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Der Schweizer Favorit in der Abfahrt hat seine Gegner im Griff – trotzdem droht Gegenwehr. Hier eine Übersicht der fünf grössten Gegner unseres Favoriten in der Abfahrt; Beat Feuz.
Er stand in dieser Saison in sieben Abfahrten zwar «erst» zweimal auf dem Podest einer Weltcupabfahrt (zweiter Rang in Val Gardena und dritter Rang in Bormio), doch die von Bernhard Russi konzipierte Piste in Südkorea liegt Kjetil Jansrud.
Die Olympia-Hauptprobe vor zwei Jahren entschied er für sich und in den Trainings für die wichtigste Abfahrt des Jahres in der Nacht auf Donnerstag (3 Uhr MEZ) überzeugte er. Die drei Übungsfahrten beendete er jeweils auf Rang zwei.
Weil sich die sehr starken Norweger in den Rennen normalerweise noch einmal steigern, heisst das für den Renntag: höchste Gefahrenstufe für Schweizer Gold. 2014 an den Olympischen Winterspielen in Sotschi gewann Jansrud in der Abfahrt Bronze und im Super-G Gold. Zumindest Bronze darf er sich gerne wieder holen. Gut zu wissen auch: Keiner steigert sich im Rennen mehr als Beat Feuz.
Im Abfahrtsweltcup liefert er sich bei zwei noch ausstehenden Rennen ein spannendes Duell mit Beat Feuz. Nach dem Sieg des Schweizers in Garmisch kurz vor den Winterspielen liegt Aksel Lund Svindal nun 40 Punkte hinter Feuz zurück.
Obwohl er sich zuletzt etwas «schwerer» getan hat, Ränge vier und acht in den letzten beiden Abfahrten vor Südkorea – in den ersten fünf Rennen in dieser Disziplin stand er in diesem Winter immer auf dem Podest. Zweimal gewann er sogar.
Der hochdekorierte Norweger – er besitzt unter anderem drei Olympia- und sieben WM-Medaillen – kämpft, wie Beat Feuz, mit schweren Knieproblemen. Doch wie der Schweizer verfügt er über die Gabe, die gesundheitlichen Sorgen mit einem ungemeinen Gespür für Tempo wettzumachen. Und trotzdem: Feuz besitzt noch ein Quäntchen mehr von diesem Grundspeed.
Beim Olympia-Titelverteidiger weiss man nie so genau, was alles möglich ist. In dieser Saison wechselten sich bei ihm die Ränge 17 und 34 (Val Gardena und Kitzbühel) mit Podestplätzen in Lake Louise (Rang zwei) und Wengen (Rang drei) ab.
Der Olympiasieg vor vier Jahren hat das Leben des Österreichers verändert. «Plötzlich kannten mich alle», sagte er der österreichischen Zeitung «Heute». Privat ist der überzeugte Christ aber immer sich selbst geblieben: bodenständig und sympathisch. Das zeigt eine Episode, der er erzählt: «Manchmal brauche ich die Goldmedaille für ein Foto-Shooting. Ich muss dann immer meine Freundin fragen, wo sie herumliegt.»
Dieser gesunde Mix aus Lockerheit und Ehrgeiz macht Matthias Mayer in den wichtigsten Rennen zu einem Mitfavoriten. Doch Beat Feuz beherrscht dies mindestens ebenso gut.
Er war in diesem Winter Trainings-Olympiasieger. In vielen Übungsfahrten war Christof Innerhofer bei den Schnellsten dabei. Auch in Südkorea. Doch im Rennen war der Italiener nie besser als auf Rang vier (Beaver Creek) klassiert. Das kostet ihn zwar Nerven, aber er plädiert nach Enttäuschungen für Geduld. «Irgendwann wird es schon klappen, sagte er in Kitzbühel, als er mit einer sehr guten Zwischenzeit ausschied.
Wie man Medaillen gewinnt, weiss der 33-Jährige. Zwei Olympia- und drei WM-Medaillen nennt er schon sein Eigen. Mit seiner stets optimistischen Art steckt er zudem immer wieder Krisen weg. Zum Beispiel, wenn sein chronisch schmerzender Rücken wieder kaum zu ertragen ist.
Nur: Beat Feuz gelingt der Umgang mit ständigen Schmerzen in seinem Knie noch besser. Auch hier heisst es: Vorteil Schweiz.
Eigentlich ist Mister X verpönt. Er ist quasi die Universal-Entschuldigung für alle falschen Tipps. Trotzdem: Wenn es einen Sport-Anlass gibt, der sein Erscheinen verdient hat, dann ist es die Olympiaabfahrt der Männer. In deren Geschichte gibt es mehr unerwartete Gold-Medaillen-Gewinner, die Mister X der Sport-Geschichte, als erfolgreiche Favoriten.
Brice Roger wäre so ein Kandidat. Die Franzosen können bei Olympia-Abfahrten überraschen, wie dies schon Antoine Dénériaz (2006) und Jean-Luc Crétier (1998) gelungen ist.
Oder warum nicht Mauro Caviezel? Der Schweizer kommt mit der Piste gut zurecht.
In Südkorea kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu: Die Wetterverhältnisse mit wechselenden Winden sorgten in den vergangenen Tagen oft für eine Lotterie. Und beim Glücksspiel hat sogar Pokerspieler Beat Feuz manchmal Pech.