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Basel erhält den Zuschlag: Das Weltcupfinal der Reiter findet 2025 in der Schweiz statt

Nach herben Rückschlägen in den vergangenen Jahren freut sich der CHI Basel, dass der internationale Pferdesportverband die Stadt für die Austragung des Weltcupfinals im Jahr 2025 ausgewählt hat. Und das in gleich drei Disziplinen.

Jakob Weber
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OK-Präsident Andy Kistler und Verwaltungsratspräsident Thomas Straumann freuen sich über die frohe Kunde.

OK-Präsident Andy Kistler und Verwaltungsratspräsident Thomas Straumann freuen sich über die frohe Kunde.

Katja Stuppia

Die Wut war gross, als das CHI Basel am 29. Dezember 2021 und damit nur knapp zwei Wochen vor der Austragung erneut abgesagt wurde. Corona und die plötzlich doch wieder entzogene Bewilligung der Baselbieter Regierung verleiteten Verwaltungsratspräsident und Geldgeber Thomas Straumann zu einer Aussage mit Drohgehalt. «Wir kommen nicht umhin, uns auch grundsätzliche Gedanken zu machen.»

Straumann war erbost, dass er jetzt schon zum zweiten Mal in Folge tatenlos zusehen musste, wie die Pandemie verhinderte, dass sein unterdessen mit Dressur erweitertes CHI Basel zeigen kann, dass es zu den weltbesten Anlässen im Pferdesport gehört. Auch für den 2020 als neuen OK-Präsident installierten und voller Tatendrang steckenden ehemaligen Schweizer Equipenchef Andy Kistler ein frustrierender Start.

Der Höhepunkt der Hallensaison

Doch den internationalen Pferdesportverband (FEI) kümmert es offenbar nicht, dass Basel zuletzt 2020 einen Weltcup durchführte. Denn wie am Mittwoch bekannt wurde, bekommt Basel den Zuschlag für die Austragung des Weltcupfinales 2025, dem Höhepunkt der Hallensaison mit den drei Disziplinen Springreiten, Dressur und Voltige.

Die Bewerbung, welche Kistler und Co im Januar 2022 eingereicht hatten, wurde gutgeheissen. Nach Genf 1996 und 2010 kommt der prestigeträchtige Anlass zum dritten Mal in die Schweiz. Die Freude bei den Verantwortlichen ist dementsprechend gross. «2010 haben wir mit dem internationalen Turnier der Springreiter angefangen. Dass wir nur 15 Jahre später bereits Gastgeber des Höhepunktes der Indoor-Saison sein dürfen, ist ein weiterer herausragender Meilenstein auf unserem Weg», sagt Straumann.

Auch ohne sein Können in den letzten beiden Jahren bestätigen zu dürfen, hat der Standort Basel die FEI überzeugt. Neben der Beliebtheit des Events bei den Reiterinnen und Reitern konnte Basel auch mit seiner steten Entwicklung vom Vier-Sterne-Anlass zum Weltcup- und Dressur-Event punkten.

Martin Fuchs gewann auf Chaplin das Weltcupfinal 2022 in Leipzig.

Martin Fuchs gewann auf Chaplin das Weltcupfinal 2022 in Leipzig.

Imago

Dazu kommen die nationalen Aushängeschilder. Martin Fuchs ist der aktuelle Gewinner des Weltcupfinals von Leipzig und die Nummer eins der Welt. Und mit Olympiasieger Steve Guerdat (Weltnummer 29) gehört ein zweiter Landsmann immer noch zu den besten seines Fachs. Insgesamt stehen fünf Schweizer in den Top 100. Kistler sagt: «Unsere sehr erfolgreichen Schweizer Athletinnen und Athleten haben es mehr als verdient, den sportlichen Höhepunkt der Hallensaison schon bald im eigenen Land zu erleben.»

Zu guter Letzt kam Basel sicherlich auch zu Gute, dass nach Leipzig (2022), Omaha (2023) und Riad (2024) im Jahr 2025 wieder eine europäische Stadt an der Reihe ist. Ingmar de Vos, Präsident der FEI, sagt: «Seit der Premiere 2010 hat sich Basel zu einem Weltklasse-Turnier entwickelt und wir sind zuversichtlich, dass die FEI Weltcupfinals 2025 perfekt organisiert sein werden.»

Damit die Aufgabe nicht zu einfach wird, hat der CHI Basel entschieden, neben dem Weltcupfinal vom 2. bis 6. April 2025 zusätzlich auch den normalen Weltcup im Januar durchzuführen. Und diesmal soll auch keine Pandemie mehr dazwischenfunken.