Badminton
Sabrina Jaquet erreicht am Swiss Open erstmals die zweite Runde

Erfreuliche Neuigkeiten aus der St. Jakobshalle. Zum ersten Male seit vielen Jahren steht in einer Einzel-Konkurrenz ein nationaler Akteur in der 2. Runde. Sabrina Jaquet (29) wurde den Vorschlusslorbeeren vollauf gerecht.

Georges Küng
Drucken
Sabrina Jaquet befindet sich am Swiss Open in Basel in der Form ihres Lebens.

Sabrina Jaquet befindet sich am Swiss Open in Basel in der Form ihres Lebens.

Keystone

Um 21 Uhr war es endlich so weit. Sabrina Jaquet betrat den Court Nummer 3. Und so­wohl ihre Anspannung wie die Erwartungen des zahlreichen, fachkundigen Publikums wa­ren zu spüren. Dass die Weltnummer 36, und notabene sechsbeste Europäerin, überhaupt antreten konnte, war keine Selbstverständlichkeit.

Denn sie verspürte arge Schulter­schmerzen, die sie bei ihrem Einsatz im Mixed sichtlich behindert hatten. Bis kurz vor Spielbeginn war sie in der Physiotheparie und nahm eine Schmerztablette, denn für die Neuenburgerin ist «Basel eines der Jahreshöhepunkte und ich befinde ich in der Form mei­nes Lebens», so die Dominatorin der Schweizer Badminton-Szene.

Gute Chancen auf einen Exploit

Die athletische Spielerin aus La Chaux-de-Fonds zündete dann gegen Getter Saar ein veritables Feuerwerk. Das Verdikt von 21:15 und 21:7 in lediglich 29 Minuten sagen alles aus. Vor allem im 2. Satz war die Estin, im Ranking auf Position 128 klassiert, heillos überfordert, denn Jaquet suchte den schnellen Punkt – und fand ihn mit ihrem variantenreichen Spiel auch.

Am Donnerstag trifft Jaquet auf die Turniernummer 3 Yufei Chen. Auf dem Papier eine «unlös­bare» Aufgabe, doch die Schweizer Nummer 1 strotzt vor Selbstvertrauen und ihr ist ein Exploit durchaus zuzutrauen. Der Match ist auf 18.30 Uhr angesetzt und dürfte sich vor ei­ner grossen Kulisse abspielen.

Baselbieter Doppel-Paar ausgeschieden

Neben Jaquet standen am Mittwoch, vor erfreulich vielen Besuchern, weitere sieben Schweizerinnen und Schweizer im Einsatz. Und schieden alle in den Doppelkonkurrenzen aus. Im Mixed unterlagen Oliver Schaller und Céline Burkart der chinesischen Topspielern Nan Zhang/Yinhui Lin (Nummer 5 des Turnieres) in 29 Minuten in zwei Sätzen (15:21 und 13:21). Auch die Geschwister Susanne und Yvonne Keller waren ihren Widersacherinnen nicht gewachsen.

Die Baselbieterinnen aus Aesch, die für Genf im Interclub (Nationalliga A) spielen, mussten bereits nach 23 Minuten den Court verlassen. Mit 10:21 und 3:21 wa­ren die Thailänderinnen Puttita Supajirakul und Sapsiree Taerattanacha, die Turniernum­mer 2, eine Runde weiter und mehrere Nummern zu stark gewesen. Es wäre keine Über­raschung, wenn die Birstalerinnen am späteren Turniersieger geschei­tert wären.

Auch Na­dia Fankhauser war mit ihrer amerikanischen Partnerin Sannatasah Saniru gegen das bul­garische Geschwister-Paar Gabriela und Stefani Stoeva, die als Nummer 4 der Frauen-Doppelkonkurrenz gesetzt sind, mit 10:21 und 9:21 chancenlos.

Kirchmayr als Coach

Einen vorzüglichen Eindruck hinterliess hingegen Jenjira Stadelmann, die mit ihrer Partne­rin Khairunnisa Imma Muthiah (Indonesien) den Favoritinnen Hsin Kai Chiang/Han Shih Hung erbitterten Widerstand lieferte und nur mit 16:21 und 17:21 verlor.

Und zu fortge­schrittener Zeit (der neue Tag brach schon fast an) verloren Céline Burkart und Cendri­ne Hantz, die Lebenspartnerin des Baselbieters Christian «Kiko» Kirchmayr (Therwil), ge­gen Anggia Shitta Awanda/Apriani Rahaju in zwei Sätzen mit 13:21 und 16:21, konnten die Indonesierinnen aber – vor allem im 2. Satz - in lange Ballwechsel zwingen, die nicht im­mer zu Gunsten der Asiatinnen ausgingen.