In der Pole-Position befindet sich Riehen zwar nicht. Zu favorisieren ist – erstmals seit 2009 – die SG Zürich. Der Rekordmeister (24 Titel) und letztjährige Vizemeister verzeichnet keine Abgänge, sorgt aber mit der Verpflichtung der Ex-Weltmeisterin und vierfachen Schweizer Meisterin GM Alexandra Kosteniuk sowie der fünffachen Schweizer Meisterin WGM Monika Müller-Seps für reichlich Frauen-Power.

Allerdings ist angesichts ihrer zahlreichen internationalen Verpflichtungen offen, wie viele NLA-Partien die russisch-schweizerische Doppelbürgerin Alexandra Kosteniuk wirklich spielen wird. «Mein Terminkalender für das laufende Jahr ist schon reichlich voll, und es werden noch weitere Events hinzukommen», sagte sie auf eine entsprechende Anfrage.

 Luzern mit diversen Abgängen

Auch bei Luzern gibt es ein Fragezeichen. Denn der amtierende Schweizer Meister GM Vadim Milov befindet sich sowohl auf der Mannschaftsliste der Innerschweizer als auch von NLA-Absteiger Schwarz-Weiss Bern. «Wir haben ihm angeboten, ihn auf der Liste zu belassen, falls wir bis Saisonstart noch einen Sponsor finden», lässt Präsident Werner Rupp die Frage offen, ob Milov tatsächlich für Luzern spielen wird.

Obwohl sie vier prominente Abgänge (GM Vlastimil Hort, IM Giulio Borgo, IM Georg Danner, IM Alfred Weindl) und als einzigen Zuzug FM Vincent Riff vermelden, sind die Luzerner die Nummer 2 (Vorjahr 1).

Wesentlich ruhiger war es in Sachen Transfers bei den beiden anderen Meisterschaftsfavoriten. Titelverteidiger Genf gab GM Andrei Istratescu ab (er verlor wegen eines Wohnortswechsels den Status als «Schachschweizer») und holte IM Hung Fioramonti. Riehen steigt mit unverändertem Kader in die neue Saison.

Solothurn als erster Abstiegskandidat

De facto einziger Mittelfeldklub ist einmal mehr Winterthur, das als einzigen Transfer den Abgang von IM Andreas Huss verzeichnet. Der frühere Schweizer Meister spielt – ebenso wie FM Yevgen Bondar – neu für das letztjährige Überraschungsteam Echallens (drei Siege zum Saisonauftakt), das zusammen mit Wollishofen und Réti sowie den beiden Aufsteigern Bodan Kreuzlingen und Solothurn die beiden Absteiger ausmachen dürfte.

Die besten Karten auf den Klassenerhalt haben dabei die beiden Zürcher Vereine Wollishofen (neu mit FM Luca Kessler) und Réti (plus GM Michele Godena, GM Vlastimil Hort und FM Kaspar Kappeler, minus IM Severin Papa, IM Christian Maier, IM Simon Kümin, WGM Monika Müller-Seps, Ruben Garcia Garcia und Simon Widmer).

Bodan kann sich nach dem Engagement der beiden Internationalen Meister Alfred Weindl und Peter Kühn gute Chancen ausrechnen, im dritten Anlauf erstmals den direkten Wiederabstieg zu vermeiden. Hingegen dürfte es Solothurn als klar ELO-schwächste Mannschaft schwer haben, die sofortige Rückkehr in die NLB zu verhindern.