NLA-Playoffs

Biel nutzt die Gunst der Stunde und qualifiziert sich für den Playoff-Halbfinal

Der EHC Biel liess im sechsten Viertelfinal-Vergleich gegen den HC Davos nichts mehr anbrennen, gewann überraschend problemlos mit 5:2 und entschied die Serie mit 4:2-Siegen zu seinen Gunsten. Damit treffen die Seeländer ab kommendem Dienstag im Halbfinal auf den HC Lugano.

Die Bieler waren bis auf das erste Spiel, welches die Davoser auswärts 5:2 gewannen, die bessere Mannschaft in diesem Vergleich und nutzten auch clever und abgebrüht die Gunst der Stunde. Sie trafen auf einen HC Davos, der schon vor dem Playoff-Beginn verzweifelt nach seiner Form suchte. Mit dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Captain Andres Ambühl verloren die Davoser im dritten Spiel auch noch ihr «Perpetuum mobile», ihren Antreiber.

Davos-Trainer Arno Del Curto versuchte, seiner Mannschaft mit unkonventionellen Methoden und der Hereinnahme eines halben Dutzends Elite-Junioren frische Impulse zu geben. Gestern liess er sogar seinen zuvor enttäuschenden Quali-Topskorer Broc Little pausieren und brachte für ihn den von Thurgau geholten Jaedon Descheneau. Doch der Substanzverlust war schliesslich zu gross, als dass der HCD gegen diese grundsoliden Bieler eine reelle Chance gehabt hätten.

Auch in Spiel Nummer sechs zeigte die Mannschaft von Headcoach Antti Törmänen eine sehr abgeklärte Leistung. Robbie Earl sorgte mit seinem ersten Treffer in dieser Viertelfinal nach etwas mehr als elf Minuten dafür, dass sich die Nerven der Bieler schnell beruhigten. Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Gäste das Geschehen ohne grössere Probleme und liessen sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als die Davoser zu Beginn des zweiten Drittels entgegen des Spielverlaufs zum Ausgleich kamen. Im Gegenteil: Die Reaktion der Bieler war eindrücklich. Toni Rajala mit seinem sechsten Treffer der Serie, Mauro Dufner und wiederum Robbie Earl sorgten noch im mittleren Abschnitt für die Entscheidung.

«Eine enttäuschende Saison»

Die Davoser versuchten im letzten Drittel zwar noch einmal, alles in die Waagschale zu werfen, kamen aber nur noch zu einem (glücklichen) Treffer von Samuel Walser. Das war, wie schon über die ganze Serie betrachtet, viel zu wenig. «Die Bieler haben eine sehr gute Mannschaft und sind verdient weitergekommen», musste auch HCD-Stürmer Marc Wieser neidlos anerkennen. Ihm blieb aus Sicht der Davoser nur eine Erkenntnis: «Es war eine enttäuschende Saison.»

Alles andere als enttäuschend ist die Saison der Bieler, die nun bei ihrer ersten Halbfinal-Teilnahme seit 28 (!) Jahren auf den HC Lugano treffen – und dort ebenfalls in der Favoritenrolle sind. Klar ist: Spielt der EHC Biel ähnlich souverän weiter wie in der Serie gegen den HC Davos, dann dürfen die Seeländer sogar noch von mehr träumen. Dann ist eine Finalteilnahme absolut im Bereich des Möglichen.

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