federer-Stand gönnt und den Geschäftssinn seiner Kinder fürstlich belohnt. Schliesslich fliesst der Erlös ja auch in die eigenen Taschen. Und von da in die Projekte seiner Stiftung. Und vermutlich bleibt auch für die Kinder ein Sackgeld übrig.