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Vom 1:4 zum 6:5: Beherzte Sharks am Welt-Herz-Tag

Die Basel Sharks setzen sich spektakulär mit 6:5 gegen Sierre durch. Die Basler lagen zunächst in der 23. Minute mit 1:4 im Rückstand. Doch dann drehte der EHC auf und schoss fünf Tore in Serie. Kurz vor Schluss trafen dann die Walliser wieder.

Michael Schenk
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Und drin: Basel-Stürmer Cyrille Scherwey jubelt.

Und drin: Basel-Stürmer Cyrille Scherwey jubelt.

HPS

Die Basel Sharks bekamen am gestrigen Herz-Welt-Tag reichlich Gelegenheit, etwas für die Fitness ihres Herzen zu tun, respektive ihr Herz im Sinn von Kampfgeist und Leidenschaft zu beweisen. Mit dem 6:5-Achterbahn-Sieg gegen Sierre haben sie sich letztlich als Botschafter des Herzens erwiesen. «Zu Beginn haben wir uns das Lebe mit vielen Strafen selber schwer gemacht», hielt Cyrille Scherwey am Ende fest. Und: «Wir können es uns nicht leisten, nicht von Anfang parat zu sein – das hat dieses Spiel gezeigt».
Dabei begann die Partie für die Sharks ideal. Nach gut vier Minute brachte Wittwer sein Team mit einem sehenswerten Treffer in Führung. Es war ein «Maxibuebetrickli». Wittwer kurvte in einem erweiterten Radius ums Sierre-Tor, kreiste vier Gegenspieler plus Goalie Matthys ein, und traf zum 1:0. Danach indes bewiesen die Gastgeber wenig Herz. Ja machten gar den Anschein, als ob ihre Lust damit gestillt sei. Die Walliser hetzten ihren Widersacher so mehr als diesem lieb sein konnte übers Eis. Die Sharks konnten derlei zumindest viel tun für ihr Herz-Kreislaufsystem tun. Eine Quintessenz dieser Selbstüberschätzung und Fahrlässigkeit indes war, dass Basel zunehmend Strafen nehmen mussten und so den Gegner aufbaute. Die leidenschaftslose Darbietung der Einheimischen schaffte Leiden auf den Rängen. Nach zwei Gegentoren in doppelter Unterzahl und einem bei Gleichstand lag Basel nach dem Startdrittel 1:3 hinten. Kaum ging’s weiter hockten schon wieder zwei der aus der Gelinas-Truppe auf der Strafbank. Sierre sagte «merci beaucoup» und erhöhte auf 1:4. Der Moment Herz zu beweisen und das Herz-Kreislaufsystem für die Fans ans Limit hochzufahren war definitiv gekommen.
Und siehe da, es regte sich tätsächlich etwas im Limbischen System der gastgebenden Akteure, sprich deren Gefühlszentrum. Vom der Funktionsfähigkeit des Herzens hängt nämlich nicht nur ab, ob alle Organe überleben, sondern auch ob man denken und fühlen kann. Das Tor von Arnold in doppelter Überzahl zum 2:4 leitete derlei den beherzten Aufstand der Sharks ein. Nach einem weiteren Powerplay-Treffer von Wittwer zum 3:4 noch vor der zweiten Sirene dauerte es im finalen Abschnitt nur wenige Sekunden bis zum Ausgleich durch Scherwey. Arnold mit dem 5:4 in doppelter Überzahl , die ganze Mannschaft mit einer souverän überstandenen doppelten Unterzahl und Wittwer mit dem Shorthander zum 6:4 - seinem dritten persönlichen Treffer - rundeten schliesslich einen beherzten Sharks-Auftritt ab. Aber wie sagt Scherwey: «Weil wir uns nie aufgegeben haben sind wir als Team zurückgekommen – aber immer geht so etwas nicht gut.»
Basel Sharks – Sierre 6:5 (1:3, 2:1, 3:1)
St. Jakob. – 1153 Zuschauer. – SR: Unterfinger; Huggenberger/Zimmermann. – Tore: 5. Wittwer (Roy) 1:0. 9. Cormier (Eigentor Wright) 1:1 (Ausschlüsse Sataric, Schäublin). 14. Barchut (Dayer) 1:2 (Ausschlüsse Schirjajew, Wiedmer). 16. Mathez 1:3 (Ausschluss Schirjajew). 23. Furrer (Wiedmer, Barbero) 1:4 (Ausschlüsse Schirjajew, Roy). 26. Arnold (Roy, Wright) 2:4 (Ausschlüsse Pasqualino, Baruchet). 24. Wittwer (Scherwey, Dario Gartmann) 3:4 (Ausschluss Wiedmer). 42. Scherwey (Wittwer) 4:4. 47. Arnold (Wright, Voegele) 5:4 (Ausschlüsse Wiedmer, Fragnières). 54. Wittwer 6:4 (Ausschluss Voegele). 60. Mathez (Marghitola) 6:5. – Strafen: Sharks 7-mal 2 Minuten; Sierre 6-mal 2 Minuten.
Basel Sharks: Leimbacher; Scheidegger, Schäublin; Sandro Gartmann, Wright; Sataric, Wüthrich; Boss; Arnold, Roy, Loichat; Frunz, Schirjajew, Voegele; Scherwey, Dario Gartmann; Wittwer; Gfeller, Theodoridis, Jöhl.
Sierre: Matthys; Jeeitziner, Wiedmer; Marzan, Marghitola; Guyenet, Orellana; Baruchet; Williams, Cormier, Reber; Barbero, Pasqualino, Furrer; Gay, Mathez, Lötscher; Schumann, Dayer, Fragnière.
Bemerkungen: Sharks ohne Heinis, Weisskopf (verletzt), Pienitz (krank), Gerber (Regio Team) und Leuenberger (überzählig); Sierre ohne Summermatter, Paterlini, Brügger, Favre, Moren, Sutter, Salamin, Beutler. 59. Timeout Sierre.

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