Volleyball
Als Aussenseiter an die Spitze der Hierarchie: Sm'Aesch will Geschichte schreiben

Sm’Aesch Pfeffingen will NUC bezwingen und endlich den ersten Meistertitel. Der Zeitpunkt wäre ideal. Denn in der kommenden Saison kommen die ehemaligen Ligadominatorinnen Volero Zürich zurück.

Simon Leser
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Die Spielerinnen von Neuchâtel UC sind Titelverteidiger und Favorit.

Die Spielerinnen von Neuchâtel UC sind Titelverteidiger und Favorit.

Viteos NUC gegen Sm’Aesch Pfeffingen: Diese Partie ist momentan das Nonplusultra im Schweizer Frauenvolleyball. Hier die Qualifikationsgewinnerinnen aus Neuenburg, die ihren dritten Meistertitel hintereinander anstreben. Dort die Herausforderinnen aus dem Baselbiet, die endlich ihre Premiere als Ligakrösus feiern möchten.

Als sich vor vier Jahren Voléro Zürich nach neun Meistertiteln en suite zurückzog und nach Frankreich auswanderte, war klar: Es gibt eine neue Rangordnung im Schweizer Frauenvolleyball. Weit vorne in der Liste möglicher Nachfolgerinnen stand Sm’Aesch, das sich in den drei Jahren vor Voléros Rückzug stets mit dem Vizemeistertitel begnügen musste. Doch in die Bresche sprang ein Klub, der in dieser Zeitspanne im Mittelfeld platziert war: NUC.

Vielleicht wäre es ganz anders gekommen, wenn da aus Sicht Sm’Aeschs nicht die sportlich verheerenden Tage im April 2019 gewesen wären. Bereits damals kam es im Playoff-Final zur Affiche gegen die Neuenburgerinnen und zur Frage: Wer übernimmt die neue Hierarchie? Nach vier Spielen und einem 3:1-Sieg in der Serie lautete die Antwort: NUC.

Was folgte, war Chaos. Die darauffolgende Saison beendeten die Baselbieterinnen an der Spitze der Qualifikation, doch dann kam Corona und der Saisonabbruch. Ein Jahr später das Déjà-vu: Weil Corona im Team zirkulierte, wurde das dritte Spiel der Halbfinalserie gegen Volley Düdingen abgesagt und die Freiburgerinnen direkt in den Final befördert. Jetzt, nach einer Finalpleite und zwei Jahren Chaos, stellt sich erneut die Frage: Wer krönt sich zum Meister? Erneut Neuchâtel? Oder erstmals Sm’Aesch? Da in der kommenden Saison Voléro Zürich mit der zweiten Mannschaft in die NLA zurückkehrt und die eigenen Ambitionen mit dem Cupsieg untermauert hat, ist die Ausgangslage umso brisanter.

Sportlich ist Sm’Aesch in der Aussenseiterrolle. NUC hat in der Qualifikationsrunde kein Spiel verloren und gewann die beiden Spiele gegen Sm’Aesch mit 3:1. Elf Punkte trennten die beiden Teams nach 18 Spielen. Erst in den Playoffs stotterte der NUC-Motor, schaffte es aber dennoch in den Final, auch dank Hilfe einer diskussionswürdigen Regel.

Während ihrer Halbfinalserie gegen Düdingen brach bei mehreren Neuenbuger Spielerinnen Corona aus, die Serie wurde beim Stand von 2:1 für die Favoritinnen abgebrochen. Anstatt sich gegen einen möglichen Ausgleich zu wehren, rückte NUC in den Final vor, denn die Regel besagt: Sind mindestens drei Spielerinnen eines Teams in Isolation und wurden mindestens drei Spiele absolviert, siegt die führende Mannschaft. Corona kann ab und zu auch mal helfen.

Auf Sm’Aesch wartet ein Hexenkessel in Neuenburg

Finanziell wird es mit der Favoritenrolle schwieriger. Sm’Aesch verortet sein Budget für eine Saison der NLA-Mannschaft im oberen sechsstelligen Bereich, nach Schätzungen dieser Zeitung sind es 900'000 Franken. NUC nennt auf Anfrage die Zahl 550'000, wobei ein Vergleich nicht zielführend ist, da nicht offengelegt wird, was in diesen Budgets alles enthalten ist.

Volleyballexperten gehen davon aus, dass beide Teams in etwa gleich viel Geld zur Verfügung haben. Ein Vorteil für die Neuenburgerinnen ergibt sich vielmehr durch das Heimrecht in der Serie. Der Klub hofft auf 1450 Fans, es wäre Vollauslastung. «Unser Anhang ist sehr laut und unterstützt uns grossartig», sagt NUC-Präsidentin Jo Gutknecht. «Für gegnerische Teams ist es nicht einfach, in der Riveraine zu spielen.» Doch auch Sm’Aesch rechnet an Topspielen mit 1000 Fans und spricht davon, dass die Stimmung «ziemlich laut» sei.

Für Fabio Back, Geschäftsführer bei Sm’Aesch, ist trotz Aussenseiterrolle klar: «Wir glauben alle fest daran, dass wir als erstes Volleyballteam aus dem Baselbiet den Meistertitel holen.» Gutknecht wiederum betont, dass alles von null beginne, dass die Serie sehr eng werde. Es wäre dem Gipfeltreffen im Schweizer Frauenvolleyball würdig.

Finaltermine (Best-of-five)

Spiel 1: Sonntag, 3. April, 17.30 Uhr, La Riveraine Neuchâtel. Spiel 2: Freitag, 8. April, 19.30 Uhr, Löhrenacker Aesch. Spiel 3: Mittwoch, 13. April, 20 Uhr, La Riveraine Neuchâtel. Mögliches Spiel 4: Montag, 18. April, 16 Uhr, Löhrenacker. Aesch. Mögliches Spiel 5: Freitag, 22. April,20 Uhr, La Riveraine Neuchâtel.

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