Es gibt Phasen, in denen läuft alles gegen einen. Wirklich alles. Der FC Basel kennt diese Phasen. Besser, als ihm lieb ist. Seit gestern kann er der Geschichte der Miseren ein neues Kapitel hinzufügen. 1:2 verlieren die Basler in Thessaloniki gegen Paok.

Und sind damit gar noch gut bedient. Hätte Jonas Omlin, die neue Basler Nummer 1, nicht zwei Mal glänzend reagiert, es hätte noch viel schlimmer werden können. Wie schon bei seinem Debüt für den FCB bei der Startniederlage gegen St. Gallen hält Omlin seine Mannschaft im Spiel und ermöglicht ihr eine machbare Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche.

Dort würde dem FCB dank des Anschlusstreffers von Albian Ajeti in der 82. Minute bereits ein 1:0 reichen. Der Treffer Ajetis könnte also noch Gold wert sein. «Wir wissen alle, wie wichtig ein solches Auswärtstor sein kann. Trotzdem bin ich natürlich nicht zufrieden, wenn wir verlieren», fasste Raphael Wicky seine Gemütslage nach dem Spiel zusammen.

Zwei ungenutzte Hochkaräter

Dass der FCB nach einer guten halben Stunde überhaupt in Rückstand geriet, war unnötig und zu vermeiden. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Spiel ausgeglichen, der FCB hatte gar leichte Vorteile. Oder hätte gar selber führen müssen.

In der 12. Minute kam Valentin Stocker komplett freistehend und nach einem perfekten Doppelpass mit Ajeti zum Abschluss, verzog aber. «Da muss es 1:0 für uns stehen», kommentierte Wicky.

Kurz vor der Pause vergab der FCB dann in Person von Ajeti noch einmal eine hochkarätige Chance. Es war die letzte ihrer Art bis zum späten Anschlusstreffer – notabene dem einzigen Torschuss des FCB in der zweiten Halbzeit.

Raoul Petretta verletzt sich

Der noch grössere Rückschlag als das erste Gegentor war aber die Szene in der 42. Minute, als Raoul Petretta verletzt vom Platz hatte transportiert werden müssen. Ausgerechnet Petretta. Er, der den kranken Silvan Widmer auf der für ihn ungewohnten rechten Seite hatte ersetzen müssen, weil sonst nur noch Junioren zur Verfügung standen.

Junioren wie der gelernte Innenverteidiger Yves Kaiser, der Petretta nach dessen Auswechslung ersetzte und damit sein Debüt beim FCB feiern durfte. Kaiser ersetzte Petretta positionsgetreu in der 3-4-3-Formation, die Wicky doch etwas überraschend wählte.Auch wenn es jenes System ist, welches er zuvor in allen internationalen Partien gewählt hatte.

Balanta meistert die Aufgabe mit Bravour

Mit Eder Balanta rückte ein Spieler in die Startelf, der zuletzt angeschlagen war, der Abwehr aber eine unglaubliche Ruhe verlieh und neben Omlin stärkster Mann auf dem Platz war.
Aber auch Balanta konnte nicht verhindern, dass sich der Rückstand noch erhöhte.

In der 80. Minute konnte Paok den zweiten Treffer erzielen. Wie sich der FCB in dieser Situation verhalten hatte, war unglaublich naiv. Nach einem Freistoss an der Strafraumgrenze von Paok verlor Luca Zuffi den Ball, der FCB lief mit offenem Visier in einen Konter, den der «Schweizer» Aleksandr Prijovic per Volley vollendete.

FCB zu fehlerhaft

Es ist ein weiterer Dämpfer für den FCB, der die zweite Niederlage im zweiten Spiel der Saison kassiert. Auch, weil er mit zunehmender Dauer des Spiels zu fehlerhaft agierte, in der Offensive nach der Pause erschreckend harmlos und ideenlos auftrat.

Hinzu kamen Totalausfälle wie Dimitri Oberlin, der seine Startelf-Nomination nicht auch nur annähernd hatte rechtfertigen können. Sein Auftritt war Sinnbild dieser Phase, in der der FCB steckt. Viel Talent, null Ertrag.

Der späte Anschluss ist das einzig Positive an einem gebrauchten Basler Abend. Er kann aber auch nicht darüber hinweg täuschen, dass ein weiterer solcher Auftritt nicht reichen wird, um die nächste Runde zu erreichen.

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